Krainerbiene, Buckfastbiene, Kreuzungen und Varroa destructor
Ein Thema, über das offen gesprochen werden sollte – dennoch wird es häufig mit Zurückhaltung behandelt.
Buckfastbiene
Die Buckfastbiene ist ein Hybrid der Honigbiene, der durch systematische Kreuzung ausgewählter Unterarten entstanden ist. Ziel war es, leistungsstarke, sanftmütige und anpassungsfähige Völker für die imkerliche Praxis zu schaffen. Bruder Adam widmete Jahrzehnte der planmäßigen Selektion und Stabilisierung gewünschter Eigenschaften unter weitgehend isolierten Bedingungen in der Grafschaft Devon am Rande des Dartmoor-Nationalparks.
Nach schweren Völkerverlusten – unter anderem durch die Tracheenmilbe (Acarapis woodi) – begann er mit dem Wiederaufbau des Bestandes. Über viele Jahre hinweg prüfte er einzelne Kreuzungskombinationen, bevor deren Merkmale als ausreichend gefestigt galten. Die Entwicklung der bekannten Buckfastlinie erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte intensiver Zuchtarbeit.
Der Buckfastbiene werden häufig eine geringe Schwarmneigung, eine starke Frühjahrsentwicklung sowie eine lang anhaltende Brutperiode zugeschrieben. Sie gilt als leistungsfähig bei der Nutzung unterschiedlicher Trachtquellen, einschließlich Waldtracht. Diese Eigenschaften machen sie für viele Imker wirtschaftlich interessant.
Typisch ist ein früher Brutbeginn im Frühjahr und oftmals ein Durchbrüten bis in den Herbst. Die Königin kann bei guten Bedingungen eine hohe tägliche Legeleistung erreichen. Buckfastvölker werden meist als sanftmütig und ruhig auf den Waben beschrieben. Sie fliegen bereits bei Temperaturen um etwa 10 °C, reagieren jedoch empfindlicher auf hohe Luftfeuchtigkeit.
Durch die intensive Brutentwicklung entstehen sehr starke Völker, die bei guter Tracht hohe Honigerträge erzielen können. Gleichzeitig benötigen sie ausreichend Raum im Bienenstock sowie eine angepasste Betriebsweise. Bei Platzmangel oder Fehlern in der Völkerführung kann trotz grundsätzlich geringerer Schwarmneigung Schwarmtrieb auftreten.
Im Vergleich zur Krainerbiene wird die Buckfastbiene oft als etwas länger gebaut mit ockerfarbenem Einschlag beschrieben. Die Rüssellänge kann bis zu etwa 7 mm betragen, was die Nutzung tiefkelchiger Blüten erleichtert.
Ihr genetischer Ursprung liegt jedoch in Regionen mit längerer Vegetations- und Trachtperiode. In mitteleuropäischen Bedingungen kann bei Trachtlücken und unzureichender Futterversorgung insbesondere bei sehr starken Völkern ein erhöhter Futterverbrauch auftreten. Eine sorgfältige Vorratskontrolle und rechtzeitige Einfütterung sind daher entscheidend.
Hinsichtlich der Winterhärte wird darauf hingewiesen, dass das ozeanisch geprägte Klima Südwestenglands milder ist als kontinentale Winter in Mitteleuropa. Standortwahl, Volksstärke und sachgerechte Überwinterung spielen daher eine wesentliche Rolle.
In der Zuchtgeschichte der Buckfastbiene wird eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten wie Akarapidose, Nosemose oder Kalkbrut (Ascosphaerosis) erwähnt. Gleichzeitig wird jedoch auch eine mögliche erhöhte Anfälligkeit gegenüber der Varroamilbe (Varroa destructor) diskutiert – ein zentrales Thema in jeder modernen Imkerei, unabhängig von Rasse oder Linie.
Seit den 1970er Jahren wird die Buckfastbiene in Europa in Belegstellen und Zuchtverbänden weiterentwickelt. Zuchtprogramme befassen sich unter anderem mit Merkmalen wie Varroatoleranz. Dabei zeigt die Praxis, dass genetische Veranlagung, Betriebsweise und Umwelteinflüsse stets zusammenwirken. In Regionen mit hoher Bienendichte und starkem Reinvasionsdruck kann eine vermeintliche Resistenz deutlich abgeschwächt sein.
Praktische Herausforderungen
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Schwarmtrieb ist auch bei der Buckfastbiene möglich. Trotz oft geringerer Schwarmneigung kann es bei Platzmangel oder unzureichender Führung zur Schwarmbildung kommen.
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Kreuzungen führen zur Aufspaltung von Eigenschaften. Ohne kontrollierte Belegstellen kommt es zur natürlichen Vermischung mit anderen Linien. Dadurch können gewünschte Merkmale verloren gehen oder sich verändern.
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Lange Brutperioden beeinflussen den Varroadruck. Anhaltende Brutaktivität kann die Vermehrung von Varroa destructor begünstigen. Eine konsequente Varroastrategie und abgestimmte Behandlungskonzepte sind daher unerlässlich.
Langjährige Beobachtungen in der Imkerei zeigen, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Genetik, Umwelt und imkerlicher Praxis ist. Die Wahl der geeigneten Bienenlinie sollte stets an Standort, Klima und Betriebsweise angepasst werden. Während die Buckfastbiene in bestimmten Betriebsweisen und Regionen Vorteile bieten kann, gilt die Krainerbiene in vielen mitteleuropäischen Gebieten als traditionell gut angepasste und bewährte Biene.
aus der Zeitschrift Imkerei – Jan Šmíd





































































































































































































