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Resistenzentwicklung der Varroamilbe gegenüber Tau-Fluvalinat

Ein zentrales Thema der modernen Bienenhaltung ist der Umgang mit dem Varroa-Parasiten (Varroa destructor), welcher für die ernsthafte Erkrankung „Varroose“ verantwortlich ist. Die kontinuierliche Anwendung derselben Wirkstoffe führt jedoch zunehmend zu Resistenzerscheinungen.

Was genau ist Tau-Fluvalinat und wofür wird es eingesetzt?

Tau-Fluvalinat gehört zur chemischen Wirkstoffgruppe der Pyrethroide und dient in der Imkerei primär der Bekämpfung von Varroamilben. In der Tschechischen Republik ist Tau-Fluvalinat insbesondere in folgenden Präparaten enthalten:

  • Gabon PF 90
  • M1-AER
  • MP-10 FUM

Entwicklung und Erkennung von Resistenzen

Durch langfristigen oder unsachgemäßen Einsatz von Tau-Fluvalinat können Mutationen auftreten, die zur Resistenz führen. Die am häufigsten identifizierte Mutation L975V betrifft besonders den Natriumkanal der Varroamilbe. Normalerweise hemmt Tau-Fluvalinat die ordnungsgemäße Funktion dieses Kanals, doch durch die Mutation büßt es seine Wirksamkeit ein.

Entstehungsmechanismus der Resistenz im Detail

Der Natriumkanal der Nervenzellen des Varroa-Parasiten ermöglicht den lebenswichtigen Durchfluss der Natriumionen. Tau-Fluvalinat verbindet sich normalerweise an diesen Kanälen, unterbindet den Ionentransport, wodurch der Parasit stirbt. Bei einer genetischen Mutation verliert das Präparat jedoch seine Andockfähigkeit, wodurch resistente Milben überleben und ihre genetische Resistenz an die Nachkommen weitergeben.

Was tun, wenn Tau-Fluvalinat nicht mehr wirkt?

Falls Sie den Verdacht einer geringeren oder fehlenden Wirksamkeit von Tau-Fluvalinat haben (z.B. sehr geringer oder kein Milbenfall nach Behandlung mit Gabon), ist folgende Prüfmethode sinnvoll:

  1. Prüfen Sie zunächst den natürlichen Milbenfall nach Applikation der Gabon-Streifen (optimal nach 1–2 Tagen).
  2. Bleibt der Milbenfall niedrig, wenden Sie anschließend ein Präparat mit Ameisensäure (wie Formidol) an, bei dem keine Resistenz nachgewiesen wurde. Ein plötzlich starker Milbenbefall spricht eindeutig für eine Resistenz gegenüber Tau-Fluvalinat.
  3. Stellen Sie die Behandlung auf dem betroffenen Standort mindestens für zwei Jahre auf andere Wirkstoffe um, bis der Anteil resistenter Milben signifikant sinkt.

Resistenz von Varroa destructor gegen Tau-Fluvalinat Mutationen

Alternative Varroose-Behandlungen ohne Tau-Fluvalinat-Resistenzrisiko

Um Resistenzen zu umgehen und Ihre Bienenvölker wirksam zu schützen, bieten sich Präparate mit anderen Wirkstoffen, insbesondere Thymol, als sinnvolle Alternativen an:

Apiguard 25% Gel

  • Darreichungsform: Gel mit Thymol
  • Wirkprinzip: Langsame Verdunstung von Thymol zur Bekämpfung der Varroamilbe
  • Dosis: 2 Gel-Plättchen pro Volk, entsprechend Herstellerangaben.
  • Vorteile: Wirksam gegen pyrethroid-resistente Varroa-Populationen
  • Nachteile: Starker Thymol-Geruch
  • Hersteller: LALEHAM HEALTH AND BEAUTY LIMITED, Großbritannien
  • Erhältlichkeit: Frei verkäuflich

Thymovar (Pflaster 15 g)

  • Darreichungsform: Streifenpräparat (15 g) mit Thymol
  • Wirkprinzip: Verdunsten von Thymol bekämpft Varroamilben wirkungsvoll
  • Dosis: 1–2 Pflaster je Volk, bis zu zweimal je Saison
  • Vorteile: Bekämpft effektiv varroa-resistente Milbenpopulationen
  • Nachteile: Intensiver Thymol-Geruch
  • Hersteller: Andermatt BioVet GmbH, Deutschland
  • Erhältlichkeit: Ohne Rezept frei verfügbar

Empfohlene Vorgehensweise: Rotiere Präparate und wechsle Wirkstoffe frühzeitig!

Wechseln Sie die eingesetzten Wirkstoffe regelmäßig und halten Sie die Herstellerhinweise streng ein.

Regelmäßige Kontrollen Ihres Bienenbestandes und zeitgemäße Anpassung bei nachlassender Wirksamkeit helfen Ihnen dabei, langfristig gesunde und robuste Bienenvölker zu erhalten.