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Bienenkalender – April

Das Sprichwort „April, April, der macht, was er will“ gilt in diesem Jahr wenig. Die Bienenvölker befinden sich bereits seit März in voller Entwicklung und die Beuten quellen im April förmlich über vor Leben. Die Königinnen sorgen für reichlich Brut, sodass unter dem Deckel kaum noch Platz erscheint. Die Natur ist dieses Mal deutlich schneller unterwegs – viele Bäume und Sträucher, die normalerweise erst jetzt zu blühen beginnen, sind bereits verblüht.

Sollten sich die Wetterprognosen bewahrheiten, ist auch im April nicht mit einem nennenswerten Temperaturrückgang zu rechnen, und der Bienenfrühling bleibt anhaltend kräftig. Darum ist es jetzt wichtig, den Brutraum der Völker rechtzeitig mit vorbereiteten Zargen, ausgebauten Waben und Mittelwänden zu erweitern. Halten Sie stets Schwarmkästen und Reservebeuten griffbereit, denn die Schwarmzeit könnte in diesem Jahr besonders früh starten. Vergessen Sie zudem nicht auf ausreichende Vorräte an Futterteig, der den Bienen hilft, kühle oder verregnete Perioden sowie einen schnellen Vorratsverbrauch zu überbrücken.

Rekordverdächtig frühe Blüte – nicht nur bei Obstbäumen

Der deutsche Name „April“ hat seinen Ursprung im Anbruch der Vegetationsperiode, wenn die Eichen zu treiben beginnen. Doch in diesem Jahr ist die Natur dem Kalender um Wochen voraus; Eichen und andere Arten trieben bereits im März aus.

Hauptursache ist eine außergewöhnlich hohe „Wärmesumme“ – also die Summer der Tagestemperaturen über 5 °C, die – gemeinsam mit länger werdenden Tagen – den Beginn wichtiger Entwicklungsphasen bei Pflanzen bestimmen. Im März wurde dieser Schwellenwert bereits rund zwanzig Tage früher erreicht, und für April werden weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen vorhergesagt.

Imker sollten ihre Eingriffe daher den Entwicklungen in der Vegetation anpassen und nicht starr am Kalender orientieren – Bienenvölker richten ihre Entwicklung stets nach dem natürlichen Zyklus der Pflanzen, nicht nach unseren festen Monatsvorgaben.

Phänologische Phase: Bienenfrühling

Anfang April blühen unter „normalen“ Bedingungen Mandelbäume, Aprikosen und Kirschpflaumen aus – die typischen Vertretern des späten Vorfrühlings („Prevernal III“). In diesem Jahr haben diese Arten aber viel früher geblüht, und der „Bienenfrühling“ („Vernal“) hat ohne die übliche Verzögerung bereits Einzug gehalten.

Der Beginn des Bienenfrühlings wird mit der Blüte der Vogelkirsche (Prunus avium) angezeigt. Nun beginnt für die Bienen eine Phase des Überflusses – es gibt reichlich Pollen und Nektar, die den Völkern beim Aufbau und Vorratsergänzung helfen.

Danach folgt die Massenblüte von Schlehen, weiteren Kirsch- und Birnbäumen sowie Apfelbäumen und anderen Obstsorten. Wiesen und Felder leuchten goldgelb durch Löwenzahn und in vielen Gegenden durch blühenden Raps. Ohne einen Temperatursturz könnten Ende April sogar Weißdorn und Rosskastanie blühen – Zeichen für das späte Frühjahr („Vernal III“).

Zeitraum des Wachstums: Der „Baubetrieb“ geht los

Im April wächst die Stärke der Bienenvölker rapide. Die Winterbienen werden nach und nach durch junge Sommerbienen ersetzt. Haben die Bienen ausreichend Tracht, Pollen, optimale Temperatur um die 35 °C im Brutnest und genügend junge Arbeiterinnen im Alter von 12 bis 18 Tagen, beginnt für das Volk die Zeit des intensiven Wabenbaus. Solange jedoch nicht alle Bedingungen erfüllt sind, wird vor allem alter Wachs umgearbeitet.

Das Wachs entsteht durch die Aktivität spezieller Drüsen auf dem 3. bis 6. Bauchsegment der Biene. Das ausgeschiedene Wachs erstarrt sofort zu kleinen Plättchen. Zur Erzeugung eines Kilogramms Wachs braucht ein Volk ungefähr 3,5 kg Honig und 50 g Pollen. Diese winzigen Wachsblättchen sind so leicht, dass nahezu 125.000 Stück auf gerade einmal 100 Gramm entfallen.

