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Bienen auf einer dunklen Wabe mit verstreuten, auffällig gewölbten Zelldeckeln in einem Holzrähmchen

Es kommt vor, dass eine junge Königin vom Begattungsflug nicht zurückkehrt. Sie kann die Orientierung verlieren, in einem Spinnennetz hängen bleiben oder einem Fressfeind wie einer Libelle zum Opfer fallen. Solche Verluste habe ich auch in meinen Beobachtungsstöcken erlebt. Bleibt ein Volk anschließend längere Zeit weisellos, können Arbeiterinnen mit entwickelten Eierstöcken unbefruchtete Eier legen.

In älterer Imkerliteratur findet man oft einen simplen Trick: Alle Bienen aus dem befallenen Stock ausschlagen. Nach der Theorie sollten Drohnenmütterchen mit angeschwollenen Ovarien aufgrund ihres Gewichts nicht in die Beute zurückfliegen können. In der Praxis hat sich dieses Vorgehen jedoch als wenig wirksam erwiesen. Als mögliche Lösung beschreibt der Autor das Vereinigen mit einem starken, gesunden Volk mit eierlegender Königin. Das Vorgehen muss zum Zustand der beteiligten Völker passen.

Was sind eigentlich legende Arbeiterinnen (Drohnenmütterchen)?

Wird eine Königin nach dem Begattungsflug nicht wieder gesehen, bleibt das Volk ohne Königin zurück. Wenn genügend offene junge Brut vorhanden ist, können die Bienen eine Notkönigin aufziehen. Gelingt dies mangels passender Brut nicht, bleibt das Volk über längere Zeit weisellos. Diesen länger andauernden Zustand begünstigt auch das Fehlen junger Brut. Die eierlegenden Arbeiterinnen werden als „Drohnenmütterchen“ bezeichnet.

Genau dieses Szenario trat in einem meiner Beobachtungsstöcke ein: Das Bienenvolk blieb mehrere Wochen ohne begattete Königin, obwohl es reichlich Vorräte hatte. Aus den Eiern der legenden Arbeiterinnen schlüpfen nur Drohnen; neue Arbeiterinnen fehlen und das Volk wird zunehmend schwächer.

Drohnenlegende Arbeiterinnen im Stock – wie identifizieren und richtig reagieren?

Bei einer weiteren Kontrolle meines Beobachtungsstocks sah ich, dass die Kolonie zwar noch zahlreich war, sich aber das Brutbild verändert hatte: Auf den Brutwaben waren Eier zu finden, aber keine Königin. Legende Arbeiterinnen legen oft mehrere Eier pro Zelle, während eine Königin gewöhnlich ein Ei ablegt. Das Eimuster ist ein Hinweis und muss zusammen mit dem Brutbild und dem Vorhandensein einer Königin beurteilt werden.

Wird die Drohnenlarve in einer Arbeiterinnenzelle von den Bienen verdeckelt, so erkennt man das an einem charakteristisch gewölbten Deckel über der Zelle. Aus solchen Zellen schlüpfen oft kleinere Drohnen.

Drohnenmütterchen oder drohnenbrütige Königin – wie unterscheiden?

Gelegentlich werden vor dem Flugloch kleine Drohnen oder ausgeworfene Drohnenlarven gefunden. Bei Buckelbrut ist zu klären, ob Arbeiterinnen oder eine drohnenbrütige Königin die Eier legen:

Einzelne Eier pro Zelle bei ausschließlich vorhandener Drohnenbrut können auf eine drohnenbrütige Königin hinweisen, sind allein aber ebenfalls kein sicherer Nachweis.

Auch eine Königin, deren Samenvorrat erschöpft ist, kann ausschließlich Drohneneier legen. Ist eine drohnenbrütige Königin vorhanden, muss sie vor einem Umweiseln oder Vereinigen gefunden und entfernt werden. Gerade im Frühjahr sollte darauf geachtet werden, da eine Verzögerung das Volk deutlich schwächt und die Nachbeschaffung von Königinnen erschwert.

