info@fuerimker.de

Select your language

Anmelden / Registrieren
Anmelden / Registrieren
Meine Wunschliste

Deine Wunschliste ist leer.

Vergleichen

Es wurden keine Elemente zum Vergleich hinzugefügt.

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist derzeit leer.

Illustration von Honigbienen auf einer im Querschnitt geöffneten Brutwabe mit Larven und roten Milben

Varroose (auch Varroatose, Varroasis apium) ist die verbreitetste und gleichzeitig schwerwiegendste Krankheit bei Honigbienen, die sowohl erwachsene Bienen als auch deren Brut befällt. Verursacht wird sie durch die parasitische Varroamilbe (Varroa destructor), einen Milbenparasiten, der ursprünglich aus Asien stammt. Der ursprüngliche Wirt war die östliche Honigbiene (Apis cerana), von welcher der Parasit auf unsere europäische Honigbiene (Apis mellifera) übergesprungen ist. Auch in Tschechien ist die Varroamilbe inzwischen flächendeckend verbreitet. Die Varroose breitet sich vor allem über verflogene Bienen (Drohnen und Arbeiterinnen), Verflug beim Schwärmen und das Räubern zwischen bereits infizierten und zuvor gesunden Bienenvölkern aus.

Lebenszyklus des Parasiten

Die weibliche Varroamilbe, gut sichtbar mit bloßem Auge, dringt kurz vor dem Verdeckeln in die Brutzellen ein. In der verdeckelten Brutzelle legt sie Eier; dort entwickelt sich ihr Nachwuchs bis zum erwachsenen Tier. Mit der jungen Biene verlassen die Muttermilbe und fortpflanzungsfähige Töchter die Brutzelle. Die Zahl der herangereiften Töchter hängt unter anderem von der Brutart und der verfügbaren Entwicklungszeit ab. Sie bevorzugen dabei besonders die Drohnenbrut, während Weiselzellen meist nicht angegriffen werden.

Klinische Symptome eines Befalls

Stark betroffene Völker werden zunehmend geschwächt, was sie sehr anfällig gegenüber anderen Krankheiten macht. Charakteristische Krankheitsanzeichen für varroageplagte Bienenvölker sind unter anderem:

  • Verdrehte oder verkrüppelte Flügel der Arbeitsbienen

  • Deformierte Hinterleiber oder Extremitäten

  • Stark geschwächte, nicht flugfähige Arbeiterinnen

  • Kranke Bienen, die von gesunden Bienen am Flugloch abgelegt werden und rasch sterben

Ist das Volk stark befallen, können bereits Larven und Puppen in den Brutzellen selbst absterben.

Diagnosemethoden für Varroose

Besteht ein Verdacht auf die Varroose, empfiehlt es sich, folgende diagnostische Verfahren anzuwenden:

  • Diagnose von Gemüll am Boden des Bienenstocks: mittels Flotationsmethode oder visueller Untersuchung

  • Untersuchung der Drohnenbrut: visuell oder mittels Auswaschen

  • Untersuchung erwachsener Bienen: mittels Auswaschprobe, bei der die Probenbienen abgetötet werden, oder durch Verfahren mit Puderzucker bzw. Kohlendioxid (CO2). Diese Methoden sind getrennt und jeweils standardisiert durchzuführen

Es ist wichtig, bei der Diagnose nicht die Varroamilbe mit der weniger schädlichen Bienenlaus (Braula coeca) zu verwechseln.

Prävention und Behandlungsmaßnahmen

In vielen Ländern, darunter Tschechien, erfolgt die Behandlung gemäß der zuständigen tierärztlichen Regulierungen und Richtlinien. Zur Bekämpfung der Varroose stehen verschiedene Behandlungsmethoden und Mittel zur Verfügung:

Synthetische Akarizide:

  • Amitraz, Tau-Fluvalinat, Flumethrin

  • Vorteile: leichte Anwendung und hohe Wirksamkeit

  • Nachteile: Risiko, dass Resistenzen auftreten; mögliche Rückstände im Bienenwachs

Natürlich vorkommende Substanzen (organische Säuren, ätherische Öle):

  • Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure, Thymol

  • Vorteile: andere Wirkmechanismen als synthetische Akarizide; zugelassene Anwendungen können Bestandteil eines integrierten Bekämpfungskonzepts sein

  • Nachteile: kompliziertere Anwendung, besondere Sorgfalt und Fachwissen erforderlich

Zootechnische und alternative Verfahren:

  • Regelmäßiges Monitoring der Varroamilben

  • Erneuern der Wabenrähmchen, Drohnenbrut schneiden, Bildung von Ablegern

  • Umsiedlung des Volkes auf neue Mittelwände

  • Käfigen der Königin zur Brutunterbrechung

  • Thermische „entmilbende“ Behandlung bei erhöhter Temperatur

Zukunft der Varroose-Bekämpfung – Genetische Resistenz

Forschungs- und Zuchtprogramme verfolgen vielversprechende erbliche Merkmale wie „Varroa Sensitive Hygiene“ (VSH), um die Widerstandsfähigkeit der Völker gegenüber Varroa zu verbessern. Die Bewertung und züchterische Umsetzung solcher Merkmale bleibt anspruchsvoll.

....