Einfache Eigenherstellung von ungedämmten Magazinbeuten im Zandermaß
Ich imkere mit etwa 50 Völkern in einer Höhenlage von ca. 420–450 m ü. NN. Die Betriebsweise umfasst sowohl Standimkerei als auch Wanderimkerei mit fest aufgebautem Wanderanhänger. Gearbeitet wird im Zandermaß (420 × 220 mm).
Im Laufe der Jahre habe ich unterschiedliche Beutentypen getestet. Mit zunehmender Erfahrung bin ich jedoch zu einer einfachen, einwandigen und ungedämmten Magazinbeute übergegangen. Meine Praxis zeigt: Je mehr Einzelteile und Verbindungselemente eine Beute hat, desto höher ist meist der Wartungsaufwand nach einigen Jahren – besonders bei intensiver Nutzung oder beim Wandern.
Grundanforderungen an meine Beuten
Holz als natürlicher und nachwachsender Rohstoff,
möglichst aus regionaler Herkunft,
stabile und ergonomische Bauweise für die praktische Arbeit am Volk,
einfache Reinigung und Desinfektion (Abflammen),
unkomplizierte Varroadiagnose und Medikamentengabe,
angestrebte Lebensdauer mindestens 20 Jahre.
Das Ergebnis ist eine ungedämmte Magazinbeute mit abnehmbarem Boden im Zandermaß, Wandstärke 30 mm. Die Anzahl der Zargen sowie die Kombination von Brut- und Honigräumen kann jeder Imker an seine Betriebsweise und die Trachtbedingungen anpassen.
Innen- und Außenmaße der Zarge (Zandermaß)
Ich arbeite mit einem Innenmaß der Zarge von 430 × 430 mm. Dieses Maß gewährleistet ausreichend Bienenabstand (Bee Space) und eine problemlose Handhabung der Zander-Rähmchen mit 420 mm Oberträgerlänge.
Bei einer Wandstärke von 30 mm ergeben sich folgende Außenmaße der Zarge:
Außenmaß: 490 × 490 mm
Zargenlänge außen: 490 mm
Zargenbreite außen: 490 mm
Die Falz für die Rähmchenauflage ist als 15 × 15 mm ausgeführt. Der Beespace beträgt 8 mm. Die Eckverbindungen werden mit Nut und Feder sowie wasserfestem D4-Leim ausgeführt und zusätzlich verschraubt.
Materialwahl – Weymouthskiefer (Pinus strobus)
Für den Bau verwende ich bevorzugt Weymouthskiefer (Pinus strobus). Dieses Holz ist leicht, gut zu bearbeiten und bei einer Holzfeuchte von 12 % mit etwa 410 kg/m³ eines der leichteren verfügbaren Nadelhölzer. Gerade bei Magazinimkerei mit häufigem Heben der Honigräume ist ein geringes Gewicht ein großer Vorteil.
Holztrocknung und Vorbereitung
Die Bohlen werden auf 35 mm Stärke eingeschnitten und nach dem Trocknen auf eine Endstärke von 30 mm gehobelt. Die natürliche Lufttrocknung erfolgt gestapelt mit Zwischenleisten auf ebenem Untergrund. Als Richtwert gilt: 1 cm Holzstärke ≈ 1 Jahr Trocknungszeit.
Nach dem Hobeln werden die Bretter auf die entsprechende Breite zugeschnitten und anschließend auf die exakten Längen für Vorder‑, Rück‑ und Seitenwände gebracht. Die Innenmaße von 430 × 430 mm müssen dabei exakt eingehalten werden.
Montage der Zargen
Die vorbereiteten Teile werden auf einer ebenen Fläche verleimt (D4-Leim) und pro Ecke mit 4 Schrauben 5 × 70 mm verschraubt. Während der Montage wird die Rechtwinkligkeit sorgfältig kontrolliert.
Abschließend fräse ich ergonomische Griffmulden ein, damit sich die Zargen bei der Durchsicht oder beim Wandern sicher greifen lassen.
Eine fertige Zarge mit 30 mm Wandstärke wiegt etwa 4,8–5,0 kg (je nach Holzart und Restfeuchte).
Boden und Deckel
Der Boden ist wahlweise als geschlossener Boden (Höhe ca. 9 cm) oder als offener Gitterboden mit Varroaschublade ausgeführt. Das Flugloch verfügt über einen verstellbaren Fluglochkeil sowie eine Möglichkeit zum Einsetzen eines Mäusegitters im Winter.
Der Deckel wird passend zu den Außenmaßen gefertigt (490 × 490 mm) und kann mit Blechabdeckung oder wasserfester Platte versehen werden.
Oberflächenschutz
Die Innenflächen bleiben unbehandelt und werden jährlich mit der Flamme desinfiziert. Außen behandle ich die Beuten mit erwärmtem Leinöl (2–3 Anstriche). Besonders beanspruchte Teile wie Böden können zusätzlich farbig gestrichen werden.
Fazit
Die hier beschriebene Zander-Magazinbeute ist das Ergebnis langjähriger praktischer Erfahrung in der Bienenhaltung. Sie ist konstruktiv einfach, langlebig und sowohl für Stand- als auch für Wanderimkerei geeignet. Wer handwerklich etwas Erfahrung mitbringt, kann sich eine robuste und funktionale Beute selbst herstellen – angepasst an die eigene Betriebsweise und die Bedürfnisse der Bienenvölker.





































































































































































































