Überwachungsfallen gegen die Asiatische Hornisse
Invasion der Asiatischen Hornisse – neues Risiko für tschechische Imkereibetriebe
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) trat in der Tschechischen Republik erstmals im Oktober letzten Jahres in der Gegend um Pilsen auf. Der letzte bestätigte Fund stammt aus dem Februar dieses Jahres in Hrádek bei Rokycany. Die Hornisse verbreitet sich rasant in Europa und ist insbesondere für die Imkerei, aber auch für die Biodiversität der Umwelt sehr gefährlich, da sie gezielt Honigbienen und andere nützliche Insekten erbeutet.
František Pelc, Direktor der Agentur für Naturschutz und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, warnt, dass vor allem der Transitverkehr aus Westeuropa, insbesondere entlang der Autobahn D5, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse begünstigt. „Die Autobahn D5 wird täglich von Hunderten Fahrzeugen aus Gebieten, wo die Hornisse schon heimisch ist, befahren. Im Laderaum kann sich unbemerkt ein Exemplar verbergen, das dann unkontrolliert in die Umgebung entweichen und sich dort ausbreiten kann“, erklärt Pelc.
Weshalb ist die Asiatische Hornisse für Bienenvölker so gefährlich?
Die Hornisse Vespa velutina attackiert systematisch und organisiert vor allem Bienenstöcke, was zur raschen Zerstörung gesunder Bienenvölker führen kann. Die wirtschaftlichen Verluste für Imker können beträchtlich sein, da Honigbienen einen erheblichen ökonomischen Wert besitzen. Doch die Problematik betrifft nicht nur Imker, sondern auch Landwirte und Obstbauern, da Bienen eine unverzichtbare Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen, Bäumen und Nutzpflanzen übernehmen.
Neben wirtschaftlichen Schäden steigt in Gebieten mit einem stärkeren Auftreten der Asiatischen Hornisse auch das Risiko für die Bevölkerung, da erhöhte Gefahr von Stichen und damit gesundheitlichen Problemen besteht, was die öffentliche Sicherheit ernsthaft gefährden kann.
Spezielle Überwachungsfallen entwickelt von Wissenschaftlern der Westböhmischen Universität Pilsen
Forschende des Regionalen Technologie-Instituts der Fakultät für Maschinenbau (RTI) an der Westböhmischen Universität in Pilsen haben gemeinsam mit der Agentur für Naturschutz und Landschaftsschutz Tschechiens fortschrittliche Fallen entwickelt, die speziell zur Überwachung der Asiatischen Hornisse konzipiert wurden. Nach und nach werden diese Fallen nun an ausgewählten Standorten in der Region Pilsen installiert, um neu auftretende Invasionen so früh wie möglich erkennen zu können.
Jan Řehoř, Direktor des Instituts, erklärt: „Unser Ziel ist es, den Schutz der Bienenvölker zu sichern und Auswirkungen auf die Biodiversität zu minimieren. Für maximale Effizienz der Fallen führen wir intensive Forschungen durch. Aktuell sind bereits die ersten zwanzig Fallen im Einsatz, mittelfristig sollen im Rahmen der Kooperation mit lokalen Imkern bis zu achtzig Fallen in Risikogebieten installiert werden.“
Fertigungstechnologien und Design der Hornissenfallen
Die Fallen werden mit modernen Fertigungsmethoden produziert – die Prototypen werden zunächst im 3D-Druck gefertigt, später entsteht die Serienproduktion mithilfe von Spritzgussformen. Die Fallen der aktuellen Generation sind kleine Kunststoffboxen von etwa 10 cm Kantenlänge. Die Öffnungen sind so gestaltet, dass die Hornissen hinein, aber nicht mehr hinaus gelangen können. Zudem gibt es seitliche, kleinere Ausgänge, durch die kleineres, versehentlich gefangenes Insekten entweichen kann.
Laut Jan Řehoř werden von den Forschern außerdem unterschiedliche Biomaterialien, Oberflächen und Farbkombinationen getestet, um unerwünschte Auswirkungen auf nützliche Insekten zu minimieren.
Lockflüssigkeit in der Falle: Mischung aus Bier, Wein, Sirup oder Honig
Entscheidend für die Funktionsweise der Falle ist ein spezieller Lockstoff, der die Hornissen anzieht. Dieser besteht meist aus einer süßen Lösung, beispielsweise Sirup oder Honig, die mit alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein angereichert wird. „Der Zusatz von Alkohol dient dazu, Honigbienen und Hummeln abzuschrecken, um den Verlust anderer nützlicher Insekten zu verhindern“, erläutert Tomáš Görner von der AOPK ČR.
