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Obrázek Warum Holzbeuten Risse bekommen

Eine Holzbeute ist für Bienen eine natürliche und bewährte Umgebung. Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, Schwankungen im Beutenklima teilweise ausgleichen und bei richtiger Pflege viele Jahre lang dienen. Deshalb gehören Holzzargen zu den beliebtesten Lösungen für Imker, die ihren Bienen ein naturnahes Material bieten möchten.

Eine Holzbeute ist für Bienen eine natürliche und bewährte Umgebung. Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, Schwankungen im Beutenklima teilweise ausgleichen und bei richtiger Pflege viele Jahre lang dienen. Deshalb gehören Holzzargen zu den beliebtesten Lösungen für Imker, die ihren Bienen ein naturnahes Material bieten möchten.

Gleichzeitig sollte man bedenken, dass Holz kein unveränderlicher Werkstoff ist. Es reagiert auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Regen, Sonne und auch auf die intensive Tätigkeit im Bienenvolk. Werden neue Zargen falsch behandelt, können sie sich verziehen, zwischen den Zargen entstehen Spalten, der Anstrich blättert ab und im schlimmsten Fall reißt das Holz.

Eine besonders große Rolle spielen dabei Feuchtigkeit und ungeeignete, diffusionsdichte Anstriche. Eine dicke synthetische Farbe oder ein Lack kann auf den ersten Blick wie ein guter Schutz wirken, in der Praxis der Holzbeute jedoch erheblich schaden. Unter einer geschlossenen Schicht kann das Holz Feuchtigkeit nicht mehr natürlich abgeben, im Material entstehen Spannungen und ein Riss ist dann oft nur eine Frage der Zeit.

Holz in der Beute arbeitet das ganze Jahr über

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff. Das bedeutet, dass es je nach Umgebungsbedingungen Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Ist die Umgebung feucht, nimmt das Holz Feuchtigkeit auf und vergrößert sein Volumen leicht. Bei Trockenheit gibt es Feuchtigkeit ab und schwindet. Diese Bewegung ist natürlich und lässt sich nicht vollständig verhindern.

Bei einer Bienenbeute ist diese Eigenschaft zugleich ein Vorteil. Holz hilft, Feuchtigkeitsschwankungen im Inneren der Beute abzufedern, und unterstützt ein natürlicheres Umfeld für das Bienenvolk. Bienen schaffen in der Beute ihr eigenes Mikroklima, das mit Brut, Vorräten, dem Eindicken des Nektars und der Belüftung zusammenhängt. Eine Holzzarge fügt sich in dieses Umfeld besser ein als vollständig diffusionsdichte Materialien.

Problematisch wird es, wenn Holz einem abrupten Wechsel der Bedingungen ausgesetzt wird. Ein typisches Beispiel ist eine neue, trockene Zarge, die in einem warmen Raum gelagert wurde und anschließend ohne Vorbereitung direkt auf ein Bienenvolk gesetzt wird. Das Material gelangt plötzlich in eine deutlich feuchtere Umgebung und beginnt schnell zu quellen. Ein solcher Feuchtigkeitsschock kann Verformungen, Verzug oder Risse verursachen.

Neue Zargen brauchen Akklimatisierung

Eine neue Holzzarge sollte nicht direkt aus der beheizten Werkstatt oder aus dem Lager an den Bienenstand und sofort in den Einsatz gebracht werden. Holz braucht Zeit, um sich an die Außenluft, die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen anzupassen. Am besten lagert man neue Zargen eine Zeit lang draußen unter Dach, wo sie vor Regen geschützt sind, aber dennoch von natürlicher Luftzirkulation umgeben werden.

Eine solche Lagerung ermöglicht, dass Luftfeuchtigkeit langsam in die Wände der Zarge eindringen kann. Das Holz gewöhnt sich schrittweise an die Außenbedingungen und ist später beim Aufsetzen auf das Bienenvolk keiner so starken Veränderung ausgesetzt. Dadurch sinkt das Risiko von Schwinden, Verformungen und Rissen deutlich.

Der Imker sollte damit rechnen, dass sich eine Holzbeute in den ersten Betriebsjahren gewissermaßen setzt. Das Material stabilisiert sich, reagiert auf die Jahreszeiten und auf das Innenklima des Bienenvolkes. Wenn man das Holz in dieser Phase durch richtige Behandlung unterstützt, hält es später seine Form wesentlich besser.

