Das Thema Varroakontrolle ist unter Imkerinnen und Imkern seit fast 45 Jahren hochaktuell und intensiv diskutiert – also seit dem Zeitpunkt, als die Milbe Varroa destructor in unseren Bienenvölkern aufgetaucht ist. Obwohl viel Energie und finanzielle Mittel in Forschung und Bekämpfung dieses Schädlings investiert wurden, ist es uns bisher nicht gelungen, die Varroose vollständig auszurotten. Das Ziel bleibt vor allem, die Milbenbelastung so niedrig wie möglich zu halten und die Schäden an den Bienenvölkern zu minimieren.
Bauernregel für Oktober: Sankt Franziskus (4. 10.) – mittags das Hemd, morgens das Pelzchen.
Charakteristik des Monats
Anfang Oktober steht oft im Zeichen des sogenannten Altweibersommers – kühle Nächte wechseln mit warmen Nachmittagen. Die Völker können dann noch ausfliegen und Pollen sowie Nektar von Pflanzen wie Efeu, spät blühendem Senf (häufig als Gründüngung angebaut), Belgischer Aster, Herbstzeitlose oder anderen, oft nicht heimischen Pflanzenarten sammeln.
Pflege der Bienenvölker im Oktober
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Eingriffe in die Völker führen wir nur bei Verdacht auf Weisellosigkeit durch. Solche Völker empfehlen wir mit Ablegern zu vereinigen, um die Überlebenschance zu erhöhen.
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Ich persönlich greife in dieser Zeit nicht in die Völker ein. Ist ein Volk schwach, lasse ich die Natur über sein weiteres Schicksal entscheiden.
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Abgestorbene Völker müssen sofort vom Bienenstand entfernt werden, um eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
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Den Raum in elfrähmigen Beuten verenge ich auf zehn Rähmchen, sodass ein größerer Abstand zwischen Beutenwand und den Randwaben entsteht. Diese neigen dadurch im Frühjahr weniger zum Schimmeln.
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Auf der Beute lasse ich die Abdeckfolie – eine Ecke der Folie biege ich um, damit Feuchtigkeit ungehindert aus der Beute entweichen kann.
Behandlung der Bienenvölker
Wenn ihr den Königinnen nicht die Eiablage bzw. Bewegungsfreiheit einschränkt (Königinnen nicht käfigt), ist es sinnvoll, die Behandlung gegen Varroose erst im Oktober zu beginnen, wenn im Volk keine Brut mehr vorhanden ist. Gerade der Temperaturabfall im Brutraum (Brut benötigt 37 °C) kann uns Hinweise geben, wann der richtige Zeitpunkt ist. Die Temperatur lässt sich z. B. mit Sensoren, Aquarienthermometern oder grob durch Berührung der Abdeckfolie abschätzen.
Wenn ihr bei einer Kontrolle in der Beute noch Brut findet, ist es sinnvoll, die Brutzellen-Deckel mit einer Entdeckelungsgabel aufzureißen und die Waben wieder in die Beute zurückzuhängen.
Empfohlene Behandlungsmethoden
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Präparate auf Basis von Oxalsäure, Amitraz oder Flumethrin – geeignet insbesondere bei Temperaturen unter 15 °C. Aktuell zugelassene Mittel findet ihr auf den Seiten des staatlichen Instituts für die Kontrolle veterinärmedizinischer Biopräparate und Arzneimittel.
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Die Herstellung und Anwendung eigener Präparate ist in der Tschechischen Republik nicht erlaubt.
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Für die Sublimation ist z. B. Varroxal zugelassen – bitte gemäß der empfohlenen Dosierung anwenden. Sublimationsgeräte sind im Handel üblich erhältlich.
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Die Behandlung mit Varidol kann durch Fumigation oder als Aerosolanwendung erfolgen.
Vorgehen bei der Fumigation: Flugloch schließen, eine saubere Einlage (Windel) unter den Gitterboden einschieben, in der oberen Zarge eine Öffnung für den Fumigationsstreifen schaffen, 2–3 Tropfen des Präparats (je nach Volksstärke) aufbringen, den Streifen mit einem Nagel in die Wabe stecken und anzünden. Nach einer halben Stunde das Flugloch wieder öffnen. -
Ich bevorzuge persönlich die Aerosolanwendung mit einem Aerosolerzeuger. Dafür verwende ich Varidol bei Temperaturen unter 10 °C. Die Behandlung ist schnell und die Beute muss nicht geöffnet werden.
Unsere Imkergruppe stimmt sich auf eine gleichzeitige Behandlung in der jeweiligen Region ab, was die Wirksamkeit erhöht.
Vor der Behandlung ist es sinnvoll, die Einlagen zu reinigen und am folgenden Tag die Anzahl der abgefallenen Milben zu kontrollieren und zu dokumentieren. Ist die festgestellte Milbenzahl ungewöhnlich hoch oder niedrig, sollte die korrekte Durchführung der Behandlung bzw. der Zustand des Volkes überprüft und eventuelle Fehler behoben werden.
Dokumentationspflicht
Vergesst nicht, die Behandlung ordnungsgemäß in der Völker-/Behandlungsdokumentation zu vermerken.
Schutz der Bienenvölker vor Schädlingen
Ab Herbst müssen Bienenvölker vor Nagetieren geschützt werden, insbesondere vor Mäusen und Spitzmäusen. Das Verhindern ihres Eindringens in die Beute ist vor allem aus hygienischen Gründen wichtig – Mäuse können den Innenraum der Beute mit ihren Exkrementen verunreinigen und die Ruhe der Bienen stören, was die erfolgreiche Überwinterung gefährdet. Spitzmäuse fressen die Körper toter Bienen vom Beutenboden.
