Imkern ohne Schwärme
Meine Laufbahn als Imker begann im Jahr 1966, als ich noch als Student in Brünn einen Bienenschwarm an einer Tram-Haltestelle einfing. Den eingefangenen Schwarm setzte ich zunächst in einen Ablegerkasten geeigneter Größe (37 × 30 cm) um. Zu dieser Zeit kaufte ich kurzfristig zwei sogenannte "Čechoslovák"-Bienenstöcke in vergleichbaren Maßen hinzu. Von da an beschäftige ich mich intensiv mit der theoretischen Seite des Imkerns. Besonders die Veröffentlichung von Otakar Brenner „Das Magazinbeutensystem im Bezug auf das Leben des Bienenvolkes und seine Gesetzmäßigkeiten“ aus dem Jahre 1968 zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich besorgte dieses Werk unmittelbar, genauso wie das noch ausführlichere Nachfolgewerk namens „Gesetzmäßigkeiten im Leben des Bienenvolkes“ aus dem Jahre 1969. Beide Veröffentlichungen bildeten ein wertvolles Fundament meiner imkerlichen Praxis. Die neu erschienene, nach etwa fünfzig Jahren dank Eva Pecháčková – Großnichte von Otakar Brenner – veröffentlichte Neuauflage dieser Grundlagenwerke genießt heute großes Ansehen unter Imkern.
Anmerkungen zur Neuauflage von Otakar Brenners Buch „Gesetzmäßigkeiten im Leben des Bienenvolkes“
Interessant ist, dass Otakar Brenner in seinem ersten Buch ursprünglich noch mit kritischen Augen die damals üblichen Standardrahmenmaße von 39 × 24 cm betrachtete. In seiner zweiten Abhandlung nutzte er jedoch genau diese Maße, möglicherweise aufgrund damaliger offizieller Vorschriften. Während er im Magazinbuch die Überwinterung auf neun Rahmen mit einem Maß von 31,6 × 31,6 cm und einem halben Honigraum mit Futter empfiehlt, beschreibt er im zweiten Band bereits die Überwinterung auf sieben Rahmen im Maß 39 × 24 cm, entsprechend damaligen Vorschriften. Sein erstes Buch enthält zudem eine Fotografie eines Volkes auf zwölf hohen Waben.
Unterdessen erweiterte ich mein Hobby und hielt zunächst zwei "Čechoslovák-"Magazinbeuten und erwarb fünf Flachzargenmagazinbeuten nach Brenners System, bestehend aus je neun Waben und insgesamt sechs Zargen pro Volk. Diese Beuten hatten als bemerkenswerte Neuerung einen leicht entfernbaren Boden mit austauschbarem Unterbau.
In den 1970er Jahren widmete ich mich eingehend dem Studium der Bestäubung von Luzerne durch Honigbienen am Institut für Futterpflanzenbau in Troubsko. Meine drei ersten Versuchsvölker standen in Standard-Mährischen Universalstöcken mit elf Rahmen (39 × 24 cm). Damals testete ich dort ebenso Flachzargenstöcke mit Maßen 39 × 17 cm und 42 × 17 cm mit elf Rahmen je Magazin, sowie vier spezielle Testvölker nach der Methode des amerikanischen Professors Farrar (USA, 1968). Diese Völker überwinterten mit gewichtigen Futtervorräten von 27–35 kg Honig und großen Pollenvorräten in vier flachen Langstroth-Magazinen (44,8 × 15,9 cm) mit zwölf Rahmen pro Zarge. Aus diesen Versuchen entwickelten sich schließlich die heute bekannten „Optimal“-Beuten.
Die Werke Brenners halfen mir zudem, die Entwicklung der Bienen besser zu verstehen, insbesondere die Tatsache, dass für die Entwicklung einer einzigen Biene 21 Tage benötigt werden, und eine frisch geschlüpfte Arbeitsbiene drei Zellen bedecken kann. Im Frühjahr nimmt danach im Extremfall das Volk auf etwa die Hälfte des ursprünglichen Bienenbestands ab. Demnach kommt es entscheidend darauf an, frühzeitig Engpässe und Platzmangel im Bienenstand zu verhindern. Sobald Bienen comien eine Enge verspüren, beginnen sie sehr schnell umzulagern und Schwarmzellen anzusetzen, womit das Schwarmverhalten praktisch unvermeidlich wird. Dies kann nur verhindert werden, indem rechtzeitig die Völker durch zusätzliche Zargen erweitert werden. Ein weiteres Mittel ist die rechtzeitige Vorbereitung auf die Überwinterung: Wenn Bienenvölker bereits in einer unteren Zarge überwintern, schaffen wir Bedingungen, die dem natürlichen Bienenleben in Baumhöhlen entsprechen, wie Brenner es bereits beschrieben hat.
Über die Jahre stellte ich fest, dass sich Bienenvölker nicht schwärmen, wenn ihnen während des Sommerwachstums ein ausreichender Platz von etwa 400 dm² Wabenfläche zur Verfügung steht, was doppelt soviel Fläche ist wie normalerweise üblich. Diese Erweiterungen sind idealerweise bis spätestens Ende April bereitzustellen. Dann können die Bienen ihre Entwicklung rechtzeitig und stressfrei vollziehen und größere Mengen an Honig und Blütenstaub einlagern, was wiederum komplexere Schwarmbehandlungsmethoden überflüssig macht und natürliche Königinnenwechsel fördert.
Ich erfuhr, dass die traditionell als ausreichend erachteten 200 dm² Wabenfläche für Reserveköniginnen ausreichend sind; hochwertige Schwarmköniginnen benötigen jedoch mindestens 400 dm² zur freien Entfaltung. Bei Bedarf können stärkere Kolonien jederzeit problemlos zusätzliche Etagen hinzubekommen.
In den neunziger Jahren begannen Imker verstärkt, mit starken Völkern in Optimál-, Adamcenter- oder Langstroth-Beuten erfolgreich umzugehen. Generell lässt sich feststellen: je mehr Wabengassen vorhanden sind, desto robustere Wintersitztrauben können Bienen bilden.
Im letzten Abschnitt wird festgehalten, dass angesichts der aktuellen Bedrohung durch Varroa destructor ein zeitweilig eingeengtes Betriebsverfahren wieder angemessen sein kann. Nach Behandlung und Überwinterung ist es wichtig, das Platzbedürfnis der Biene stets zu beachten. Durch rechtzeitige Raumgabe kann einem ungewollten Schwarm vorgebeugt werden.
Aus der Zeitschrift Včelařství – Autor: RNDr. Vladimír Ptáček
Im Artikel erwähnte Literatur: siehe tschechischer Originaltext.






































































































































































