Eine Beute ist keine gewöhnliche Holzkiste

Eine Holzzarge, die auf einem Bienenvolk eingesetzt wird, ist deutlich anspruchsvolleren Bedingungen ausgesetzt als eine einfache Holzkiste. Im Inneren der Beute lebt ein starker Organismus, der Wärme und Feuchtigkeit erzeugt und intensiv mit Luftströmungen arbeitet. Besonders während der Tracht gelangt viel Nektar in die Beute, aus dem die Bienen Wasser verdunsten lassen, bis daraus nach und nach Honig entsteht.

Die Luftfeuchtigkeit im Inneren der Beute kann sehr hoch sein. Je nach Zeitraum kann sie Werte um etwa 70 % erreichen. Für Holz ist das eine deutliche Belastung, insbesondere wenn die Feuchtigkeitseinwirkung von innen wesentlich stärker ist als die Feuchte der Außenluft.

Das Holz nimmt dann an der Innenseite mehr Feuchtigkeit auf, während die Außenseite anderen Bedingungen ausgesetzt ist. Eine Seite der Wand neigt zum Quellen, die andere verhält sich anders. Das Ergebnis sind Spannungen, die sich durch verzogene Zargen, gewölbte Wände oder Spalten zwischen einzelnen Teilen der Beute zeigen können.

Warum diffusionsdichte Farbe das Problem verstärkt

Die größten Schwierigkeiten entstehen häufig dann, wenn ein Imker eine neue Holzbeute mit einer dicken, diffusionsdichten Farbe streicht. Ein solcher Anstrich kann zwar wie ein perfekter Schutz vor Regen aussehen, verschließt aber gleichzeitig die Holzoberfläche und verhindert, dass Wasserdampf auf natürliche Weise entweichen kann.

Feuchtigkeit aus dem Inneren der Beute dringt in das Holz ein. Unter normalen Umständen kann ein Teil dieser Feuchtigkeit allmählich durch den Werkstoff wandern und nach außen entweichen. Ist die Außenseite jedoch mit einer diffusionsdichten Lackschicht oder synthetischen Farbe verschlossen, stößt der Wasserdampf auf eine Barriere. Das Holz unter dem Anstrich bleibt feucht, kann nicht gleichmäßig trocknen und die Volumenänderungen nehmen zu.

So entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Innen- und Außenseite der Zarge. Das Material möchte arbeiten, doch die Konstruktion der Beute, die Verbindungen und der Anstrich behindern diese Bewegung. Die Spannung baut sich nach und nach auf, bis sie sich an der schwächsten Stelle zeigt. Die Folge kann ein Riss, abblätternde Farbe oder eine verformte Zarge sein.

Ein Riss ist oft die Folge aufgebauter Spannungen

Wenn Holz reißt, handelt es sich nicht nur um einen optischen Mangel. Ein Riss zeigt häufig, dass das Material über längere Zeit einer ungleichmäßigen Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt war. Das Holz wollte sein Volumen vergrößern oder verkleinern, hatte aber keinen ausreichenden Raum, um diese Bewegung natürlich auszuführen.

In der imkerlichen Praxis zeigt sich das zum Beispiel daran, dass Zargen nicht mehr sauber aufliegen, zwischen Brutraum und Honigraum Spalten entstehen, die Bienen die Fugen mit Propolis verkitten und die Arbeit an der Beute schwieriger wird. Bei stärkeren Verformungen kann die Dichtigkeit des Beutenaufbaus beeinträchtigt werden, sodass das Bienenvolk mehr Energie für die Regulierung seines Innenklimas aufwenden muss.

Neue Holzbeuten richtig stabilisieren

Bei Holzbeuten ist die erste Betriebsphase besonders wichtig. Gerade in den ersten zwei bis drei Jahren passt sich das Holz den Bedingungen am Bienenstand an und stabilisiert sich nach und nach. Der Imker kann diesen Prozess mit einfachen mechanischen Maßnahmen deutlich unterstützen.

