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Varroa-Monitoring – Der Weg zu starken und gesunden Bienenvölkern

Seitdem die Varroa destructor in die Imkerei Einzug gehalten hat, sind die Anforderungen an das Bienenmanagement gestiegen. Effektive Prävention und regelmäßige Kontrollen der Befallsstärke sind zu einem unentbehrlichen Bestandteil moderner Bienenzucht geworden. Sie helfen uns, schwere Verluste zu verhindern und gesunde Völker zu erhalten.

Die Bedeutung regelmäßiger Varroa-Kontrolle

Viele Imker verlassen sich ausschließlich auf die Untersuchung des Winterfalls. Doch dies reicht oft nicht aus. Innerhalb der Saison kann sich der Milbenbefall sprunghaft erhöhen. Werden die ersten Symptome offensichtlich, ist es für eine Behandlung meist schon zu spät.

Die wichtigsten Gründe für die kontinuierliche Varroa-Überwachung:

  • Früherkennung des Befalls mit Varroa destructor.

  • Bestimmung des optimalen Zeitpunkts und der besten Behandlungsmethode.

  • Kontrolle der Wirksamkeit eingesetzter Bekämpfungsmaßnahmen.

  • Reduzierung von wirtschaftlichen und produktiven Verlusten.

Methoden zur Varroa-Kontrolle: Vorteile und Grenzen der einzelnen Ansätze

Es gibt mehrere bewährte Methoden zur Überwachung des Varroabefalls in der Praxis:

1. Kontrolle des natürlichen Milbenfalls

Dies ist eine klassische und häufig verwendete Methode. Die Durchführung erfolgt folgendermaßen:

  1. Eine saubere Bodeneinlage wird für 7 Tage in den Bienenstock gelegt.

  2. Nach einer Woche wird die auf der Einlage gefundene Anzahl der Milben gezählt und durch sieben geteilt – so erhält man den durchschnittlichen täglichen Milbenfall.

Mögliche Risiken dieser Methode:

  • Ergebnisse werden durch Ameisenfraß oder Zugluft leicht verfälscht.

  • Die Genauigkeit ist verglichen mit direkten Methoden (wie dem Auswaschverfahren) eher gering.

Richtwert für erhöhtes Risiko: Mehr als 3 Milben pro Tag im Durchschnitt.

2. Kontrolle auf den Befall von Drohnenbrut

Bis zu 80 % der Milben halten sich in verdeckelter Brut auf, bevorzugt in Drohnenzellen:

  • Etwa 200 verdeckelte Drohnenzellen werden entnommen und auf Milbenbefall untersucht.

  • Dabei kommen Entdeckelungsgabeln und bei Bedarf Lupen zum Einsatz.

Risiken dieser Methode:

  • Befall adulter Bienen bleibt verborgen.

  • Regelmäßiges Ausschneiden der Drohnenbrut ist nötig.

3. Direkte visuelle Kontrolle adulter Bienen

Dabei werden während routinemäßiger Kontrollen gezielt Arbeiterbienen betrachtet.

  • Milben sind oft am Hinterleib, besonders an der Unterseite, zu erkennen.

  • Merkmale wie verformte Flügel oder andere Symptomen fallen ins Auge.

Nachteile der visuellen Methode:

  • Geringe Aussagekraft für den Gesamtherdbefall.

  • Nur starker Milbenbefall wird sicher erkannt.

4. Auswaschmethode (SMYV) zur Varroa-Kontrolle

Die modernste und genaueste Methode ist das Auswaschverfahren mit Puderzucker, Alkohol, Spülmittel oder Kohlendioxid (CO₂). Dabei werden Bienen abgeschlagen und die Milben mechanisch getrennt.

Varianten der Auswaschmethode:

  1. Puderzucker: Schonend, die Bienen überleben. Etwas geringere Genauigkeit. Sehr einfach anwendbar.

  2. Alkohol/Spülmittel: Höhere Präzision, jedoch sterben die getesteten Bienen. Keine ausgefallene Ausrüstung erforderlich.

  3. Kohlendioxid (CO₂): Schonend, sehr genau, keine Verluste. Benötigt jedoch spezielles Equipment.

Bei der Auswaschmethode werden in der Regel 200 bis 600 Bienen – je nach Anwendung – entnommen.

Wann wird der Milbenbefall kritisch?

Als Schwellenwert für das Eingreifen gilt für die Auswaschmethode:

  • Empfohlen wird rasches Handeln, wenn mehr als 2–3 Milben pro 100 Bienen festgestellt werden.

Welche Völker sollten überprüft werden?

Im Idealfall alle Völker, zudem ist besondere Aufmerksamkeit den stärksten und leistungsfähigsten Völkern zu schenken, da sie manchmal unentdeckte Risiken bergen („Zeitbombe“ Varroabefall).

Erfolgskontrolle der Behandlungsmaßnahmen

Die Überprüfung des Behandlungserfolgs ist zentraler Bestandteil der Prävention:

  • Nach Behandlungen mit Ameisensäure oder fluvalinatbasierten Präparaten (z.B. Gabon) empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung mit der Auswaschmethode.

  • Resistenzentwicklung der Milben kann erfasst und die eigene Strategie verbessert werden.

Empfehlungen für die Imkerpraxis und Erfahrungen aus der Imkergemeinschaft

Langjährige Erfahrungen zeigen: Die SMYV-Auswaschmethode ist entscheidend. Regelmäßige, monatliche Kontrollen von Mai bis September bringen Sicherheit und reduzieren die Verlustrisiken deutlich.

Abschließende Empfehlungen:

  • Integrieren Sie das Varroa-Monitoring mit der SMYV-Methode in Ihr Management.

  • Nutzen Sie verfügbare Schulungsmaterialien und Fachliteratur (etwa COLOSS Monitoring).

  • Achten Sie auf rechtzeitige und wirkungsvolle Behandlung – dies schützt langfristig die Vitalität und Produktivität Ihrer Bienen.

Inspiriert von Fachliteratur sowie der SMYV- und COLOSS-Monitoring-Methode.