Wir möchten Ihnen einen Artikel von Ing. Oldřich Haragsim, CSc., aus Moderní včelař 2/2004 vorstellen, der uns viel über exotische Honige erzählt, die in unseren Breiten selten sind. Honig war in der Vergangenheit und ist auch heute noch ein geschätztes Nahrungsmittel. Der historische Beitrag nennt eine jährliche Produktion von über einer Million Tonnen und durchschnittlich 950.000 Tonnen im Handel; diese Zahlen beziehen sich auf den damaligen Stand. Es ist eine Ware, die von armen, industriell weniger entwickelten Ländern in reiche, entwickelte Länder gelangt. Für arme Länder ist Honig eine der relativ leicht zugänglichen Einkommensquellen, die ohne große Investitionen und ohne großen Energieverbrauch erzielt werden können. Daher wird die Imkerei in Entwicklungsländern sowohl von Regierungen als auch von der Weltorganisation FAO unterstützt.
Die folgenden Marktbeobachtungen und Verkostungsbeschreibungen stammen aus dem Beitrag von 2004. Zeitgebundene Bewertungen und damalige Verwendungsangaben sind entsprechend einzuordnen.
Im Ausland - aber in letzter Zeit auch bei uns - kann man in Supermärkten Honigsorten mit merkwürdigen Bezeichnungen finden, die meist wenig über ihren Ursprung verraten. Wenn die botanische Quelle im Namen angegeben ist, kennen die meisten unserer Verbraucher die exotischen Pflanzen nicht. Hier bieten wir eine kurze Beschreibung und Charakterisierung der Honigquellen, die ich im Ausland kennengelernt und teilweise auch probiert habe. Einige davon habe ich als Geschenke von Freunden erhalten, die aus fernen Reisen zurückgekehrt sind.
Reine Sortenhonige sind weltweit relativ selten. Sie werden in kleineren Mengen geerntet und das nur in Gebieten mit typischer Vegetation. Sie haben meist ihren charakteristischen Duft, Geschmack, Aussehen und viele weitere Eigenschaften. Die Verbraucher mögen sie je nach Art und sie sind gefragt, obwohl sie teurer sind. Sie werden zu höheren Preisen aufgekauft, was bei uns angesichts der derzeitigen Organisation des Honigankaufs undenkbar ist. In den Nachbarländern Österreich und Deutschland gibt es in den Geschäften eine Vielzahl von Sortenhonigen, während unsere Imker meist nur Blütenhonig (Frühjahrsblüten) und Waldhonig (Sommer) produzieren. Der Autor kritisierte damals die aus seiner Sicht unzureichende analytische Absicherung mancher Sortenbezeichnungen. In Europa werden in geringerem Umfang einige typische Sortenhonige produziert: Akazienhonig, Klee-, Raps-, Sonnenblumen- und Himbeerblütenhonig. Diese Honigarten sind in der Fachliteratur gut bekannt, daher werden sie in diesem Artikel nicht beschrieben. Weniger bekannt sind die folgenden Honigsorten:
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Heidehonig: Stammt von den ausgedehnten Heideflächen in Deutschland, an der atlantischen Küste und in den nordischen Ländern aus den Blüten des Heidekrauts (Calluna vulgaris) und der Erikagewächse (Erica sp.). Der Honig ist charakteristisch thixotrop - gelartig, daher muss er vor dem Schleudern in den Waben mit einem speziellen Gerät - einem Stippgerät - aufgebrochen werden. Er ist hell bis dunkel bernsteinfarben, manchmal fast rot, mit einem charakteristischen Duft nach Sauerteig. Er hat einen niedrigen Saccharosegehalt und einen hohen Enzymgehalt.
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Hymetthonig: Honig von den Hängen des Berges Hymettus war bereits im antiken Griechenland berühmt. Er stammt von Thymian, Majoran und anderen trockenheitsliebenden Kräutern. Heute wird er in Geschenkverpackungen auf den meisten griechischen Inseln verkauft, stammt aber nicht mehr ausschließlich vom Berg Hymettus. Er ist dunkel, durchscheinend, fein aromatisch, mit angenehmem Geschmack.
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Lavendelhonig: stammt aus dem Mittelmeerraum, vor allem aus der Umgebung der Stadt Grasse, wo es ausgedehnte Lavendelplantagen gibt. Er ist bernsteinfarben und duftet intensiv nach Lavendel. Der Beitrag beschreibt ihn als lange flüssig; die Kristallisation hängt insbesondere von der gesamten Zuckerzusammensetzung ab.