Drohnenmütterchen beobachten – ein einzigartiger Einblick in das Bienenvolk

Kommt es im Beobachtungsstock zu legenden Arbeiterinnen, eröffnet sich die Möglichkeit zu spannenden Einblicken ins bislang verborgene Verhalten. Dabei können u.a. folgende Fragen untersucht werden:

  • Welche Arbeiterinnen legen tatsächlich die Eier?

  • Wie viele Drohnenmütterchen gibt es im betroffenen Volk?

  • Wie unterscheidet man eine legende von einer normalen Arbeiterin ohne Spezialgeräte?

  • Wie genau findet der Eiablageprozess (Oviposition) statt?

Imker werden legende Arbeiterinnen selten "in Aktion" beobachten, da sie äußerst scheu sind. Jede Manipulation – das Öffnen des Stocks, Rauch oder Ziehen der Rähmchen – stört diese Arbeiterinnen, die dann sofort ihr Verhalten einstellen. Für die Diagnose bleiben daher meist nur die indirekten Hinweise im Ei- und Brutbild.

Beobachtungsstöcke bieten jedoch bessere Möglichkeiten. Durch spezielle Bauweise lassen sich hier ruhig und zügig beide Wabenseiten begutachten. Das Öffnen dauert meist weniger als 30 Sekunden – das erlaubt einzigartige Beobachtungen von Arbeiterinnen bei der Eiablage: Während der Oviposition stecken sie tief in der Zelle, die Flügel zittern leicht über dem Rand.

Versuch zur Flugfähigkeit legender Arbeiterinnen

Experimentaufbau – wie markiere ich Drohnenmütterchen?

Um zu prüfen, ob Drohnenmütterchen nach dem Ausschlagen zurückkehren, mussten diese zunächst markiert werden. Ich habe dazu eine kleine Drohnenwabe aus einem anderen Stock entnommen, sorgfältig von Eiern befreit und eine Seite beschädigt, so dass sie ungeeignet zur Eiablage war. Die intakte Seite wurde zur Glasscheibe im Beobachtungsstock ausgerichtet, damit legende Arbeiterinnen an der gut sichtbaren Seite arbeiten.

Bereits nach Stunden besetzten die Arbeiterinnen diese Wabe und begannen, Eier in die Zellen zu legen. Ständig sah ich mindestens ein Dutzend eierlegende Bienen auf der Wabe (Oviposition). Sie wurden von mir, wie bei Königinnen, farblich markiert.

Markieren von Drohnenmütterchen – schwieriger als gedacht

Das Markieren von Königinnen ist vergleichsweise einfach, weil sie beim vorsichtigen Handhaben gewöhnlich nicht stechen. Legende Arbeiterinnen können das jedoch sehr wohl. Die beste Methode war, jene Arbeiterinnen zu markieren, deren Brust im Zelleneingang noch sichtbar war, während sie Eier legten. Schwieriger war es, besonders scheue Arbeiterinnen beim Verlassen der Zelle zu markieren. Am Ende gelang es, insgesamt 130 Arbeiterinnen zu kennzeichnen – vermutlich existierten sogar noch mehr.

Altbewährte Methode unter der Lupe – kehren Drohnenmütterchen zurück?

Ich stellte die Beute ca. 40 Meter vom alten Standort entfernt auf und schlug alle Bienen aus. Bemerkenswert: Nur frisch geschlüpfte, noch pelzige kleine Drohnen blieben flugunfähig am Boden. Der überwiegende Teil, insbesondere die markierten Tiere, flog emsig an den alten Standort zurück.

Fazit für Imker – was ist zu beachten?

Völker mit Drohnenmütterchen können mehrere Hundert eierlegende Arbeiterinnen enthalten. Der beschriebene Versuch untersucht deren Flugfähigkeit; er ist kein Vergleich verschiedener Sanierungsverfahren.

Übersetzt von: Dr. Bohuslava Trnková
Autor: Wyatt A. Mangum, American Bee Journal

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