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Späte Trachtpflanzen für ein reiches Nektarangebot

Als Imker möchte man selbstverständlich die Bienenvölker bei ihrer Sammelaktivität optimal unterstützen und die Zusammensetzung sowie Menge an verfügbarem Nektar und Pollen verbessern. Insbesondere im Spätsommer und Herbst kann es in unmittelbarer Nähe zum Bienenstand an ergiebigen Trachtpflanzen mangeln. Daher empfehlen wir, die Anpflanzung verschiedener spätblühender, bienenfreundlicher Gewächse in Betracht zu ziehen.

Eine der besten Gartenpflanzen für die späte Trachtzeit ist die Bartblume (Caryopteris clandonensis), manchmal auch Blaubart genannt. Dieser attraktive, 100-130 cm hohe Halbstrauch stammt ursprünglich aus der Familie der Lippenblütler und besticht durch blaue, bienenanziehende Blütenstände. Er bevorzugt sonnige, trockene Standorte und gedeiht optimal auf nährstoffarmen, sandig-lehmigen Böden. Seine Blätter verströmen einen angenehmen Zitrusduft, der sogar unwillkommene Insekten fernhält – ein weiterer Vorteil für Bienenliebhaber.

Die Bartblume blüht lang anhaltend von Juli bis November und wird deshalb von Imkern als hervorragende Bienenweide sehr geschätzt. Wichtig für einen starken Blütenansatz ist der Rückschnitt im Frühjahr, da die Pflanze stets an einjährigen Trieben blüht. Obwohl der Halbstrauch im Winter oftmals abgestorben wirkt, regeneriert er spätestens im Frühjahr rasch. Die Pflanze eignet sich sowohl für Einzelstellung als auch Gruppenpflanzungen, wo sie mit ihren zahlreichen blauen Blütenständen beeindruckt.

Die Vermehrung ist einfach durch Aussaat oder Stecklinge möglich. Halbreife, verholzte Triebe bewurzeln leicht und ermöglichen eine unkomplizierte Vervielfältigung der Pflanze. Bereits im zweiten Jahr nach der Pflanzung treten Blüten auf, oftmals sogar schon im ersten Standjahr.

Fetthenne (Sedum)

Die Pflanzengattung Sedum umfasst über 400 Arten, darunter einige sehr bienenfreundliche Vertreter. In Tschechien kommen sechs heimische Arten vor. Diese genügsamen und trockenheitsliebenden Pflanzen speichern Feuchtigkeit exzellent in ihren fleischigen Blättern. Aus der großen Sedum-Gruppe sind inzwischen getrennte Gattungen wie Dudleya und Rhodiola ausgegliedert worden. Unter Imkern äußerst beliebt ist die Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium).

Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium)

Diese bekannte Bienenpflanze, oft auch als "Blühendes Polster" bezeichnet, wächst bevorzugt auf tiefgründigen, steinigen Böden an vollsonnigen Standorten, ist genügsam und widersteht Trockenperioden sehr gut. Von Juli bis September bietet die attraktive Fetthenne wertvollen Nektar und lockt zahlreiche Bienenarten an. Im Garten ist sie ein zuverlässiger Blickfang, der von Imkern besonders geschätzt wird.

Die Vermehrung erfolgt überwiegend vegetativ durch Teilung oder Stecklinge, wobei selbst frische Blätter im feuchten Substrat schnell wurzeln. Sobald Fetthennen ausreichend eingewachsen sind, bilden sie dichte Matten, die effektiv gegen Unkraut wirken.

Herbstastern (Aster)

Die beliebten Herbstastern, auch bekannt als "Königinnen des Herbstes", zählen zu den bekanntesten und meist geschätzten Spätsommer- und Herbstblühern im Garten. Besonders blaue Farbtöne ziehen Bienen stark an; rote Varianten sind etwas später attraktiv. Astren variieren stark in Größe und Erscheinung – von niedrigen Polsterarten wie Aster dumosus bis zu hochwachsenden Arten, etwa der Raublatt-Aster (Aster novae-angliae), die durchaus 120–160 cm Höhe erreichen kann.

Mit ihren reichhaltigen und ausdauernden Blütenständen locken Herbstastern sowohl Bienen als auch Schmetterlinge an, weshalb sie auch „Herbst-Schmetterlingsmagnete“ genannt werden. Arten wie Tagpfauenauge oder Admiral lieben die spätsommerliche Nahrungsquelle und erfreuen mit ihrem Anblick jeden Naturfreund.

Herbstastern lassen sich problemlos aus Samen anziehen, benötigen jedoch gute Nährstoffversorgung und ausreichend Feuchtigkeit. Vor allem in der Blütephase profitieren die Pflanzen von regelmäßiger Bewässerung. Eine Düngung sowie ein leichter Winterschutz helfen den Astren, gut durch frostige Wintermonate zu kommen.

Wild wachsende Pflanzen

Japanischer Staudenknöterich (Reynoutria japonica)

Der Japanische Staudenknöterich ist eine mehrjährig wuchernde, invasive Pflanze, die bis zu zwei Meter hoch wird. Ursprünglich aus Ostasien stammend, bereitet sie in Mitteleuropa beträchtliche Probleme. Obwohl sie die heimische Pflanzenwelt stark verdrängt und Schäden an Infrastruktur wie Bahndämmen verursacht, schätzen Imker ihre üppige, bienenfreundliche Spätsommerblüte als Nektarquelle.

Darüber hinaus hat der Japanische Staudenknöterich auch Vorteile: Er eignet sich zur Befestigung von Sanddünen, findet Verwendung in traditioneller chinesischer Medizin und wird sogar kulinarisch in Ostasien genutzt. Aktuell wird sie zudem als nachhaltige Rohstoffquelle für Papier- und Biokraftstoff-Erzeugung betrachtet.

Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix)

Gewöhnlicher Efeu, heimisch in Europa, wird in Amerika aufgrund seines starken Wuchses ebenfalls als invasiv eingestuft. Er bietet Bienen als Herbstblüher eine wertvolle, späte Nektarquelle. Allerdings kann zu starkes Wachstum Bäume schwächen, indem es die Photosynthese reduziert und Nährstoffe absorbiert.

Dennoch profitieren viele Tiere und insbesondere Bienen von seinen reichlichen Herbst-Blüten. Auch bestimmte Wildbienenarten wie Colletes hederae sind vom Efeu abhängig. Seine Beeren dienen Vögeln als Nahrung, während seine Blätter Nahrung für verschiedene Schmetterlingslarven bieten.

Aus Imkermagazin, Autor Jindřich Meduna, Imker aus Choceň