Weltweite Imkermessen sind der Ort, an dem sich neue Trends mit der langjährigen Erfahrung des Imkerhandwerks verbinden. Die Apimondia 2025 war dabei keine Ausnahme – sie hat gezeigt, dass es für europäische Imkerinnen und Imker heute eine große Herausforderung ist, dem Druck billiger Konkurrenz standzuhalten und gleichzeitig konsequent auf Qualität zu setzen. Im folgenden Artikel finden Sie einen Überblick über interessante Produkte und Technologien.
Weltweite Imkermessen sind der Ort, an dem sich neue Trends mit der langjährigen Erfahrung des Imkerhandwerks verbinden. Die Apimondia 2025 war dabei keine Ausnahme - sie hat gezeigt, dass es für europäische Imkerinnen und Imker heute eine große Herausforderung ist, dem Druck billiger Konkurrenz standzuhalten und gleichzeitig konsequent auf Qualität zu setzen. Im folgenden Artikel finden Sie einen Überblick über interessante Produkte und Technologien.
Polnische Aussteller: von Textilien bis zur Edelstahltechnik
Traditionell waren auf der Messe polnische Firmen stark vertreten. So kann Sie zum Beispiel die Imkereifirma Adámek mit hochwertigen Imkerblusen, Hüten und Schutzkleidung ansprechen. Positiv ist auch der Generationenwechsel zu bewerten, der für Stabilität im Unternehmen steht. Ein weiterer markanter Aussteller war Apikoz, der ein breites Portfolio an Edelstahl-Ausrüstung präsentierte - Wachsschmelzer, Pollentrockner, Dekristallisationsgeräte sowie komplette Linien zum Schleudern und Verarbeiten von Honig.
Gedanken zu Qualität und Verarbeitung: Wenn der Preis gewinnt, leidet das Handwerk
Edelstahlgeräte unter der Lupe
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Schweißnähte und Verbindungen: An vielen Produkten waren ungleichmäßige Schweißnähte und schlecht ausgeführte Verbindungen sichtbar. Statt industrieller Präzision wirkte manches eher wie eine improvisierte Lösung ohne Fokus auf Detail und Langlebigkeit.
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Böden von Honigschleudern: Eine unsachgemäße Ausführung des Bodens bedeutet schlechteren Honigablauf und erschwerte hygienische Reinigung. Bei einigen Produkten wurden scharfe Übergänge oder sogar Öffnungen festgestellt, dort, wo eigentlich eine glatte, abgerundete Fläche sein sollte.
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Kassetten (Körbe) der Honigschleuder: Scharfe Kanten an der Kassette sind ein Risiko bei der Arbeit und auch für die Rähmchen selbst. Punkt- bzw. Heftschweißungen wirkten instabil, was zu frühem Verschleiß und Defekten führen kann.
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Oberflächenbearbeitung: Nach dem Laserschneiden und Biegen wurden scharfe Kanten häufig nicht entgratet – das ist für den Anwender gefährlich.
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Schrauben und Muttern im Inneren der Schleuder: Ein großes Manko war auch das Vorhandensein gewöhnlicher Schrauben in den inneren Bereichen. Der Verzicht auf korrosionsbeständige Schrauben entspricht nicht dem Anspruch professioneller Imkereiausrüstung.
Das Ergebnis ist zwar ein niedrigerer Preis, doch solche Honigschleudern gehören hinsichtlich Sicherheit und Lebensdauer in eine andere Kategorie.
Design-Kopien: die Falle schlechter Nachbauten
Manche Hersteller versuchen, erfolgreiche Marken zu kopieren. Das größte Problem ist jedoch die mangelhafte Übernahme funktionaler Details. Ein typisches Beispiel war ein kontinuierlicher Separator, dessen innere, schräge Wände konstruktiv nicht korrekt gelöst waren – das System benötigt dadurch unnötig hohe Erwärmung und riskiert eine Qualitätsminderung des Honigs. Kritisch zu sehen ist auch die Abwesenheit tschechischer Hersteller unter den Ausstellern, die die Messe zur Weiterentwicklung der eigenen Produktion hätten nutzen können. Die Dominanz von Kopieren statt technischer Verbesserung führt schrittweise zu einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt.
