Die Reizfütterung der Bienenvölker im Frühjahr stellt eine entscheidende Methode besonders für Imker in Regionen mit reichhaltigem Blütenangebot dar. Wer diese Methode richtig einsetzt, kann seinen Honigertrag leicht um mehrere Dutzend Kilogramm steigern. Bienenvölker reagieren ganz natürlich auf länger werdende Tage und steigende Temperaturen nach der Wintersonnenwende. Die Bienenkönigin beginnt mit dem Aufbau des Brutnestes und bereitet somit das Volk auf die kommende Saison vor. Sobald in der Natur die ersten Pollenquellen erscheinen, etwa Hasel und Weiden, nutzen die Bienen sie intensiv. Diese ersten Polleneinträge und die anfänglichen warmen Tage geben der Königin das entscheidende Signal, ihre Eiablage zu intensivieren.
Warum Bienenreizfütterung?
Ein weiterer entscheidender Impuls für die Volksentwicklung kommt mit der ersten Nektartracht beispielsweise von Kirschen oder Obstbäumen. Ohne rechtzeitige Reizfütterung bleibt diese frühe Futterquelle möglicherweise ungenutzt, da junge Bienen erst später schlüpfen und die erste Honigernte nicht vollständig ausnutzen können.
Die Strategie der Frühlingsreizfütterung
Unterstützende Fütterung: Ziel der Reizfütterung im Frühjahr ist, dass Bienen das Zusatzfutter nutzen, um die Brutaufzucht zu verstärken. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Prozess zu fördern – von der Zufütterung mit Zuckerteig oder Zuckerwasser bis hin zum Entdeckeln vorhandener Honigvorräte aus dem Winter.
Beginn der Reizfütterung: Nach dem ersten deutlichen Reinigungsflug der Bienen, wenn Pollen bereits gesammelt werden, beginnt die intensive Betreuung. Die Gabe von Zuckerteig oder Futterlösungen regt die Königin unmittelbar an, Eier zu legen.
Mittel zur Reizfütterung: Verschiedene Futtergeschirre und Fütterungssysteme gestatten es, eine frühe Trachtsituation nachzuahmen. Spezielle Flaschen, umgerüstet zu Futtergefäßen fürs Zuckerwasser, werden häufig eingesetzt.
Die praktischen Ergebnisse der Reizfütterung
Erste Effekte werden nahezu sofort sichtbar: Die Völker wachsen rasch heran, junge Bienen schlüpfen in kurzen Abständen und die Zahl der Arbeiterinnen steigt erheblich. Sobald ein Volk kräftig genug ist, kann eine Honigraumzarge (meist im deutschen Normalmaß) aufgesetzt werden. Häufig geschieht dies sogar noch vor der Kirschblüte, sodass optimal auf deren Tracht reagiert werden kann.
Reizfütterung mit Honig-Zuckerteig im Frühjahr
Vorteile der Fütterung mit Honig-Zuckerteig
Honig-Zuckerteig bietet Bienen energiereiche Nahrung, ohne dass sie bei Außenkälte den Stock verlassen müssen. Eine zügige Volksentwicklung wird beispielsweise zur Rapstracht angestrebt.
Der Einfluss des Wetters auf die Reizfütterung
Die Wetteraussichten sind ein wesentlicher Faktor bei Entscheidungen zur Reizfütterung. Lange kühle Perioden schränken natürliche Brutentwicklung oft ein. So wird die zusätzliche Fütterung in Zeiten ungünstiger Frühjahrswitterung notwendig. Man sollte dennoch beachten: Reizfütterung wirkt nur dann optimal, wenn das Volk stark genug und mit ausreichenden Vorräten ausgerüstet ist.
Optimale Anwendung von Honig-Zuckerteig
Prüfung der Vorräte: Prüfen Sie vorab sorgfältig, ob Ihre Völker tatsächlich zusätzlichen Fütterungsbedarf haben. Eine Überversorgung mit süßem Futter könnte ebenfalls Nachteile mit sich bringen und die freie Entwicklung des Brutnestes behindern.
Mengen und Gabe: Üblicherweise genügt etwa ein Kilogramm Honig-Zuckerteig direkt auf den Oberträger gestellt. Dieses Maß simuliert eine Trachtsituation ausreichend, ohne Risiko einer späteren Zucker-Einlagerung im Bienenhonig.
Kontrolle der Völker: Kontrollieren Sie fortlaufend, wie der Zuckerteig angenommen wird. Beobachten Sie das Volk regelmäßig auf Anzeichen einer übermäßigen Schwarmstimmung.
Kritik an der Methode und alternative Wege
Kritische Stimmen argumentieren, dass Reizfütterung an Stellenwert verloren habe. Ihrer Ansicht nach reagierten Bienenvölker eher auf natürliche Signale. Tatsächlich brauchen gesunde Bienenvölker bei ausreichend eingelagerten Vorräten, Wasserzugang und gutem Polleneintrag lediglich Wärme für einen schnellen Frühlingsstart. Neben der klassischen Reizfütterung zeigt sich auch die Zugabe von Wasser ins Volk als eine erfolgsversprechende alternative Maßnahme.


























































































































































