Das Jahr 2024 ist aus Sicht der Imkerinnen und Imker außergewöhnlich, weil vermehrt Honig auftritt, der reich an Melezitose ist. Was beeinflusst jedoch die Entstehung dieser Art von Honigtau? Eine Schlüsselrolle spielen die Honigtauproduzenten – vor allem Insekten aus der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera), die dafür bekannt sind, Pflanzensäfte aufzunehmen. In der Praxis ist für die Imkerei nur ein Teil dieser Arten relevant, nämlich jene, die eine ergiebige Honigtautracht liefern können. Diese Produzenten ernähren sich vor allem von Aminosäuren aus dem Saft von Nadelbäumen, doch der größte Teil des Saftes besteht aus Saccharose, während Aminosäuren nur in geringer Menge enthalten sind. Das führt zu einem hohen osmotischen Druck, der um ein Vielfaches höher ist als in den Körperflüssigkeiten der Insekten.
Das Jahr 2024 ist aus Sicht der Imkerinnen und Imker außergewöhnlich, weil vermehrt Honig auftritt, der reich an Melezitose ist. Was beeinflusst jedoch die Entstehung dieser Art von Honigtau? Eine Schlüsselrolle spielen die Honigtauproduzenten – vor allem Insekten aus der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera), die dafür bekannt sind, Pflanzensäfte aufzunehmen. In der Praxis ist für die Imkerei nur ein Teil dieser Arten relevant, nämlich jene, die eine ergiebige Honigtautracht liefern können. Diese Produzenten ernähren sich vor allem von Aminosäuren aus dem Saft von Nadelbäumen, doch der größte Teil des Saftes besteht aus Saccharose, während Aminosäuren nur in geringer Menge enthalten sind. Das führt zu einem hohen osmotischen Druck, der um ein Vielfaches höher ist als in den Körperflüssigkeiten der Insekten.
Um einen Zusammenbruch ihres Organismus zu vermeiden, wandeln Schnabelkerfe die Saccharose im Pflanzensaft in komplexere Zucker um – Oligosaccharide, zu denen auch Melezitose gehört. Diese Umwandlung hilft, den osmotischen Druck zu senken, und ermöglicht eine langfristige Aufnahme der harzreichen Nahrung. Beobachtungen und Studien deuten darauf hin, dass gilt: Je höher die Osmolalität des Saftes, desto mehr dieser komplexen Zucker werden gebildet.
Wo und wann tritt Melezitose häufiger auf?
In Mitteleuropa stellen für die Imkerei vor allem Fichten und Tannen die wichtigsten Honigtauquellen dar, wobei höhere Melezitosemengen insbesondere von Arten produziert werden, die vor allem auf der Fichte leben. Fichten sind jedoch empfindlicher gegenüber Hitze und Trockenheit, da sie flach wurzeln und dadurch schlechter an tiefer liegendes Wasser gelangen – das kann die Zuckerkonzentration im Saft erhöhen. Neben der Wasserverfügbarkeit wurde auch die Höhenlage als wichtiger Faktor bestätigt: Mit zunehmender Höhe steigt auch der Anteil komplexer Zucker im Honigtau.
Eine bedeutende Rolle spielen außerdem Unterschiede zwischen den einzelnen Produzentenarten, die sehr unterschiedliche Mengen dieser Zucker bilden können; Variabilität ist sogar zwischen Individuen derselben Art erkennbar. Forschungen bestätigen zudem, dass auch die Interaktion der Honigtauproduzenten mit Ameisen einen erheblichen Einfluss auf die Bildung von Melezitose hat, da Ameisen diese Substanz gezielt suchen.
Welche klimatischen Faktoren spielen eine Rolle?
Unter den Klimabedingungen erweisen sich hohe Temperaturen und eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit als besonders bedeutsam für die Produktion dieser Oligosaccharide. Eine erhöhte Bildung dieser Zucker wird auch in höheren Lagen beobachtet. Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass sich der Einfluss dieser Bedingungen je nach Baumart und Honigtauproduzent unterscheiden kann.
Zusammenhänge und imkerliche Praxis
Die Vorhersage einer melezitosereichen Honigtautracht ist sehr schwierig, weil die endgültige Zusammensetzung des Honigtaus sowohl von der Art des Produzenten und dem Wirtsbaum als auch von kurzfristigen Wetteränderungen oder dem Zusammenspiel verschiedener Tiere beeinflusst wird. Aus Fachstudien geht hervor, dass die Produzentenart einen größeren Einfluss auf die Entstehung dieser speziellen Zucker hat als die Baumart.
Für Imkerinnen und Imker ist ein übermäßiger Melezitosegehalt im Honig eher nachteilig, da er eine Kristallisation bereits in den Waben verursachen und die Honiggewinnung erschweren kann. Aus biologischer Sicht handelt es sich jedoch um eine interessante Anpassung, die es den Honigtauproduzenten ermöglicht, unter anspruchsvollen Bedingungen zu überleben. Die zukünftige Entwicklung wird zeigen, ob wir solchen Trachten auch in Regionen begegnen werden, in denen sie früher nicht üblich waren.
Aus der Zeitschrift „Včelařství“


























































































































































