Ein Ableger ist ein kleines Bienenvolk, das durch Entnahme von beispielsweise drei bis vier Brutwaben mit Bienen, Vorräten und einer Königin aus dem Muttervolk oder durch das Zusetzen einer jungen, begatteten Königin bzw. einer Weiselzelle gebildet wird. Ziel der Ablegerbildung ist es, ein neues, vitales Volk zu schaffen, das sich bis zur nächsten Tracht- oder Zuchtsaison schnell entwickelt. Die Bildung von Ablegern ist eine der wichtigsten Methoden zur Vermehrung und Stabilisierung der eigenen Imkerei. Auf dieser Seite finden Sie bewährte Ratschläge, Empfehlungen und Erfahrungen zur Pflege und Fütterung von Ablegern – einschließlich typischer Fehlerquellen und wie man sie vermeidet. Wesentlich ist, jungen Ablegern ausreichend Ruhe zu gönnen.
Pflege von Ablegern – häufige Fehler vermeiden
Bienen müssen sich an die neue Situation anpassen; eine unbegattete Königin benötigt zudem Zeit für ihre Begattungsflüge. In den ersten 10 bis 14 Tagen sollte das Volk nicht geöffnet oder gestört werden, da Stress die Entwicklung deutlich hemmen kann.
Wann und wie kontrollieren?
Überprüfen Sie, ob die Königin stiftet – legt sie Eier, ist der Ableger auf dem richtigen Weg.
Achten Sie auf genügend Raum für Brut und Futter, aber erweitern Sie den Platz nur schrittweise.
Erweiterung des Ablegers
Zu viel Platz kann das Brutnest auskühlen und die Entwicklung hemmen.
Vorgehen bei der Erweiterung
Ein Ableger auf 3–4 Waben kann schrittweise durch Hinzufügen von 1–2 Mittelwänden erweitert werden.
Neue Mittelwände werden erst hinzugefügt, nachdem die vorherigen bereits gut ausgebaut sind.
Bei guten Bedingungen (Wärme, Futter, Tracht) bauen die Bienen sehr zügig.
Als Stimulation kann gelegentlich eine Brutwabe mit schlüpfender Brut hinzugegeben werden, um die Zahl junger Ammenbienen zu erhöhen.
Fütterung von Ablegern – womit und wie?
Flüssige Zuckerfütterung
Ein klassisches Futter ist Zuckerlösung im Verhältnis 1:1 (Zucker:Wasser). Am besten frisch anrühren und regelmäßig kleine Mengen über ein Futtergefäß anbieten. Der süße Geruch fördert den Bautrieb und regt die Königin zum Legen an.
Futterteig und fertige Produkte (z. B. Apimana, Apivital)
Futterteig eignet sich besonders in Zeiten ohne Tracht. Er wird langsam aufgenommen, riecht kaum nach außen und verringert damit die Gefahr von Räuberei. Viele Imker verwenden Teigfutter während Schlechtwetterperioden oder um eine stetige Versorgung sicherzustellen.
Trockener Kristallzucker
Reiner Kristallzucker wird von Bienen oft schlecht angenommen. Wird er leicht angefeuchtet oder mit etwas Honig gemischt, lässt er sich besser aufnehmen. Trocken hingelegt, wird er meist aus dem Stock entfernt.
Wie füttert man Ableger am besten?
Futterteig sollte so dosiert werden, dass Brutflächen frei bleiben.
Eine bedarfsgerechte Fütterung unterstützt eine gleichmäßige Entwicklung.
Zu viel Flüssigfutter führt oft dazu, dass der Brutraum mit Vorräten gefüllt wird – das hemmt die Legetätigkeit.
Wie dosiert man Futterteig richtig?
Bewährt haben sich kleinere Portionen von 0,5 bis 1,5 kg pro Gabe. Der Teig sollte in Folie verpackt sein, mit einem Einschnitt, damit die Bienen ihn langsam aufnehmen und er nicht austrocknet.
Größere Mengen können über den Deckel oder in einen flachen Futteraufsatz gegeben werden.
Der Teig wird oft direkt auf die Rähmchen über dem Brutnest gelegt.
Viele Imker machen sehr gute Erfahrungen mit Produkten wie Apimana Futterteig – praktisch abgepackt in 2 kg-Einheiten, die sich direkt am Stand unterteilen lassen.
Zu Beginn sollte der Teig für die Bienen gut erreichbar in der Nähe der Brut liegen, wo es warm ist.
Erfahrungen mit Zuckerlösung
Flüssigfütterung kann ebenso funktionieren, erfordert jedoch mehr Aufmerksamkeit:
Nur kleine Mengen (ca. 0,5–0,7 l täglich) füttern und überwachen, dass die Königin noch Platz zum Stiften hat.
Am besten über eine Flasche mit gelochtem Deckel anbieten – so erfolgt die Aufnahme langsam.
Schutz vor Räuberei
Junge Ableger sind besonders räubereiempfindlich, vor allem beim Füttern. Folgende Maßnahmen helfen:
Flugloch der Volksstärke entsprechend einengen; eine ausreichende Belüftung muss erhalten bleiben.
Füttern vorzugsweise am Abend – das verringert den Duftreiz.
In den ersten Tagen besonders wachsam bleiben und bei Bedarf den Standort wechseln.
Gesundheitszustand und Vorbeugung
Neben Aufbau und Futter ist auch der Gesundheitszustand regelmäßig zu prüfen – insbesondere auf Varroabefall und Kalkbrut.
Sauberes, trockenes Bodenbrett überwachen.
Kalkbrut vorbeugen durch gute Wärmehaltung und maßvolles Erweitern.
Arbeiten Sie ruhig und zügig – Rauchgerät stets griffbereit halten.
Häufige Fragen neuer Imker
Kann man bei Regen oder Kälte arbeiten?
Ja, aber mit Vorsicht. Kälte macht die Bienen träge, zugleich aber auch reizbarer. Effizientes und zügiges Arbeiten ist wichtig.
Was tun, wenn der Ableger schwach wird?
Als weitere Möglichkeit wird das Umstellen stärkerer Völker auf den Platz der schwächeren beschrieben, damit Flugbienen diese verstärken.
Der Text basiert auf praktischen Erfahrungen und Beobachtungen aus Imkerforen.


























































































































