  • Beute mit Spanngurten sichern: Eine sehr wirksame Lösung ist es, den gesamten Beutenaufbau mit stabilen Gurten zusammenzuziehen. Ein Spanngurt kann Boden, Brutraumzargen, Honigräume und Deckel zu einer Einheit verbinden. Das Holz hat weniger Möglichkeit, auseinanderzuarbeiten, und die Zargen behalten ihre Form besser.
  • Verzurren in den ersten Jahren: Spanngurte sollten mindestens in den ersten zwei Saisons verwendet werden, bei neuen Beuten gerne auch drei Jahre lang. Sie werden nur bei der Durchsicht des Bienenvolkes oder bei Arbeiten an den Zargen gelöst. Nach der Stabilisierung des Materials arbeiten die Zargen meist deutlich weniger und neigen seltener zur Spaltenbildung.
  • Deckel beschweren: Eine praktische Möglichkeit ist auch, den Deckel zum Beispiel mit einer Betonplatte zu beschweren. Der Beutenaufbau wird dadurch zusammengedrückt und die einzelnen Teile haben weniger Spielraum für Bewegung.
  • Ältere Beuten nachträglich richten: Wenn sich bei einer bereits genutzten Beute Spalten gebildet haben, muss sie nicht sofort aussortiert werden. Auch ältere Zargen lassen sich mit einem Spanngurt zusammenziehen und nach und nach wieder ausrichten, besonders wenn die Beschädigung noch nicht zu groß ist.

Belüftung hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren

Eine passende Belüftung der Beute ist ein weiterer wichtiger Faktor zur Vorbeugung. Ist die Beute zu stark abgeschlossen, sammelt sich Feuchtigkeit und belastet die Wände der Zargen stärker. Das Holz nimmt dann mehr Wasser auf und es entstehen stärkere Spannungen.

Hilfreich kann zum Beispiel sein, den Varroaschieber beziehungsweise die Bodeneinlage im Varroaboden zu entfernen, wenn Volksstärke, Betriebsweise und Wetter es zulassen. Ein offenerer Boden unterstützt die Luftzirkulation und verringert eine übermäßige Feuchtigkeitsbelastung. Dabei müssen jedoch immer die Stärke des Bienenvolkes, die Jahreszeit und die konkreten Bedingungen am Standort berücksichtigt werden.

Belüftung bedeutet nicht, dass die Beute zugig sein soll. Ziel ist es, überschüssige Feuchtigkeit natürlich abzuführen, nicht das Brutnest auszukühlen. Ein starkes Bienenvolk kann sein Umfeld sehr gut regulieren, wenn die Konstruktion der Beute es nicht unnötig daran hindert.

Holzbeute streichen oder naturbelassen nutzen

Bei der Frage, ob Holzbeuten gestrichen werden sollen, gehen die Meinungen unter Imkern auseinander. Manche bevorzugen eine vollkommen natürliche Optik ohne Oberflächenbehandlung, andere möchten ihre Beuten vor Regen schützen und ein einheitliches Erscheinungsbild am Bienenstand erreichen. Beide Wege können funktionieren, wenn die Eigenschaften des Holzes respektiert werden.

Beute ohne Anstrich

Eine hochwertige Holzzarge muss nicht zwingend gestrichen werden. Bleibt sie ohne Oberflächenbehandlung, vergraut das Holz mit der Zeit und entwickelt eine natürliche Patina. Dieser silbergraue Farbton ist bei Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, normal und bedeutet nicht automatisch, dass die Zarge beschädigt ist.

Unbehandeltes Holz ist diffusionsoffener und kann Feuchtigkeit zwischen Innen- und Außenbereich leichter ausgleichen. Bei dünnwandigen Zargen kann das ein großer Vorteil sein. Wenn die Beute gut konstruiert, richtig gelagert und stabilisiert wird, kann sie auch ohne Anstrich viele Saisons zuverlässig dienen.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist diese Variante interessant. Farben, Lasuren, Pinsel und die Zeit für regelmäßige Erneuerungen des Anstrichs verursachen spürbare Kosten. Bei Zargen, die im imkerlichen Betrieb etwa zehn Jahre dienen sollen, lohnt es sich häufig zu überlegen, ob sich die Investition in wiederholte Anstriche tatsächlich auszahlt.

Diffusionsoffener Schutzanstrich

Wenn sich ein Imker dafür entscheidet, seine Beuten zu streichen, sollte er Mittel wählen, die das Holz weiterhin atmen lassen. Geeignet sind vor allem hochwertige dünnschichtige Lasuren oder Öle für Holz im Außenbereich. Diese Anstriche schützen die Oberfläche vor Regen und Sonne, verschließen die Poren aber nicht so stark wie dicke Lacke oder diffusionsdichte synthetische Farben.

Eine gute Wahl können zum Beispiel dünnschichtige Holzschutzanstriche wie Pullex von Adler oder vergleichbare Produkte mit guter Wasserdampfdurchlässigkeit sein. Wichtig ist immer zu prüfen, ob der Anstrich für Holz im Außenbereich geeignet ist und keinen diffusionsdichten Film bildet.

