https://www.vceliobchod.cz/images/1/podzimni-leceni-25-02.jpg

Ganzjährige Bekämpfung der Varroose

Die Bedeutung eines korrekten Vorgehens im Spätsommer

Derzeit zeigt sich ein wachsendes Interesse neuer Imker bezüglich der Gesundheit der Bienenvölker. Insbesondere im Spätsommer ist eine sorgfältige Vorbeugung und gewissenhafte Kontrolle des Zustandes der Bienen entscheidend, um sie erfolgreich auf den Winter vorzubereiten und das Überleben und die Kondition im Frühjahr sicherzustellen.

Während früher methodische Empfehlungen meist über Zeitschriften kommuniziert wurden, steht Ihnen heute das Handbuch "Das ganze Jahr gegen Varroose" vom Bienenforschungsinstitut Dol zur Verfügung, das ganzjährige Hinweise und praktische Anleitungen beinhaltet.

Wie beschädigt die Varroose Bienenvölker?

Der Parasitenbefall wird durch den Milbenschädling Varroa destructor verursacht, indem er sich gezielt innerhalb verschlossener Brutzellen vermehrt. Die weibliche Milbe gelangt vor Verdeckelung in die Brutzelle und legt dort 5 bis 6 Eier, aus denen weitere Generationen schädlicher Varroa entstehen. Diese Parasiten ernähren sich von der Hämolymphe der Bienenlarven, wodurch zukünftige Jungbienen geschwächt und vitalitätsgemindert werden.

Aus einer einzigen weiblichen Varroamilbe entwickeln sich im Laufe eines Brutzyklus bis zu 4 oder 5 adulte Milben, die nach dem Schlupf die nächste Generation der Bienenlarven angreifen. Bei Befall einer Zelle durch mehrere Milbenweibchen entsteht eine robustere und widerstandsfähigere Population der Parasiten.

Üblicherweise bevorzugt der Parasit Drohnenbrut, gegen Ende des Sommers werden allerdings auch Arbeitsbienenbrutzellen befallen. Diese Schädigung hat zur Folge, dass schwache, kurzlebige Winterbienen entstehen, die nicht genügend Nährstoff- und Proteinreserven für die Winterzeit besitzen.

Symptome eines Varroose-Befalles im Spätsommer

Während der Sommermonate sind Varroa-Milben nicht immer unmittelbar sichtbar. Bei genauer Kontrolle der Brutflächen sind jedoch einzelne Parasiten erkennbar. Höhere Infektionsgrade äußern sich vor allem durch Bienen mit deformierten Flügeln oder anderen sichtbaren Schäden.

Betroffene Tiere werden meist aus dem Stock entfernt und liegen häufig am Flugloch. Stark befallene Bienenvölker weisen im Spätsommer ungewöhnliche Aktivitäten auf und sind anfällig für Völker-Räubereien. Im Herbst und in der frühen Winterzeit führt dies oftmals zu weiterem Abschwächen und spätestens im Winter zum Komplettverlust ganzer Bienenvölker.

Empfohlene Maßnahmen für den Spätsommer

  • Regelmäßige Milbendiagnostik: Überwachen Sie das Milbenbefallniveau durch Brutprüfung sowie die Zählung des natürlichen Milbenabfalls.

  • Wirksame Sommerbehandlungen: Führen Sie rechtzeitig Behandlungen mit zugelassenen Medikamenten wie Begasung, Aerosol oder organischen Säuren durch.

  • Gewährleistung optimaler Ernährung: Unterstützen Sie Ihre Bienenvölker mit hochwertigen Proteinpräparaten und Vorräten für den Winter.

  • Hoher Hygienestandard: Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig Beuten und Werkzeuge; entfernen Sie abgestorbene oder kranke Tiere.

Warnung vor falscher Sicherheit

Selbst wenn lokale Untersuchungsergebnisse zunächst gute Zahlen bringen, kann die Milbenbelastung Ihrer Bienenvölker aufgrund von Räuberei binnen kurzer Zeit deutlich steigen (auch über mehrere Kilometer Entfernung). Kontrollieren Sie regelmäßig und ergreifen Sie rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen.

Empfohlene Literatur:

  • Handbuch des Bienenforschungsinstituts Dol – „Das ganze Jahr gegen Varroose“.

  • Methodische Hinweise der Veterinärverwaltung bezüglich Bienenerkrankungen (z. B. Amerikanische Faulbrut).

Wie Varroose zuverlässig erkennen?

Zur Identifikation und korrekten Einschätzung eines Parasitenbefalls steht eine Reihe bewährter Methoden zur Verfügung.

Methode der natürlichen 24-Stunden-Fallzahlkontrolle

  • Kontrollboden für 24 Stunden einlegen und Milben zählen.

  • Bereits ab Juni wiederholt prüfen.

  • Warnschwelle: bei 2–5 Milben innerhalb von 24 Stunden ist umgehendes Eingreifen notwendig.

Kontrolle der Drohnenbrut

  • Entdeckeln Sie Drohnenbrutzellen

  • Prüfen Sie Larven auf Anwesenheit von Milben.

Methoden zur Erkennung auf lebenden Bienen ("Puderzuckermethode")

  • Bienen werden hierbei nicht getötet und bleiben unverletzt.

Notwendige Behandlung bei hohem Befall: Sofort medikamentös behandeln (z.B. mit Gabon, thymolhaltigen Arzneien, etc.).

Regelmäßige Parasitenkontrolle schützt Ihre Bienenvölker!

Erstellt nach Angaben von Dr. Ing. František Kamler – VÚVč Dol