Varroose (auch Varroatose, Varroasis apium) ist die verbreitetste und gleichzeitig schwerwiegendste Krankheit bei Honigbienen, die sowohl erwachsene Bienen als auch deren Brut befällt. Verursacht wird sie durch die parasitische Varroamilbe (Varroa destructor), einen Milbenparasiten, der ursprünglich aus Asien stammt. Der ursprüngliche Wirt war die östliche Honigbiene (Apis cerana), von welcher der Parasit auf unsere europäische Honigbiene (Apis mellifera) übergesprungen ist. Auch in Tschechien ist die Varroamilbe inzwischen flächendeckend verbreitet. Die Varroose breitet sich vor allem über verflogene Bienen (Drohnen und Arbeiterinnen), Verflug beim Schwärmen und das Räubern zwischen bereits infizierten und zuvor gesunden Bienenvölkern aus.
Lebenszyklus des Parasiten
Die weibliche Varroamilbe, gut sichtbar mit bloßem Auge, dringt kurz vor dem Verdeckeln in die Brutzellen ein. In der verdeckelten Brutzelle legt sie Eier; dort entwickelt sich ihr Nachwuchs bis zum erwachsenen Tier. Mit der jungen Biene verlassen die Muttermilbe und fortpflanzungsfähige Töchter die Brutzelle. Die Zahl der herangereiften Töchter hängt unter anderem von der Brutart und der verfügbaren Entwicklungszeit ab. Sie bevorzugen dabei besonders die Drohnenbrut, während Weiselzellen meist nicht angegriffen werden.
Klinische Symptome eines Befalls
Stark betroffene Völker werden zunehmend geschwächt, was sie sehr anfällig gegenüber anderen Krankheiten macht. Charakteristische Krankheitsanzeichen für varroageplagte Bienenvölker sind unter anderem:
Verdrehte oder verkrüppelte Flügel der Arbeitsbienen
Deformierte Hinterleiber oder Extremitäten
Stark geschwächte, nicht flugfähige Arbeiterinnen
Kranke Bienen, die von gesunden Bienen am Flugloch abgelegt werden und rasch sterben
Ist das Volk stark befallen, können bereits Larven und Puppen in den Brutzellen selbst absterben.
Diagnosemethoden für Varroose
Besteht ein Verdacht auf die Varroose, empfiehlt es sich, folgende diagnostische Verfahren anzuwenden:
Diagnose von Gemüll am Boden des Bienenstocks: mittels Flotationsmethode oder visueller Untersuchung
Untersuchung der Drohnenbrut: visuell oder mittels Auswaschen
Untersuchung erwachsener Bienen: mittels Auswaschprobe, bei der die Probenbienen abgetötet werden, oder durch Verfahren mit Puderzucker bzw. Kohlendioxid (CO2). Diese Methoden sind getrennt und jeweils standardisiert durchzuführen
Es ist wichtig, bei der Diagnose nicht die Varroamilbe mit der weniger schädlichen Bienenlaus (Braula coeca) zu verwechseln.
Prävention und Behandlungsmaßnahmen
In vielen Ländern, darunter Tschechien, erfolgt die Behandlung gemäß der zuständigen tierärztlichen Regulierungen und Richtlinien. Zur Bekämpfung der Varroose stehen verschiedene Behandlungsmethoden und Mittel zur Verfügung:
Synthetische Akarizide:
Amitraz, Tau-Fluvalinat, Flumethrin
Vorteile: leichte Anwendung und hohe Wirksamkeit
Nachteile: Risiko, dass Resistenzen auftreten; mögliche Rückstände im Bienenwachs
Natürlich vorkommende Substanzen (organische Säuren, ätherische Öle):
Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure, Thymol
Vorteile: andere Wirkmechanismen als synthetische Akarizide; zugelassene Anwendungen können Bestandteil eines integrierten Bekämpfungskonzepts sein
Nachteile: kompliziertere Anwendung, besondere Sorgfalt und Fachwissen erforderlich
Zootechnische und alternative Verfahren:
Regelmäßiges Monitoring der Varroamilben
Erneuern der Wabenrähmchen, Drohnenbrut schneiden, Bildung von Ablegern
Umsiedlung des Volkes auf neue Mittelwände
Käfigen der Königin zur Brutunterbrechung
Thermische „entmilbende“ Behandlung bei erhöhter Temperatur
Zukunft der Varroose-Bekämpfung – Genetische Resistenz
Forschungs- und Zuchtprogramme verfolgen vielversprechende erbliche Merkmale wie „Varroa Sensitive Hygiene“ (VSH), um die Widerstandsfähigkeit der Völker gegenüber Varroa zu verbessern. Die Bewertung und züchterische Umsetzung solcher Merkmale bleibt anspruchsvoll.


























































































































