Ein Anstrich soll unterstützen, nicht wie ein geschlossener Panzer wirken. Besser ist eine dünnere, diffusionsoffene Schicht als eine dicke Farbschicht, die Feuchtigkeit im Material festhält. Der Innenraum der Beute wird in der Regel nicht gestrichen, da die Bienen ihn selbst mit Propolis auskleiden und der Imker bei der Pflege geeignete Desinfektionsmaßnahmen einsetzen kann.

Pflege und Desinfektion von Holzzargen

Eine Holzbeute braucht keine komplizierte Pflege, wenn sie vernünftig behandelt wird. Wichtig ist es, den Zustand der Verbindungen, mögliche Risse, Spalten zwischen den Zargen und die Oberfläche regelmäßig zu kontrollieren. Kleinere Risse bedeuten nicht immer das Ende der Lebensdauer, doch die Ursache sollte gefunden werden, damit sich das Problem nicht weiter verschlimmert.

Bei der üblichen Desinfektion von Holzzargen wird häufig die Innenseite kurz mit einem Gasbrenner abgeflammt. Dieses Verfahren ist in der Imkerei verbreitet, weil Holz ein kurzes Abflammen gut verträgt und zugleich die Innenflächen nach dem Entfernen alten Wabenwerks oder nach der Saison behandelt werden können.

Bei der Pflege sollte auch an die richtige Lagerung leerer Zargen gedacht werden. Sie sollten nicht dauerhaft direkt auf feuchtem Boden stehen und auch nicht in einem geschlossenen Raum ohne Luftzirkulation gelagert werden. Ideal ist ein trockener, gut belüfteter Platz, der vor direktem Regen geschützt ist.

Häufige Fehler im Umgang mit Holzbeuten

  • Eine völlig neue und trockene Zarge wird direkt aus dem warmen Lager in die feuchte Umgebung des Bienenvolkes gesetzt.
  • Es wird eine dicke, diffusionsdichte Farbe verwendet, die die Außenfläche des Holzes verschließt und den Austritt von Wasserdampf verhindert.
  • Die mechanische Stabilisierung in den ersten Betriebsjahren wird unterschätzt, obwohl das Holz in dieser Zeit besonders stark arbeitet.
  • Die Belüftung der Beute ist unzureichend und Feuchtigkeit sammelt sich langfristig im Beutenaufbau.
  • Zargen werden unter ungeeigneten Bedingungen gelagert, zum Beispiel in feuchter Umgebung, direkt auf dem Boden oder ohne Luftzugang.

Empfohlenes Vorgehen bei einer neuen Holzbeute

  1. Lassen Sie neue Zargen zunächst unter Dach im Außenklima akklimatisieren.
  2. Prüfen Sie vor dem Aufsetzen, ob die Zargen keinem abrupten Feuchtigkeitswechsel ausgesetzt werden.
  3. Ziehen Sie nach dem Aufbau der Beute Boden, Zargen und Deckel mit einem stabilen Spanngurt zusammen.
  4. Verwenden Sie die Gurte in den ersten zwei bis drei Saisons regelmäßig und lösen Sie sie nur bei Arbeiten am Bienenvolk.
  5. Sorgen Sie für eine angemessene Belüftung, zum Beispiel durch den passenden Umgang mit dem Varroaschieber im Varroaboden.
  6. Wenn Sie die Beute streichen, verwenden Sie nur diffusionsoffene Dünnschichtlasuren oder Öle.
  7. Vermeiden Sie dicke synthetische Anstriche und Lacke, die die Holzoberfläche verschließen.

Zusammenfassung

Eine Holzbeute ist für Bienen eine sehr geeignete und natürliche Wahl, verlangt aber Respekt vor den Eigenschaften des Materials. Holz arbeitet ständig mit Feuchtigkeit und braucht daher die Möglichkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Wird es abrupten Veränderungen ausgesetzt oder von außen mit diffusionsdichter Farbe verschlossen, kann es sich verziehen, auseinanderarbeiten und reißen.

Die Grundlage für eine lange Lebensdauer sind die schrittweise Akklimatisierung neuer Zargen, mechanische Stabilisierung mit Spanngurten oder Beschwerung, ausreichende Belüftung und die Wahl einer geeigneten Oberflächenbehandlung. Holz muss nicht unter einer dicken Farbschicht ersticken. Wenn es atmen kann und in den ersten Jahren beim Halten der Form unterstützt wird, dankt es dies mit einem stabilen und zuverlässigen Einsatz am Bienenstand.

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