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Illustration einer Formidol-81-g-Packung neben einer gelben Beute mit Biene und Ameisen im Vordergrund

Formidol 81 g ist ein veterinärmedizinisches Produkt, das speziell für die umweltschonende Behandlung der parasitischen Milbe Varroa destructor bei Honigbienen entwickelt wurde. Es handelt sich um eine organische Säurezubereitung, vor allem auf Basis von Ameisensäure. Formidol wirkt nicht nur auf Milben, die sich auf adulten Bienen befinden, sondern dringt teilweise auch zu den Milben im verdeckelten Brutbereich vor. Die Anwendung richtet sich nach Befall, Volksstärke und aktueller Packungsbeilage; behandelt wird außerhalb der Tracht und ohne Honig zur menschlichen Nutzung im Volk.

Anleitung zur Anwendung

  • Legen Sie eine Varroa-Kontrollschale unter das Volk, um den Milbenfall zu verfolgen.

  • Entfernen Sie einen Randrahmen aus dem oberen Brutraum und schieben Sie die übrigen Waben zusammen.

  • Nehmen Sie einen Formidol-Streifen aus dem Schutzbeutel und hängen Sie ihn neben den äußeren Vorratsrahmen (niemals direkt ins Brutnest!).

  • Für ein mittelstarkes Volk mit bis zu 60 Litern Beutenraum einen Streifen verwenden, bei größerem Beutenraum zwei.

  • Den Streifen nach zwölf Tagen entfernen. Eine weitere Behandlung richtet sich nach Befallskontrolle und aktueller Gebrauchsinformation.

Erfahrungsberichte von Imkerinnen und Imkern mit Formidol 81 g

Im Folgenden finden Sie Eindrücke und Erfahrungswerte aus Fachforen und imkerlichen Diskussionen.

Wirkung abhängig von Zeitpunkt und Wetter

Viele Imker sind sich einig: Der Behandlungserfolg mit Formidol hängt entscheidend von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Die Präparate wirken am besten bei mildem, stabilem Wetter. Bei zu niedrigen Temperaturen verdunstet die Ameisensäure unzureichend, hohe Temperaturen können einen zu heftigen Verdunstungsschub verursachen, was Brut und Jungbienen schädigen kann.

Frühjahrskuren – geteilte Meinungen

Einigen Aussagen zufolge sollte Ameisensäure im zeitigen Frühjahr, insbesondere vor der ersten Tracht, mit Vorsicht eingesetzt werden. Es gibt Hinweise, dass Ameisensäuredämpfe die sensiblen Sinneszellen der Bienen beeinträchtigen und deren Orientierung stören könnten.

Häufige Fehler bei der Anwendung und wie man sie vermeidet

  • Anwendung in einem zu kleinen Raum oder bei schwachen Ablegern, was zum Verlust von Völkern führen kann.

  • Eine falsche, nicht zum Beutenraum passende Streifenzahl kann die Behandlung beeinträchtigen.

„Wir fanden nach dem Öffnen der Brut bis zu 7 Varroamilben in einer Zelle. Eine fehlerhafte Behandlung ist schlimmer als keine“, berichtet ein erfahrener Imker nach einer misslungenen Kur.

Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden

Viele Imker bevorzugen alternative Ameisensäureverdunster (z.B. Nassenheider), die eine exaktere Dosierung und eine bessere Steuerung des Verdunstungsverlaufs erlauben.

Verschiedene Positionen und Erfahrungen aus der Praxis

Andere Imker berichten vor allem bei Sommeranwendungen von guten Resultaten im Rahmen der Varroabekämpfung.

Manche Imker setzen lieber auf biotechnische Maßnahmen wie Ablegerbildung, Königinnenkäfigen oder biologische Gegenspieler der Varroa.

Praktische Hinweise und Anwenderempfehlungen

Illustration einer Biene mit Milbe und einer Ameise vor zwei Formidol-Packungen

Gründliche Kontrolle vor jeder Behandlung

Nach Einschätzung vieler Imker reicht nicht nur die Auswertung der Kontrollschale – empfohlen wird auch die Diagnostik an lebenden Bienen. Spezielle Varroa-Testsysteme wie das Varroa EasyCheck ermöglichen eine genaue Einschätzung des Befallsgrads und werden häufig empfohlen.

Praktische Tipps zur Probenahme

Als beste Probenquelle für Tests empfehlen Fachleute die Entnahme von Bienen aus der Brutwabe, weil sich hier die meisten Milben aufhalten. Um die Königin nicht versehentlich zu entnehmen, lohnt es sich, die entnommene Brutwabe einen Tag vorher hinter das Absperrgitter zu hängen – dann bleibt die Königin auf anderen Waben.

Verhalten der Bienen nach Anwendung von Formidol

Direkt nach der Anwendung ist eine verstärkte Aktivität am Flugloch sowie ein erhöhter Geräuschpegel im Stock zu beobachten. Geschädigte oder verendete Bienen sind kein Nachweis einer ausreichenden Wirkung. Auffällige Reaktionen müssen abgeklärt werden.

Typische Fehler bei der Handhabung von Formidol

Unerfahrene Imker lassen gelegentlich den Schutzbeutel ungeöffnet, was die Wirkung von Formidol praktisch ausschließt. Auch eine verspätete Entnahme des Präparats kann heftige Reaktionen im Volk auslösen.

Behandlungsdauer nicht eigenmächtig verändern

Die für Formidol 81 g vorgesehene zwölftägige Anwendung darf nicht durch eine höhere Dosis über ein bis zwei Tage ersetzt werden. Auch die Verdunstungsöffnungen sollten nicht nach Forumsratschlägen verändert werden; maßgeblich ist die Packungsbeilage.

Weitere Schritte bei anhaltendem Befall

Bei dauerhaft hohem Befall sollten weitere Maßnahmen fachlich abgestimmt werden. Als langfristige züchterische Möglichkeit wird in den Diskussionen auch die Umweiselung auf widerstandsfähige Königinnen genannt.

Illustration zweier Bienen und mehrerer Milben vor einer Formidol-81-g-Packung

Quellen

Suchen Sie den Erfahrungsaustausch und nutzen Sie Imkerkurse sowie aktuelle Fachliteratur zum Thema Varroa.

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