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Obrázek Sommerliche Varroose-Bekämpfung

Das Thema Varroose-Kontrolle ist unter Imkerinnen und Imkern seit fast 45 Jahren hochaktuell und viel diskutiert – seit der Zeit, als die Milbe Varroa destructor in unseren Bienenvölkern aufgetreten ist. Obwohl in Forschung und in die Bekämpfung dieses Schädlings enorm viel Energie und Mittel investiert wurden, ist es bislang nicht gelungen, die Varroose vollständig auszurotten. Das Ziel bleibt daher vor allem, den Milbenbefall dauerhaft auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten und die Schäden an den Bienenvölkern zu minimieren.

Das Thema Varroose-Kontrolle ist unter Imkerinnen und Imkern seit fast 45 Jahren hochaktuell und viel diskutiert – seit der Zeit, als die Milbe Varroa destructor in unseren Bienenvölkern aufgetreten ist. Obwohl in Forschung und in die Bekämpfung dieses Schädlings enorm viel Energie und Mittel investiert wurden, ist es bislang nicht gelungen, die Varroose vollständig auszurotten. Das Ziel bleibt daher vor allem, den Milbenbefall dauerhaft auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten und die Schäden an den Bienenvölkern zu minimieren.

Die Vergangenheit zeigt, dass Bemühungen um eine flächendeckende „Radikallösung“ durch die Vernichtung ganzer Völker nicht der beste Weg sind. Erfahrungen mit der massenhaften Zerstörung von Bienenständen mittels Schwefelstreifen in den 1980er-Jahren, als in betroffenen Regionen alle Bienenvölker schonungslos vernichtet wurden, haben bei vielen Imkerinnen und Imkern bittere Erinnerungen hinterlassen. Seitdem hat sich die Varroabekämpfung deutlich weiterentwickelt – eine Wunderlösung, die das Problem endgültig beseitigt, gibt es jedoch bis heute nicht.

Moderner Ansatz zur sommerlichen Behandlung der Bienenvölker

Als wirksamste Methode zur sommerlichen Varroose-Bekämpfung gilt derzeit die Anwendung von Ameisensäure. Sie ist das einzige zugelassene Varroazid, das durch die Wachszelldeckel der Brut dringen kann und somit auch Milben erreicht, die sich in den Brutzellen auf den sich entwickelnden Bienen verbergen. Dadurch ist ihre Wirksamkeit bei Sommerbehandlungen hoch.

In letzter Zeit rückt auch der Einsatz von Oxalsäure im Sommer stärker in den Fokus. Ihre Wirkung bleibt jedoch begrenzt, da sie nur Milben abtötet, die auf erwachsenen Bienen sitzen. Im Sommer, wenn die Brutaktivität am höchsten ist, befindet sich ein großer Teil der Milbenpopulation verdeckelt in der Brut, und die Oxalsäure hat darauf keinen Einfluss. Zusätzlich sind die Bienen in den Sommermonaten im Volk auf mehr Waben verteilt; der Transfer des Wirkstoffs zwischen den Bienen erfolgt daher deutlich weniger als im Winter, wenn die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen.

Oxalsäure auf Glycerin-Trägern

Einige Imkerinnen und Imker versuchen, die Effektivität der Oxalsäure durch eine Langzeitabgabe einer Mischung mit Glycerin auf Papierträgern zu erhöhen. Langjährige Erfahrungen und auch Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Wirksamkeit dieser Methode sehr gering ist – etwa um 30 %. Glycerin sorgt in diesem Fall lediglich für eine bessere Haftung der Lösung und verlangsamt ihre Verdunstung; einen eigenen Behandlungseffekt hat es nicht.

Wenn Sie Ihre Bienenvölker in der Phase der sommerlichen Entwicklung zuverlässig schützen möchten, empfiehlt es sich, bewährten Verfahren zu folgen und wirksame Anwendungen zu wählen, die den gesamten Milbenzyklus erfassen – vor allem also Ameisensäure. Gleichzeitig muss man sich bewusst sein: Kein Mittel ist allmächtig. Erst die Kombination geeigneter Methoden und ein regelmäßiges Monitoring des Befalls ermöglichen einen langfristigen Erfolg in der Varroose-Bekämpfung.

Literatur und Empfehlungen zum Thema finden Sie in Publikationen von A. Přidal (Moderní včelař 2018), J. Danihilík (Bee Clim 2022) oder L. J. Bartlett (2023).

Faktoren, die die Bienengesundheit beeinflussen, und wirksame Strategien zur Varroose-Bekämpfung

Die Lebensqualität der Bienenvölker hängt stark vom Zustand der Landschaft ab. Auf die Gesundheit der Bienen wirken sich eine abnehmende Biodiversität, ein geringerer Nährwert des Trachtangebots, Klimaextreme und in manchen Gebieten auch eine überhöhte Völkerdichte negativ aus. Den größten Einfluss auf den imkerlichen Erfolg hat jedoch immer die Imkerin bzw. der Imker selbst – Eingriffe können den Bienen helfen, aber ihnen auch schaden.

