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Illustration einer Honigbiene mit mehreren rotbraunen Varroamilben an der Körperunterseite auf einer Wabe

Aktuell beobachten wir ein wachsendes Interesse neuer und angehender Imker an Bienenhaltung und Bienengesundheit. Besonders während der kritischen Spätsommerzeit spielen sorgfältige Prävention und gewissenhafte Überwachung des Gesundheitszustandes eines Bienenvolkes eine entscheidende Rolle. Diese Maßnahmen sind nötig, um die Bienenvölker erfolgreich für die Überwinterung vorzubereiten und ihre Vitalität im Frühjahr sicherzustellen.

Früher wurden in Fachzeitschriften übersichtliche „Methodische Anweisungen zur Bekämpfung der Varroose“ veröffentlicht. Heute sind umfassende Methoden und ganzjährige Maßnahmen im Handbuch des Bienenforschungsinstituts in Dol „Das ganze Jahr gegen Varroose“ gut zusammengefasst verfügbar.

Wie schadet Varroa den Bienenvölkern?

Der Varroose-Parasit (Varroa destructor) ist verantwortlich für bedeutende Schäden im Bienenstock, indem er direkt in verdeckelten Brutzellen parasitiert.

Die weibliche Milbe gelangt vor Verdeckelung in die Brutzelle und legt dort 5 bis 6 Eier, aus denen weitere Generationen schädlicher Varroa entstehen. Diese Parasiten ernähren sich von der Hämolymphe der Bienenlarven, wodurch zukünftige Jungbienen geschwächt und vitalitätsgemindert werden.

Wie viele fortpflanzungsfähige Tochtermilben eine Muttermilbe hervorbringt, hängt unter anderem von Brutart und Entwicklungsdauer ab. Mehrfach befallene Zellen weisen nicht automatisch eine widerstandsfähigere Milbenpopulation auf.

Der Parasit bevorzugt Drohnenbrut, befällt aber während der ganzen Brutsaison auch Arbeiterinnenbrut. Diese Schädigung hat zur Folge, dass schwache, kurzlebige Winterbienen entstehen, die nicht genügend Nährstoff- und Proteinreserven für die Winterzeit besitzen.

Symptome eines Varroose-Befalles im Spätsommer

Während der Sommermonate sind Varroa-Milben nicht immer unmittelbar sichtbar. Bei genauer Kontrolle der Brutflächen sind jedoch einzelne Parasiten erkennbar. Höhere Infektionsgrade äußern sich vor allem durch Bienen mit deformierten Flügeln oder anderen sichtbaren Schäden.

Betroffene Tiere werden meist aus dem Stock entfernt und liegen häufig am Flugloch. Stark befallene Bienenvölker weisen im Spätsommer ungewöhnliche Aktivitäten auf und sind anfällig für Völker-Räubereien. Im Herbst und in der frühen Winterzeit führt dies oftmals zu weiterem Abschwächen und spätestens im Winter zum Komplettverlust ganzer Bienenvölker.

Empfohlene Maßnahmen für den Spätsommer

  • Regelmäßige Milbendiagnostik: Überwachen Sie das Milbenbefallniveau durch Brutprüfung sowie die Zählung des natürlichen Milbenabfalls.

  • Wirksame Sommerbehandlungen: Führen Sie rechtzeitig Behandlungen mit zugelassenen Arzneimitteln nach deren Gebrauchsinformation durch.

  • Gewährleistung optimaler Ernährung: Unterstützen Sie Ihre Bienenvölker durch ein ausreichendes, abwechslungsreiches Pollenangebot und passende Futtervorräte für den Winter.

  • Hoher Hygienestandard: Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig Beuten und Werkzeuge; entfernen Sie abgestorbene oder kranke Tiere.

Warnung vor falscher Sicherheit

Selbst wenn lokale Untersuchungsergebnisse zunächst gute Zahlen bringen, kann die Milbenbelastung Ihrer Bienenvölker aufgrund von Räuberei binnen kurzer Zeit deutlich steigen (auch über mehrere Kilometer Entfernung). Kontrollieren Sie regelmäßig und ergreifen Sie rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen.

Empfohlene Literatur:

  • Methodische Hinweise der Veterinärverwaltung bezüglich Bienenerkrankungen (z. B. Amerikanische Faulbrut).

Wie lässt sich Varroose zuverlässig erkennen?

Zur Identifikation und korrekten Einschätzung eines Parasitenbefalls steht eine Reihe bewährter Methoden zur Verfügung.

Kontrolle des natürlichen Milbenfalls

  • Eine saubere Bodeneinlage etwa sieben Tage einlegen, nach drei bis vier Tagen zwischenzählen und die Gesamtzahl der Milben durch die Beobachtungstage teilen. So werden Tagesschwankungen besser ausgeglichen.

  • Bereits ab Juni wiederholt prüfen.

  • Die Bewertung des täglichen Milbenfalls richtet sich nach Jahreszeit und Bekämpfungskonzept; 2–5 Milben pro Tag sind kein allgemeingültiger Grenzwert für das ganze Jahr.

Kontrolle der Drohnenbrut

  • Entdeckeln Sie Drohnenbrutzellen

  • Prüfen Sie Larven auf Anwesenheit von Milben.

Methoden zur Erkennung auf lebenden Bienen ("Puderzuckermethode")

  • Bei korrekter Durchführung können die Bienen nach der Untersuchung ins Volk zurückgegeben werden. Trockener Puderzucker und eine standardisierte Durchführung sind wichtig.

Notwendige Behandlung bei hohem Befall: Zeitnah ein geeignetes zugelassenes Arzneimittel oder biotechnisches Verfahren nach dem gewählten Bekämpfungskonzept einsetzen.

Erstellt nach Angaben von Dr. Ing. František Kamler – VÚVč Dol

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