Die jährliche Empfehlung zur Wabenerneuerung liegt bei etwa einem Drittel bis zur Hälfte. Ein gesundes Bienenvolk mit guten Bedingungen kann diese Aufgabe bis zur Zeit der Sommersonnenwende problemlos bewältigen .

Warmer April und Schwarmstimmung – rechtzeitig erweitern!

Die Blüte der Vogelkirsche signalisiert dem Imker, dass der Zeitpunkt zur Erweiterung des Brutraums gekommen ist. Bedenken Sie, wie schnell die Bienen unsere Maßnahmen überholen: Aus einer voll besetzten Brutwabe schlüpft so viel Nachwuchs, dass sie flugs den dreifachen Raum beanspruchen. Um den richtigen Zeitpunkt für einen neuen Zargenaufsatz abzuschätzen, setzen Sie am Rand vom Brutnest einen Baurahmen ein. Zeigt sich, dass die Bienen diesen flott ausbauen und die Königin ihn sogleich bestiftet, ist das Volk bereit für zusätzlichen Raum.

Viele Imker bevorzugen die Rotation der Zargen als ersten nennenswerten Eingriff: Dabei werden ältere, unten leer werdende Honigwaben nach oben umgesetzt, um beim Schleudern entfernt zu werden. Die Wintervorräte gelangen unter das Brutnest und werden zur Larvenfütterung verwertet. Andere tauschen den unteren Brutraum schon im Winter aus und nutzen im Frühjahr ausschließlich neue Zargen.

Die Erweiterung erfolgt am besten schrittweise, um das Wärmegleichgewicht des Volkes nicht zu stören. Optimal ist die Verwendung von ausgebauten Waben – ergänzt mit maximal 2–3 Mittelwänden. Bei zu wenig ausgebauten Waben können Sie auch zwei seitliche Brutwaben samt Futterrähmchen versetzen und den verbleibenden Raum mit Mittelwänden auffüllen. Im Brutraum soll stets eine geschlossene Wabenkonstruktion ohne größere Zwischenräume bestehen bleiben.

Im April erscheinen die Drohnen

Anfang April zeigen sich in den Völkern die ersten Drohnen, deren Zahl im Laufe der Saison 500 bis 3000 Stück beträgt. Drohnen erreichen eine Körpertemperatur von etwa 40 °C und tragen erheblich zur Aufrechterhaltung des optimalen Klimas für die Brut im Stock bei. Die vollständige Entwicklung des Drohns, vom Ei bis zur erwachsenen Biene, dauert ungefähr 24 Tage; nach 12 Tagen sind sie geschlechtsreif. April ist für die Drohnenaufzucht entscheidend, da sie die Voraussetzung für eine erfolgreiche Königinnenzucht im Mai schaffen.

An die Zukunft denken – Imkerwissen weitergeben

Das Leben selbst hat mir gelehrt, wie wichtig es ist, in der Imkerei jemand an der Seite zu haben, der im Notfall unsere Aufgaben übernehmen kann. Nach dem unerwarteten Verlust meines Vaters und Betriebsleiters kurz vor Ostern in der Pandemiezeit wurde klar: Es ist notwendig, potenzielle Nachfolger frühzeitig einzuarbeiten, die sich im Ernstfall um die Bienen kümmern. Wichtig ist dabei aber nicht nur das Übergeben alter Regeln; die jungen Menschen sollen im Umgang mit Bienen ihre eigene Motivation und Freude finden – sei es in der Pflege lebender Tiere, der Nutzung moderner Technik oder sogar der Online-Vermarktung von Honigprodukten.

Ich bin davon überzeugt, dass die richtige Mischung aus der Erfahrung älterer Imker und dem frischen Elan der nächsten Generation neue Impulse und ein gegenseitiges Lernen ermöglicht. Exkursionen und Tage der offenen Tür an den Ständen – vielleicht gerade am internationalen Tag der Erde am 22. April – bieten besondere Gelegenheiten, junge Menschen für die Bienenhaltung zu begeistern und zu gewinnen.

Aus dem Magazin „Imkerei“ von Mgr. Kateřina Šulková