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Obrázek Zehn Jahre Erfahrung mit Thymovar

Das Thema Varroa-Kontrolle ist unter Imkern seit fast 45 Jahren hochaktuell und intensiv diskutiert – also seit dem Zeitpunkt, als die Milbe Varroa destructor in unseren Bienenvölkern aufgetaucht ist. Obwohl viel Energie und erhebliche Mittel in Forschung und Bekämpfung dieses Schädlings investiert wurden, ist es uns bislang nicht gelungen, die Varroose vollständig auszurotten. Das Ziel bleibt vor allem, die Milbenbelastung auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten und die Schäden an den Bienenvölkern auf ein Minimum zu begrenzen.

Thymovar ist ein registriertes und bezuschusstes Präparat schweizerischen Ursprungs zur Sommerbehandlung von Bienenvölkern gegen die Milbe Varroa destructor. Es wird europaweit breit eingesetzt und ist auch für die Bio-Imkerei zugelassen – damit ist es eine zuverlässige Wahl für ökologisch orientierte Imker. Der Wirkstoff ist synthetisches Thymol.  Das Präparat ist leicht erhältlich, und viele Händler übernehmen für Sie auch die Abwicklung der Förderung – beim Kauf zahlen Sie bereits den bezuschussten Preis.

Auch wenn die Anwendung gemäß Packungsbeilage unkompliziert wirkt, zeigen die Erfahrungen in der Praxis, dass man damit sorgfältiger umgehen sollte. Nach zehn Jahren Vergleich mit anderen Behandlungsmethoden bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Thymovar zwar teurer ist, in der Wirksamkeit jedoch beispielsweise Gabon übertrifft. In der Bio-Behandlung setzen wir ausschließlich auf Thymovar – was die Winterverluste betrifft, ist das vergleichbar mit der klassischen Winterbehandlung mit Varidol (ohne Sommermaßnahme).

In der konventionellen Imkereipraxis hat es sich bewährt, Thymovar im Sommer einzusetzen und im Winter eine Behandlung mit Varidol anzuschließen. Wichtig ist jedoch der Hinweis des Herstellers: Waben, die mit Thymovar behandelt wurden, sollten in der folgenden Saison nicht zur Honiggewinnung verwendet werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einmal behandelte und über den Winter nicht genutzte Waben aromatisiert bleiben – und ihr Geruch sowie Geschmack sich später auch auf den Honig übertragen können.

Ich empfehle den Einsatz daher vor allem dort, wo Brutraum und Honigraum konsequent getrennt sind und die Behandlung erst nach dem Abnehmen der Honigräume erfolgt. Bei meinen Bienen arbeite ich im Dadant-System (Brutraum + flache Zargen als Honigraum), was das Risiko einer Verwechslung der Zargen minimiert.

Die Behandlung der Bienenvölker ist einfach – sie kann über den ganzen Sommer hinweg durchgeführt werden. Die Anwendung ist wenig aufwendig, nicht von der Außentemperatur abhängig und die Völker vertragen sie ohne negative Begleiterscheinungen. Eine höhere Wirksamkeit wird bei höheren Temperaturen erreicht, daher empfehle ich, Thymovar so früh wie möglich im Sommer aufzulegen.

Dosierung: Für ein schwächeres Volk in einer Zarge 39 × 24 reicht ein ungeteilter Streifen, der auf die abgekratzten Oberträger über dem Brutnest gelegt wird (in Wabengassen ohne Wachs). Für starke Völker in zwei Zargen 39 × 30 verwenden Sie zwei ganze Streifen, die zwischen die Zargen in den Brutraum eingelegt werden – dadurch steigt die Wirksamkeit, weil die Bienen die Streifen zwischen den Zargen „ausnagen“. Legt man den Streifen hingegen unter den Deckel, wird er oft stark mit Propolis überzogen, wodurch die Wirkung der Behandlung abnimmt. Bei starken Völkern auf nur einer Zarge können ebenfalls zwei Streifen eingesetzt werden; nach der Saison können Sie sie in einem Schraubglas aufbewahren und im nächsten Jahr weiterverwenden, solange sie nicht propolisiert sind.

Zum Reinigen der Waben nach der Saison empfehle ich sogenannte „Reinigungsvölker“, bei denen sich der Zeitpunkt der Anwendung des Mittels verschieben lässt. Richtig angewendet ist Thymovar eine sehr gute Lösung – ohne Risiko einer Überdosierung oder einer Beeinträchtigung der Stockhygiene. Sollte ein Streifen bis ins Frühjahr im Volk vergessen werden, passiert nichts Dramatisches.

Positiv ist auch die Unterstützung des Putztriebes der Bienen – man kann beobachten, wie die Bienen fleißig alles Unerwünschte aus dem Stock tragen. Die erhöhte Aktivität der Bienen hilft zudem im Kampf gegen Nosema oder Kalkbrut, und im Gegensatz zur Ameisensäure wirkt Thymovar auch unter den Brutdeckeln.

Ein Nachteil kann sein, dass der Imker dabei nicht wie traditionell die Zargen mischen und Honig aus älteren dunklen Waben schleudern kann. Trotzdem ist Thymovar ein zuverlässiger Helfer im Kampf gegen die Milben – und zugleich gegen die Überreste alter imkerlicher Gewohnheiten.

aus der Zeitschrift „Včelařství“ Michal Schützmeister ZO ČSV Hrádek u Sušice
 

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