China und die Türkei im Aufwind
Ein wichtiges Thema war die deutliche Expansion asiatischer und türkischer Produktion auf den europäischen Markt. Chinesische Firmen sind bekannt für ihre Fähigkeit, die Welt mit günstigen – und teils auch nicht originellen – Produkten zu überfluten: von Imkereibedarf bis hin zu „Fake Honey“ bzw. Bienenprodukten in Pulverform. Das Angebot ergänzen Kunststoffzubehör sowie günstige Arzneimittel, die zwar Anregungen liefern können, jedoch häufig die europäischen Anforderungen an Qualität und Sicherheit nicht erfüllen. Türkische Unternehmen setzen auf ein ähnliches Modell; ihre Produkte – insbesondere Arzneimittel auf Basis von Oxalsäure und Ameisensäure sowie Kunststoffteile für Beuten – sind zwar günstiger, zeigen aber vergleichbare Schwächen wie die Konkurrenz aus China.
Wettbewerb auf der Messe: weitere Akteure und Trends
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Pakistan: Profilierte sich zunehmend als weltweite Größe in der Produktion von Imkerbekleidung und Handschuhen, die durch Atmungsaktivität und Tragekomfort auch bei Sommerhitze überzeugen.
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Spanien: Überraschte mit erstklassigem Marketing rund um Honig und Pollen. Kleine Packungsgrößen, durchdachtes Design und professionelles Werbematerial sind ein Vorbild dafür, wie man Endkundinnen und Endkunden anspricht.
Der Kampf um die gute Beute: finnische Innovationen in der Praxis
Finnische Firmen zeigten zwei Ansätze für moderne Beuten aus Kunststoff und Styropor:
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Beuten ohne Falz: Diese Modelle verzichten vollständig auf Falze und setzen darauf, dass die Bienen bei der Arbeit einfach „zur Seite weichen“. Ein solches System muss nicht unbedingt schonender sein, und praktisch ist es zweitrangig, ob eine Beute mit Falz oder ohne Falz gearbeitet wird - entscheidend sind Verhalten und Besatzstärke des Volkes. Hat die Imkerei eine Genetik, die „ausbreitungsfreudig“ ist, besetzen die Bienen die gesamte Oberseite der Zarge. Beim Aufsetzen einer weiteren Zarge werden sie dann ohnehin gequetscht – egal ob mit Falz oder ohne. Der Deckel ist vollkommen flach. Das verhindert jegliche Flexibilität – etwa ein leichtes Anheben, um etwas zusätzlich einzulegen. Sobald der Deckel angehoben wird, sitzt er nicht mehr korrekt. Auch wenn der Hersteller das als Vorteil darstellen mag, kann sich der Autor des Videos ein solches System im praktischen Betrieb (besonders beim Transport oder bei Arbeiten durch Praktikanten) kaum vorstellen.Pluspunkt: innovativer Boden: Den Boden hingegen haben die Finnen sehr gut gelöst.
Pollenfalle: Sie ist mit einem Gitter ausgestattet, das im „Luftzug“ liegt, wodurch der Pollen kontinuierlich nachtrocknen kann.
Variabilität: Der Boden ist drehbar. Er kann so eingestellt werden, dass das Gitter geschlossen ist.
Tachov-Boden: Nach dem Drehen arbeitet der Boden nach dem „Tachov“-Prinzip. Eine Kunststoffplatte kommt dicht unter die Unterträger der Rähmchen. Diese Platte hat nur zwei kleine Schlitze an den Seiten. Auf diese Weise wird die Beute im Frühjahr von unten wärmer gehalten, was selbst unter den rauen Bedingungen Finnlands entscheidend ist. -
Beuten mit feinem Falz (Paradis Honey): Dieses Modell nutzt ein ausgefeilteres System mit feiner Nut und hochwertigem Kunststoff. Vorteilhaft sind auch die gut durchdachten Fütterer mit herausnehmbaren Teilen, was Handhabung und Reinigung erleichtert.