Die Fluglöcher schützen wir mit mechanischen Hilfsmitteln. Die gebräuchlichen Methoden fasst die folgende Übersicht zusammen.
Möglichkeiten zum Schutz des Fluglochs vor Schädlingen
Fluglochkeil/Fluglocheinlage (Spalt 7–8 mm)
Vorteile: Schnelle und einfache Lösung mit minimalen Kosten. Zum Verengen des Eingangs kann auch ein Stück Schaumstoff verwendet werden.
Nachteile: Eine Maus kann die Einlage verschieben, ggf. auch anknabbern und so in die Beute gelangen.
Geschweißtes Drahtgitter (Maschenweite 6,3 × 6,3 mm oder 8 × 8 mm)
Vorteile: Preisgünstig, lässt sich leicht an verschiedene Maße anpassen und einfach montieren.
Nachteile: Das Gitter neigt bei der Lagerung zum Verbiegen, was die Dichtigkeit und Wirksamkeit verringern kann.
Metallsperre aus Blech (verschiedene Größen)
Vorteile: Maßanfertigung möglich, leicht zu reinigen und zu desinfizieren, guter Preis, wenn ein Blech in mehrere Stücke geschnitten wird.
Nachteile: Metall leitet Kälte, was das Volk beeinflussen kann. Die Sperre kann durch tote Bienen verstopfen.
Kunststoffsperre
Vorteile: Leicht zu warten und zu demontieren, Bienen überwinden die Sperre problemlos.
Nachteile: Höhere Anschaffungskosten und mögliche Verstopfung des Fluglochs durch tote Bienen.
Auf dem Markt sind auch spezielle Fluglochsperren erhältlich, die für Ableger oder zum Schutz der Völker vor Räuberei geeignet sind. Im Winter muss man jedoch damit rechnen, dass eine Sperre den Zustrom frischer Luft in die Beute einschränken und das Risiko einer Verstopfung durch tote Bienen erhöhen kann.
Invasive Pflanzen: Chance für Imker, Sorge für Ökologen
Bei Herbstspaziergängen in der Landschaft können wir ausgedehnte Flächen beobachten, die von invasiven Pflanzen besetzt sind – wie Kanadische Goldrute, Sachalin-Knöterich oder Drüsiges Springkraut. Diese Pflanzen sind wegen der reichlichen Herbsttracht für Imker willkommen, da sie eine wichtige Trachtquelle nicht nur für Bienen, sondern auch für andere bestäubende Insekten bieten. Auf der anderen Seite verdrängen sie schrittweise heimische Arten, und ihre massenhafte Ausbreitung ist ein Problem für die ökologische Stabilität.
Nach der Novelle des Naturschutz- und Landschaftsschutzgesetzes (Gesetz Nr. 364/2021 Slg.) ist der Eigentümer oder Pächter des jeweiligen Grundstücks verpflichtet, die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern; in Ausnahmefällen übernimmt dies der Staat bzw. die zuständige Naturschutzbehörde. Imker sind daher verpflichtet, invasive Pflanzen nicht zu verbreiten (z. B. durch Anpflanzung in der Nähe von Bienenständen, was heute einen Gesetzesverstoß darstellt), sondern sie auch dort zu beseitigen, wo sie Flächen besitzen oder gepachtet haben.
Imkerarbeiten im Oktober
Oktober ist der ideale Monat, um die Aufräumarbeiten rund um den Bienenstand abzuschließen. Wir streichen Bienenhäuser, reparieren Dächer und erledigen die nötige Instandhaltung für das neue Jahr. Das Schwefeln eingelagerter ausgebauter Waben ist bei Temperaturen unter 10 °C nicht notwendig.
Fortbildung und Treffen der Imker
Im Oktober nimmt die Vereins- und Bildungsarbeit wieder Fahrt auf. An der SOUV Nasavrky beginnen die regelmäßigen Freitage für Imker und Fachkurse – z. B. findet am 19. 10. der Kurs „Gesunde Bienen“ statt. Die Tage 12.–13. 10. stehen in Brünn im Zeichen der Nationalen Honigausstellung und einer Konferenz zur Apitherapie.
Olmütz veranstaltet am 25. und 26. Oktober die XXIII. Konferenz der Verbesserer und Erfinder in der Imkerei mit internationaler Ausstellung. Die Anreise mit dem Zug nimmt die Parkplatzsorgen und bietet die Möglichkeit, die ganze Palette an Bienenprodukten zu verkosten.
Gesetzgebung und Förderungen
Wir erinnern an die Möglichkeit, die Förderung 1.D – Unterstützung der Imkerei pro im aktuellen Jahr eingewintertes Volk – zu beantragen. Anträge werden vom 1. 9. bis 15. 10. eingereicht, entweder wie traditionell über ein ausgedrucktes Formular über die örtliche Grundorganisation oder neu auch elektronisch auf portalvcelare.cz. Die elektronische Version des Formulars erleichtert den gesamten Prozess und spart Zeit. Dafür gebührt der Leitung des Tschechischen Imkerverbandes Anerkennung.
Aus der Zeitschrift Včelařství, Ing. Václav Horčic, Ph.D.


























































































































