Sensibilisierung und Zusammenarbeit auf allen Ebenen – Schlüssel zum Erfolg
An der Installation einer der ersten Fallen beteiligte sich auch der tschechische Umweltminister Petr Hladík. Er sieht die Initiative als bedeutenden Schritt zum Schutz der tschechischen Bienenvölker und der biologischen Vielfalt. „Es ist essenziell, dass Imker, Öffentlichkeit und andere Verantwortliche über die Risiken, die die Asiatische Hornisse mit sich bringt, informiert werden. Nur durch breite Aufklärung und Bildung kann eine weitere Ausbreitung dieser Gefahr effizient eingedämmt werden“, so der Minister.
Das Ziel der Forschenden ist es, die Produktion der Hornissenfallen nicht nur landesweit, sondern perspektivisch auch international dort auszuweiten, wo ähnliche Probleme auftreten.
Ressourcen und Zusammenarbeit
Die Westböhmische Universität kooperiert bei der Entwicklung der Fallen eng mit der Agentur für Naturschutz, lokalen Imkern sowie mit dem Umweltministerium der Tschechischen Republik.
Moderne Lösungen aus der Fakultät für Maschinenbau in Pilsen
Die innovativen Fallen werden mit hochmodernen Technologien hergestellt – mittels 3D-Druck und Spritzgussmaschinen. Die Wissenschaftler testen systematisch verschiedene Biomaterialien, Größen der Eingänge und deren Oberflächen, um eine maximale Effektivität beim Fang der Hornissen zu erreichen und gleichzeitig andere Insekten zu schonen.
Wie funktionieren die Hornissenfallen?
Die Fallen sind als etwa 10 cm große Plastikbehälter gestaltet, mit Öffnungen von etwa 8 mm, durch die die Hornissen eindringen. Besonders gestaltete, kleinere seitliche Löcher von circa 6 mm erlauben kleineren Insekten, frei zu entkommen. Im Inneren befindet sich ein Behälter mit einer Flüssigkeit, bestehend aus süßem Sirup oder Honig gemischt mit Bier oder Wein. Der Alkoholzusatz schreckt Bienen und Hummeln ab, sodass unerwünschte Verluste nützlicher Insekten minimiert werden.
Einsatz der Fallen in Zusammenarbeit mit Imkern
In der Anfangsphase des Projekts werden zunächst zwanzig Fallen an verschiedenen Standorten in der Region Pilsen positioniert. Ziel ist es, rund achtzig Fallen zu installieren, wobei jede dieser Fallen in die Obhut eines bestimmten Imkers gegeben wird. Gerade die Imker sind es, die die Fallen regelmäßig kontrollieren und bei Nachweis einer Asiatischen Hornisse helfen, nahegelegene Nester zu identifizieren und gezielt zu entfernen.
Schutz vor der Hornisse ist Gemeinschaftssache – Institutionen und Öffentlichkeit sind mit eingebunden
Zur Entwicklung effektiver Schutzmaßnahmen gegen die Asiatische Hornisse leisten auch verschiedene Institutionen einen wichtigen Beitrag. Neben der Westböhmischen Universität und der Agentur für Naturschutz und Landschaftsschutz arbeiten intensiv das Westböhmische Museum in Pilsen und das Umweltministerium daran mit.
Wie Umweltminister Petr Hladík betont, ist es entscheidend, beim Publikum ein schnelles Bewusstsein für den Ernst der Lage zu schaffen und die Bevölkerung zu informieren, wie man Asiatische Hornissen richtig erkennt und deren Vorkommen meldet. Dadurch kann rasch reagiert und die Bedrohung im Keim erstickt werden.
Strategischer Eradikationsplan zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in Tschechien
Das Umweltministerium hat in Zusammenarbeit mit Experten einen umfassenden Eradikationsplan für die Asiatische Hornisse erstellt. Dieser Plan wird laufend aktualisiert und legt genau fest, wie Imker, Feuerwehr, Fachleute und die Öffentlichkeit im Ernstfall zusammenarbeiten sollen.
Aufklärung der Öffentlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg
Neben technischen Maßnahmen beruht der Hauptfaktor des Erfolgs auf gründlicher Aufklärung und Bildung. Die Bevölkerung muss in der Lage sein, die Asiatische Hornisse eindeutig zu identifizieren und wissen, wie sie richtig und schnell handelt.
Aus der Imkerzeitschrift





































































































































































































