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Imkerkalender für September 24

Gemäß der alten Bauernregel gilt: Im September verschließe den Bienenstock. Mit dem Monat September verbinden sich zahlreiche wichtige Daten und traditionelle Wetterregeln. Am 23. September tritt die herbstliche Tagundnachtgleiche ein und der astronomische Herbst beginnt. Ende des Monats, am 28. September, feiern wir den Tag des heiligen Wenzel; traditionell startet dann eine schöne Zeitspanne milden Wetters, bekannt als Altweibersommer, welche erst im Oktober endet, wenn die wilden Gänse gen Süden ziehen. Wie die alte Weisheit formuliert: „Am St.-Wenzels-Tag der Spätsommer erwacht, fliegen Gänse fort, ist's bald vorbei mit aller Pracht.“

Tipp: Notieren Sie sich an diesem Tag die Außentemperatur und Wetterlage in Ihr Imkertagebuch oder nutzen Sie hierfür mobile Apps. Es ist faszinierend, diese Aufzeichnungen später zu überprüfen und zu sehen, ob sich die traditionellen Weisheiten jedes Jahr bewahrheiten.

Phänologische Phase des Imkerjahres

Im September werden die Tage kürzer, die Temperaturen sinken, und das Tempo des Naturlebens – auch in den Bienenvölkern – verlangsamt sich. Diese Zeit markiert den Beginn der zweiten Phase im Imkerjahr – Herbst und Winter. Charakteristisch hierfür ist unter anderem die Blüte der Herbstzeitlosen, während die Bienen bereits ruhiger werden und sich allmählich zu einer Wintertraube zusammenfinden. Für mich persönlich kündigt der Beginn des Herbstes die Blüte verschiedener Pflanzen an, beispielsweise der Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium), der Bartblume (Caryopteris × clandonensis) und des Efeus (Hedera helix).

Tipp: Zeichen Sie auf, wann die Herbstzeitlosen bei Ihnen blühen. Falls in Ihrer Region keine Herbstzeitlosen wachsen, notieren Sie, wann stattdessen Efeu oder andere Pflanzen blühen, die für Sie den Beginn des Herbstes kennzeichnen. Solche Beobachtungen stärken Ihre Verbindung zu natürlichen Kreisläufen und dem Imkerjahr.

Invasive Pflanzenarten

Im Herbst reduziert sich das natürliche Angebot an Nektar- und Pollentrachten merklich. Dennoch bieten einige invasive Pflanzenarten selbst im Herbst noch ergiebige Nektarquellen. Diese Arten stammen ursprünglich nicht von hier, breiten sich aber stark aus, oft auf Kosten heimischer Arten. Typische Vertreter sind die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis, bis 1000 kg Nektar pro Hektar), das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera, bis 450 kg Nektar pro Hektar) und die Topinambur (Helianthus tuberosus). Für Bienen sind diese Pflanzen Nahrungsquellen, ökologisch sind sie jedoch problematisch. Ihre gezielte Ausbringung und Verbreitung ist gesetzlich verboten (siehe Gesetz Nr. 326/2004 Slg. über Pflanzenschutzmaßnahmen in Tschechien).

Tipp: Kanadische Goldrute und Topinambur stammen ursprünglich aus Amerika, aber wissen Sie auch, woher das Drüsige Springkraut stammt? Dessen Blüten erinnern in Schönheit fast an Orchideen.

Nektarreiche Blühstreifen

Ein erfreulicher Trend sind zunehmende Blühstreifen (E2-NBP) auf landwirtschaftlichen Flächen. Im Raum Poděbrady wurden über 100 ha dieser nektarspendenden Streifen angesät, was einen deutlichen Anstieg darstellt. Diese mehrjährigen Blühstreifen enthalten z.B. Wicken, Esparsetten, Kleearten, Buchweizen, Senf, Phacelia und Kümmel.

Tipp: Unternehmen Sie einen Spaziergang entlang dieser Blühstreifen und entdecken Sie deren Artenvielfalt. Sie ziehen zahlreiche Insekten an: Bienen, Hummeln und vielleicht sogar die seltene Blauschwarze Holzbiene.

Tipps für Imker-Gärtner und Imker-Landwirte

Gute Imker sind oft auch talentierte Gärtner. Pflanzen Sie rechtzeitig Stauden, Sträucher und frühe Trachtpflanzen, deren Pollen und Nektar im Frühjahr essenziell für die Bienen sind. Sorgen Sie für naturnahe Bereiche im Garten, in denen Wildbienen Unterschlupf finden.

Arbeiten auf dem Bienenstand

Bereiten Sie Ihren Bienenstand für die Winterruhe vor. Entfernen Sie Gefahrenquellen, sichern Sie die Stöcke gegen Mäuse und Diebstahl und sorgen Sie für Ordnung und Übersicht bei Imkergeräten.

Im Inneren des Stocks – Wintertraube

Bei kaltem Wetter bilden die Bienen eine dichte Traube. Stellen Sie sicher, dass die Futtervorräte gut erreichbar und ausreichend vorhanden sind (ca. 20 kg Vorrat pro Volk).

Winterbienen und Fütterung der Völker

Im September sollten alle Bienenvölker bereits genügend Vorräte eingelagert haben, damit die langlebigen Winterbienen nicht unnötig geschwächt werden.

Aktivität am Flugloch

Kontrollieren Sie regelmäßig den Bienenflug um mögliche Räuberei frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

Umgang mit Varroa destructor

Achten Sie im Herbst besonders auf einen niedrigen Varroabefall, um gesunde Winterbienen sicherzustellen.

September – optimal für späte Königinnenwechsel

Ein späte Königinnenwechsel verbessert oft die Stärke und Vitalität des Volkes.

Nicht vergessen:

  • Stichtag 15.9.: Meldung Bienenvolkzahl

  • Antrag auf staatliche Unterstützung (Dotace 1.D)

  • Aktualisierung von Pachtverträgen für Grundstücke

Aus Zeitschrift Včelařství, Mgr. Kateřina Šulková,
Včelí farma Poděbrady