Aus meiner Sicht ist es am wichtigsten, der Varroose-Bekämpfung insbesondere im Herbst und in der Zeit um die Wintersonnenwende Aufmerksamkeit zu widmen. Für eine erfolgreiche Überwinterung sollte die Winterbienen-Generation möglichst widerstandsfähig und in bestmöglicher Kondition sein.

Bewährtes Vorgehen zum Schutz der Bienenvölker vor Varroose

Im Folgenden beschreibe ich kurz ein Vorgehen, das sich bei mir über Jahre in der Praxis bewährt hat. Jede Imkerin und jeder Imker sammelt eigene Erfahrungen und passt diese an lokale Bedingungen an – dennoch können einige allgemeine Empfehlungen für die meisten Betriebe hilfreich sein.

  • Starke Bienenvölker
    Eine langfristige Grundlage für erfolgreiche Bienenhaltung ist es, starke und vitale Völker zu erhalten. Sie kommen mit der Milbe Varroa destructor durch ihr eigenes Hygieneverhalten und ihre höhere Widerstandskraft leichter zurecht. Sinnvoll ist es, den natürlichen Milbenfall laufend zu beobachten und je nach Ergebnis gezielt am einzelnen Volk einzugreifen, statt pauschal flächendeckend zu behandeln. Eine pauschale Auswertung des Wintergemülls kann irreführend sein; aussagekräftiger ist die Entwicklung direkt am jeweiligen Volk.

  • Rationaler Einsatz von Arzneimitteln
    Nach der letzten Honigernte empfehle ich die Anwendung von Ameisensäure – dem einzigen Varroazid, das Milben auch unter verdeckelter Brut zuverlässig erfasst. Verwendet werden können z. B. Formidol oder neuere Verdunster in Plattenform, die eine genauere Steuerung der Verdunstung in Abhängigkeit von der Temperatur ermöglichen. Ich persönlich gebe die Ameisensäure in den Bodenraum (unteren Beutenbereich), was nicht nur die Handhabung erleichtert, sondern auch mögliche negative Auswirkungen auf Bienen und Königin im Volk reduziert.

  • Wiederholte Anwendung
    Wenn nach der ersten Ameisensäure-Anwendung ein höherer Milbenfall festgestellt wird, empfehle ich, die Behandlung etwa Ende August zu wiederholen. Ich weise jedoch darauf hin, dass beim Arbeiten mit Säuren höchste Vorsicht erforderlich ist – es handelt sich um eine starke organische Säure. Den meisten Imkerinnen und Imkern empfehle ich die Verwendung fertiger Präparate wie Formidol.

  • Herbst- und Winterbehandlung
    Im Oktober und November führe ich eine Fumigation mit Varidol (Wirkstoff Amitraz) durch. Amitraz zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit, geringe Lipophilie und schnellen Abbau aus – daher hinterlässt es keine Rückstände im Wachs, und bislang sind keine Fälle von Milbenresistenz nachgewiesen. Die empfohlene Dosierung ist jedoch strikt einzuhalten.

  • Oxalsäure-Träufelbehandlung vor Weihnachten
    Zur Wintersonnenwende, in der brutfreien Zeit, empfehle ich eine Träufelbehandlung mit einer 4%igen Oxalsäure-Zuckerlösung, um die verbleibenden Milben auf den Bienen zu reduzieren.

  • Pyrethroide vermeiden
    Synthetische Pyrethroide (z. B. Fluvalinat in Präparaten wie Gabon oder M-1AER) sind wegen ihrer Anreicherung im Wachs, ihres negativen Einflusses auf die Immunität der Bienen sowie der Resistenzbildung bei Milben problematisch. Durch ihre lange Halbwertszeit kommt es zur Kumulation in den Beuten und auch in neu eingelöteten Mittelwänden.

Kombination aus geeignetem Vorgehen und Prävention

Auch wenn man häufig hört, Bienen könnten heute vollständig „ohne Chemie“ gehalten werden, ist das unter den aktuellen Bedingungen unrealistisch. Das Ziel ist, Arzneimittel zu minimieren und gezielt sowie verantwortungsvoll einzusetzen – nicht sie gedankenlos zu übernutzen. Die direkten Schäden durch die Milbe spielen inzwischen eine eher untergeordnete Rolle; deutlich gravierender ist die Übertragung von Bienenviren, die ganze Völker schwächen können.

Unter Berücksichtigung der Umweltsituation, der Bedürfnisse der Bienen und der gesundheitlichen Lage am Stand sollte jede Imkerin und jeder Imker individuell Maßnahmen wählen, die am besten zu den eigenen Bedingungen passen und langfristig Gesundheit und Stärke der Bienenvölker sichern.

Aus der Imkerzeitschrift, Ing. Miloš Kašpar – ZO ČSV Pardubice

Literatur:
L. J. Bartlett, et al., No evidence to support the use of glycerol–oxalic acid mixtures delivered via paper towel for controlling Varroa destructor, Journal of Insect Science, 2023 Nov:23(6):18.

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