Honig wird häufig als natürlich gesundes Lebensmittel wahrgenommen, das Energie liefert und zu einer ausgewogenen Ernährung beiträgt. Wie sieht es jedoch tatsächlich mit dem Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen aus – und was sagt die Gesetzgebung dazu? Nach der Verordnung der Europäischen Union (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben darf ein Lebensmittel nur dann als „Quelle“ eines bestimmten Vitamins oder Mineralstoffs bezeichnet werden, wenn 100 g des Produkts mindestens 15 % der empfohlenen Tagesdosis (ETD) enthalten. Produkte mit mindestens 30 % ETD dürfen als „reich an“ dem jeweiligen Nährstoff gekennzeichnet werden.
Das Jahr 2024 ist aus Sicht der Imkerinnen und Imker außergewöhnlich, weil vermehrt Honig auftritt, der reich an Melezitose ist. Was beeinflusst jedoch die Entstehung dieser Art von Honigtau? Eine Schlüsselrolle spielen die Honigtauproduzenten – vor allem Insekten aus der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera), die dafür bekannt sind, Pflanzensäfte aufzunehmen. In der Praxis ist für die Imkerei nur ein Teil dieser Arten relevant, nämlich jene, die eine ergiebige Honigtautracht liefern können. Diese Produzenten ernähren sich vor allem von Aminosäuren aus dem Saft von Nadelbäumen, doch der größte Teil des Saftes besteht aus Saccharose, während Aminosäuren nur in geringer Menge enthalten sind. Das führt zu einem hohen osmotischen Druck, der um ein Vielfaches höher ist als in den Körperflüssigkeiten der Insekten.
Honig ist ein einzigartiges Naturprodukt der Honigbiene (Apis mellifera) mit hohem Nährwert. Er enthält hauptsächlich eine Mischung aus Einfachzuckern – Glukose und Fruktose –, Wasser (etwa 18 %) und mehrere Hundert weitere Bestandteile, darunter organische Säuren, Enzyme, Vitamine und Antioxidantien. Frisch geschleuderter Honig ist flüssig und viskos, doch im Laufe der Zeit geht er auf natürliche Weise in einen festen Zustand über – er kristallisiert. Die Kristallisation ist kein Zeichen für eine verminderte Qualität des Honigs, sondern ein völlig natürlicher physikalisch-chemischer Vorgang.
Was versteht man unter Zementhonig und wie entsteht er? Der immer beliebter werdende Waldhonig aus Honigtau zeichnet sich durch außergewöhnliche Geschmacksqualitäten aus und erzielt heutzutage attraktive Marktpreise. Für Imker birgt diese Honigsorte jedoch das Risiko des Auftretens von Melezitose – eines unerwünschten Zuckers, der zur Bildung des sogenannten Zementhonigs führt. Als Zementhonig bezeichnet man stark kristallisierten Honig, der in den Waben ausgehärtet und somit für Imker problematisch ist – nicht nur beim Schleudern, sondern auch bei der weiteren Nutzung der Rähmchen. Eine melezitosereiche Ernährung kann die Bienen und ihre Darmmikrobiota belasten und gesundheitliche Probleme verursachen. Hauptverursacher sind Blattläuse, die Pflanzensaft von Bäumen saugen.
Honig zählt zu den Naturprodukten mit außergewöhnlicher Haltbarkeit. Bei korrekter Lagerung bleiben seine hohe Qualität, sein Geschmack und seine typischen Eigenschaften über Jahre erhalten. Doch wie lagert man Honig richtig?


























































































































