Arzneimittel und Supplemente: Angebot und Erfahrungen
Die Firma Beevital überzeugte Besucher durch die Beständigkeit ihrer Produkte, insbesondere mit Varromed auf Basis von Oxalsäure und Ameisensäure. Aus funktionaler Sicht ist auch Mycostop ein großer Gewinn, bewährt im Kampf gegen Kalkbrut – dass es jedoch in der tschechischen Gesetzgebung nicht verfügbar ist, unterstreicht den Bedarf an stärkerer europäischer Zusammenarbeit, vor allem bei Zulassung und Austausch wirksamer Mittel.
Vergleich in der Königinnenzucht: Fallstricke bei Begattungskästchen und effizientere Alternativen
Begattungsvölkchen: die teuerste Lösung
Die Aufzucht von Königinnen in klassischen Begattungseinheiten ist finanziell und arbeitsseitig sehr aufwendig. Die Imkerin bzw. der Imker muss eine beträchtliche Menge Waben und Bienen aus den Wirtschaftsvölkern entnehmen; die Begattung ist bei weitem nicht hundertprozentig. Nicht erfolgreiche Einheiten bedeuten dann Ressourcen- und Zeitverlust bei der Neuorganisation der Völker.
Alternativen:
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Begattungskästchen (Mini-Begattungseinheiten): Kleine Einheiten für die Erwerbsimkerei. Sie erfordern jedoch eine ständige Erneuerung der Bienenmasse und eignen sich nicht ideal, um größere Königinnenreserven zu halten.
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Mini-Plus: Eine effiziente „goldene Mitte“ für die meisten Imker; Königinnen lassen sich darin einfach überwintern, im Frühjahr teilen und je nach Bedarf nutzen.
Mini-Plus sichern eine Königinnenreserve, ohne dass komplizierte Eingriffe nötig sind, und ermöglichen es, schnell auf Bedarf zu reagieren (z. B. Ableger nach der Tracht oder stille Umweiselung in Völkern).
Philosophie und Strategie für eine nachhaltige Imkerei
Die Apimondia 2025 hat ebenfalls gezeigt, dass der Druck auf den niedrigsten Preis zwangsläufig zu Abstrichen bei Qualität, Sicherheit und Arbeitseffizienz führt. Deshalb ist es wichtig, tschechische und europäische Produktion zu unterstützen – nicht nur beim Kauf von Ausrüstung, sondern auch durch die Förderung heimischen Honigs und regionale Zusammenarbeit.
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Tschechischer Honig sollte vorrangig an tschechische Kundinnen und Kunden gehen, um einer Überschwemmung mit unechtem („Fake“) Importhonig vorzubeugen.
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Mitteleuropäische Zusammenarbeit – ein starker europäischer Markt und Erfahrungsaustausch helfen, globaler Konkurrenz standzuhalten.
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Grüne Chemie und Zootechnik – statt belastender Chemie den Schwerpunkt auf technische, natürliche und züchterische Maßnahmen legen (z. B. Käfigen der Königin).
Der Satz „Honig kann man importieren, Bestäubung nicht“ gilt heute mehr denn je. Der Fokus auf nachhaltige Bienenhaltung und verantwortungsbewusstes Kaufverhalten ist die Grundlage für gesunde Völker und die Prosperität der europäischen Imkerei.
Die Zukunft der Apimondia und des europäischen Marktes
Die nächste Apimondia findet 2027 in Dubai statt. Für die Ausrichtung der folgenden Ausgabe 2029 bewirbt sich Deutschland mit der Leipzig Messe als starkem Kandidaten. Der Fokus auf europäische Qualität, Zusammenarbeit und Innovation wird der Schlüssel für die weitere Entwicklung sein – genau das hat die Apimondia 2025 als höchste Priorität für die Imkergemeinschaft aufgezeigt.
Der Artikel ist inspiriert von Gedanken aus einem Video auf dem Kanal Imkerei Sedláček


























































































































































