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Kalendarium für Dezember – Zeit der Ruhe und Erholung

Im Dezember lebt das Bienenvolk im energiesparenden Modus. Es verbraucht nur minimale Vorräte, die bis zur Frühjahrstracht reichen müssen. Die Königin legt keine Eier, und die Aktivität im Stock ist auf das Nötigste reduziert. Ein starkes Volk übersteht den Winter problemlos – die Drohnen sind längst vertrieben, wie es die Natur vorgibt.

Interessanterweise ist für Bienen ein langer, frostiger Winter günstiger als ein milder. Bei Kälte hält die Wintertraube fester zusammen, wodurch weniger Honigreserven benötigt werden. Wechselhaftes, warmes Wetter stört die Bienen hingegen, löst die Traube auf und erhöht den Verbrauch der Vorräte sowie das Risiko einer überfüllten Kotblase.

Die Aufgabe des Imkers im Winter: Ruhe, Kontrolle und Prävention

Im Dezember ist die wichtigste Aufgabe des Imkers, die Bienen nicht zu stören. Jede unnötige Einwirkung kann das Volk beunruhigen und das Überwintern gefährden. Der Imker beschränkt sich daher auf die Kontrolle der Fluglöcher, um sicherzustellen, dass sie nicht von Schnee oder erfrorenen Bienenkörpern blockiert sind. Wichtig ist auch der Schutz vor Nagetieren und Vögeln, die in den Stock eindringen könnten.

Ende Dezember ist zudem die richtige Zeit, eine Kontrollunterlage einzulegen, auf der sich der natürliche Totenfall und eventuelle Milben befinden. Diese sogenannte Wintergemüllprobe kann zur Untersuchung auf den Befall mit der Varroamilbe eingesendet werden – ein wichtiger Schritt zur Beurteilung der Wirksamkeit der Herbstbehandlung.

Warum manche Bienenvölker den Winter nicht überleben

Die Ursachen für Winterverluste können vielfältig sein – von schwachen Völkern über Futtermangel bis hin zu Krankheiten oder falscher Sitzposition auf den Vorräten. Bienen erfrieren in der Regel nicht, wenn sie gesund sind und genug Futter haben. Ein großes Risiko stellt jedoch die Ruhr dar – eine Darmerkrankung, die durch verschmutzte Stöcke oder das Überwintern auf Honigtauhonig entsteht. Dieser enthält schwer verdauliche Stoffe, die die Bienen belasten.

  • Mangel an Honigvorräten.

  • Zu schwaches Volk.

  • Falsche Sitzposition auf den Vorräten.

  • Befall durch Varroa destructor.

  • Viruserkrankungen und andere Infektionen.

Am besten geht es den Bienen bei einer stabilen, frostigen Winterperiode – dann bleiben sie ruhig, verbrauchen wenig Futter und die Kotblase füllt sich nur langsam.

Der Winter als Zeit für den Imker – Rückblick und Weiterbildung

Im Dezember kehrt auch beim Imker Ruhe ein. Oft lauscht er still den Bienenvölkern und erkennt ihren Zustand am Klang. Ein gleichmäßiges, ruhiges Summen zeigt, dass alles in Ordnung ist. Lautes oder unruhiges Brummen weist auf Probleme hin – zum Beispiel eine Maus im Stock oder eine verlorene Königin.

In der Winterzeit widmen sich Imker der Theorie, lesen Fachliteratur, planen die kommende Saison und nehmen an Fortbildungen teil.

Varroabekämpfung und Kontrolle im Dezember

Der Dezember ist der Zeitpunkt für die letzte Winterbehandlung. Diese erfolgt in brutfreier Zeit, meist durch die Träufelbehandlung mit Oxalsäure oder mittels Aerosol-Vernebler mit Varidol. Nach der Behandlung wird der Milbenfall überwacht und sorgfältig dokumentiert. Anschließend wird die Wintergemüllprobe für die Laboranalyse vorbereitet.

Honigverflüssigung im Winter

Im Dezember steigt die Nachfrage nach Honig – nicht nur für den Festtisch, sondern auch als gesundes Geschenk. Wenn der Honig kristallisiert ist, kann er schonend verflüssigt werden, ohne seine wertvollen Inhaltsstoffe zu beschädigen. Die Temperatur sollte dabei 45 °C nicht überschreiten, und der Prozess sollte langsam und gleichmäßig erfolgen – ideal in einem dafür vorgesehenen Gerät.

Die gängigsten Methoden der Honigverflüssigung

  • Im Einkochautomat – einfache und kostengünstige Methode für kleinere Mengen.

  • Mit Heizspirale – schnell, erfordert jedoch Überwachung, um Überhitzung zu vermeiden.

  • In Wärmekammern – zeitintensiv, aber mit gleichmäßiger Wärmeverteilung.

  • Mit Geräten wie Melitherm – professionelle Lösung, die die Honigqualität schont.

  • Mit Heizband – praktische Methode für größere Gebinde.

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist immer, den Geschmack, das Aroma und die natürlichen Wirkstoffe des Honigs zu bewahren, die durch zu hohe Temperaturen leicht zerstört werden könnten.

Gesundheit aus dem Bienenstock – Honig für Immunsystem und Winterwohlbefinden

Im Winter sollte man den Körper mit allen Schätzen unterstützen, die die Bienen schenken. Waldhonig ist wegen seines vollmundigen Geschmacks und hohen Mineralstoffgehalts besonders für Erwachsene geeignet. Blütenhonig wird wegen seiner Milde und leichten Verdaulichkeit von Kindern bevorzugt. Für eine stärkere Wirkung kann man Honig mit Propolis, Gelée Royale oder Apiglukan – einer Mischung aus Honig und Beta-Glucan aus Austernpilzen – wählen.

Diese Produkte stärken das Immunsystem, helfen Stress zu bewältigen und wirken als natürliche Unterstützung in der Erkältungszeit. Ein Löffel Honig täglich ist nicht nur eine gesunde Gewohnheit, sondern auch ein kleiner Ritualmoment, der Mensch und Natur – und die Arbeit der Bienen – verbindet.

Imkerkalender für Dezember

  • Überprüfen Sie die Völker regelmäßig – am besten nur durch Zuhören.

  • Stellen Sie sicher, dass die Fluglöcher nicht durch Schnee oder Eis blockiert sind.

  • Führen Sie die letzte Varroabehandlung des Jahres durch.

  • Schützen Sie die Beuten vor Mäusen und Vögeln.

  • Bereiten Sie die Entnahme des Wintergemülls zur Gesundheitskontrolle der Völker vor.

  • Beenden Sie das Einschmelzen und Verarbeiten von Wachs und Honig.

Inspirationsquelle: Imkerkalender von Milan Pleva.