Buchweizenhonig stammt aus Osteuropa, wo Buchweizen (Fagopyrum esculentum) weiterhin angebaut wird. Er ist dunkelbraun gefärbt und hat einen besonderen, fast „jaucheartigen“ Geruch. Der Autor schildert die damals geringe Beliebtheit dieses intensiven Aromas in Tschechien. Die im Original genannte gesundheitliche Bewertung lässt sich aus der Honigbezeichnung allein nicht ableiten.
Aus Nordamerika und Mexiko stammen einige charakteristische Sortenhonige:
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Kalifornischer Salbeihonig: wird in Kalifornien erzeugt und als heller, milder Honig mit blumigem Nachgeschmack beschrieben. Die Gleichsetzung mit kalifornischem Buchweizen im historischen Original ist botanisch nicht zutreffend.
Tupelohonig stammt von den Blüten des Tupelobaums (Nyssa aquatica), der in Monokulturen in den Feuchtgebieten von Virginia bis Florida und Texas häufig vorkommt. Er hat weiße Blüten in traubenartigen Blütenständen. Der Honig ist wohlriechend, weiß und kristallisiert lange nicht, weil er viel Fruktose enthält. In den USA wird er hauptsächlich in der Pharmazie verwendet.
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Sourwood-Honig: ist ein relativ seltener Sortenhonig aus Nordamerika, wo Oxydendrum arboreum wächst. Dieses Gehölz ist ein Strauch, selten ein kleiner Baum, der in Waldgebieten mit saurem Boden die untere Strauchschicht bildet. Er wächst in Beständen von Robinien und blüht reichlich zur gleichen Zeit, wenn die Robinie verblüht. Vielleicht sollte er auch bei uns in Robinienbeständen angepflanzt werden. Es ist ein Ziergehölz und eine Bodenverbesserungspflanze, die die Trachtzeit der Bienen verlängert. Der Honig ist sehr schmackhaft.
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Uvalde-Honig: stammt von der Strauchakazie (Acacia greggii), die in Mexiko und den südlichen Staaten der USA wächst. In Mexiko wird sie Uña de gato - Katzendorn genannt, weil ihre Dornen an Katzenkrallen erinnern. Sie blüht mit typischen kugelförmigen Blütenständen von Mimosenholzgewächsen, die reichlich Nektar absondern. Der Honig ist hell bis hellbernsteinfarben, duftend und von hervorragendem Geschmack. Er wird hauptsächlich in der Umgebung der Stadt Uvalde in Texas produziert, nach der er benannt ist.
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Tulpenbaum-Honig: stammt von den Blüten des Tulpenbaums (Liriodendron tulipifera), einem charakteristischen Baum aus dem Einzugsgebiet des Missouri-Flusses. Tulpenartige Blüten produzieren viel Nektar. Der Honig ist dunkel gefärbt, dickflüssig und wohlschmeckend, er erinnert im Geschmack und Duft an Quittenfrüchte.
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Alkahual-Honig: stammt aus Mexiko, aber sein botanischer Ursprung konnte selbst in Mexiko nicht geklärt werden. Es ist ein sehr schmackhafter, bernsteinfarbener Honig mit einem feinen Duft.
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Campanilla-Honige: werden aus Mexiko, der Karibik und Mittelamerika exportiert. Sie stammen von den zahlreichen Windenarten der Gattung Ipomoea. Die für die Imkerei bedeutendsten Arten sind Ipomoea triloba und Ipomoea crassicaulis. Sie liefern Honige, die meist hellbernsteinfarben, duftend und schmackhaft sind.
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Aguinaldo-Honig: stammt von dem Windengewächs Rivea corymbosa, das reichlich auf der Halbinsel Yucatán wächst. Es blüht im Mai und Juni mit weißen Blüten. Der Honig ist klar, duftend und gilt als einer der besten der Welt.
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Logwood-Honig: stammt von dem nektartragenden Baum Campeche (Haematoxylum campechianum), der reichlich in den trockenen tropischen Wäldern und Savannen der Karibik und Mittelamerikas wächst. Der Logwood-Honig ist hell, duftet angenehm und bleibt lange flüssig. Er wird meist aus Jamaika exportiert.
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Mango-Honig: stammt von tropischen immergrünen Mangobäumen (Mangifera sp.), deren Früchte heute als tropisches Obst in unsere Breitengrade importiert werden. Er ist dickflüssig, bernsteinfarben, mit einem milden Terpentinduft und ausgezeichnetem Geschmack.
Nach einem Artikel von Ing. Oldřich Haragsim, CSc., in Moderní včelař 2/2004.


























































































































































