Eines der wichtigsten Probleme in der modernen Imkerei ist die Bekämpfung der Varroa-Milbe (Varroa destructor), die die schwere Krankheit Varroose bei Honigbienen verursacht. Der langfristige Einsatz derselben Präparate kann allerdings zu Resistenzen führen. Tau-Fluvalinat zählt zur Gruppe der Pyrethroide und wird häufig in Arzneimitteln gegen die Varroa-Milbe eingesetzt. Der Ausgangsbeitrag nennt als tschechische Präparate Gabon PF 90, M1-AER und MP-10 FUM. Resistenzbildung und deren frühzeitige Erkennung sind wichtige Aspekte im Kampf gegen Varroose...
Wie entsteht die Resistenz?
Tau-Fluvalinat stört die Funktion spannungsabhängiger Natriumkanäle in den Nervenzellen der Milbe. Eine gut untersuchte resistenzassoziierte Veränderung ist die Mutation L925V. Unter dem Selektionsdruck einer Behandlung können resistente Milben überleben und ihre genetischen Merkmale weitergeben. Die Mutation erklärt einen großen Teil der beobachteten Resistenz, ist aber nicht der einzige mögliche Mechanismus.
Was tun, wenn Tau-Fluvalinat nicht mehr wirkt?
Falls Sie den Verdacht einer geringeren oder fehlenden Wirksamkeit von Tau-Fluvalinat haben (z.B. sehr geringer oder kein Milbenfall nach Behandlung mit Gabon), ist folgende Prüfmethode sinnvoll:
Prüfen Sie zunächst Anwendung, Behandlungsdauer, Kontakt der Bienen mit den Streifen und den verbleibenden Befall mit einem geeigneten Diagnoseverfahren. Der durch ein Arzneimittel ausgelöste Milbenfall ist vom natürlichen Milbenfall zu unterscheiden.
Lassen Sie bei Verdacht die Empfindlichkeit der Milben durch einen geeigneten Bioassay oder eine Untersuchung resistenzassoziierter Mutationen überprüfen. Ein stärkerer Milbenfall nach einem anderen Wirkstoff ist allenfalls ein Hinweis und kein eindeutiger Resistenznachweis. Weitere Behandlungen sind mit den jeweiligen Gebrauchsinformationen abzustimmen.
Wählen Sie bei bestätigter unzureichender Wirksamkeit einen geeigneten anderen Wirkstoff oder ein biotechnisches Verfahren. Eine pauschale zweijährige Pause garantiert nicht, dass die Empfindlichkeit wiederhergestellt ist.
Alternative Varroose-Behandlungen ohne Tau-Fluvalinat-Resistenzrisiko
Um Resistenzen zu umgehen und Ihre Bienenvölker wirksam zu schützen, bieten sich Präparate mit anderen Wirkstoffen, insbesondere Thymol, als sinnvolle Alternativen an:
Apiguard 25% Gel
Darreichungsform: Gel mit Thymol
Wirkprinzip: Langsame Verdunstung von Thymol zur Bekämpfung der Varroamilbe
Dosis: Üblicherweise zwei 50-g-Gelschalen nacheinander, die zweite nach zwei Wochen; die Gebrauchsinformation ist maßgeblich.
Vorteile: Wirksam gegen pyrethroid-resistente Varroa-Populationen
Nachteile: Starker Thymol-Geruch
Im Ausgangsbeitrag genannter Hersteller: LALEHAM HEALTH AND BEAUTY LIMITED, Großbritannien
Erhältlichkeit: Zulassung und Abgabestatus im Anwendungsland prüfen
Thymovar (Streifen mit 15 g Thymol)
Darreichungsform: Streifen mit jeweils 15 g Thymol
Wirkprinzip: Verdunsten von Thymol bekämpft Varroamilben wirkungsvoll
Dosis: Streifenzahl je nach Beutensystem; zwei aufeinanderfolgende Behandlungsabschnitte nach Gebrauchsinformation
Vorteile: Anderer Wirkstoff als Pyrethroide; auch bei Pyrethroidresistenz als Option zu prüfen
Nachteile: Intensiver Thymol-Geruch
Hersteller: Andermatt BioVet GmbH, Deutschland
Erhältlichkeit: Zulassung und Abgabestatus im Anwendungsland prüfen
Regelmäßige Kontrollen Ihres Bienenbestandes und zeitgemäße Anpassung bei nachlassender Wirksamkeit helfen Ihnen dabei, langfristig gesunde und robuste Bienenvölker zu erhalten.
Fachquelle zur Resistenzdiagnostik: Almecija et al. (2022), Untersuchung von Tau-Fluvalinat-Resistenz und L925V.


























































































































































