Imkerkalender – August 25
Der August ist für viele die Zeit des Urlaubs, für Imker hingegen beginnt jetzt eine der arbeitsreichsten und entscheidendsten Phasen des Jahres. Nach der letzten Honigschleuderung gilt es, die Völker sorgfältig auf die Überwinterung vorzubereiten, damit sie kräftig und vital in die nächste Bienensaison starten können. Fütterung, Behandlung gegen Varroamilben und die Hygiene in den Bienenstöcken stehen im Mittelpunkt – alles muss zügig erledigt werden, damit Räuber wie Wespen und fremde Bienen keine Chancen auf die Futtervorräte erhalten.
Halten Sie mit den Arbeiten nicht zu lange inne – durch die diesjährigen Verschiebungen im Vegetationsverlauf sollte alles bis spätestens Mitte August erledigt sein, damit die Bienen ausreichend Zeit haben, eine starke Wintergeneration aufzubauen.
Bartholomäus (24.8.) – Kürzere Tage und weniger Bienenweide
Im August nimmt die Tageslänge um fast zwei Stunden ab. Die Blütezeit der wichtigsten Trachtpflanzen neigt sich dem Ende zu, übrig bleibt meist nur noch eine spärliche Reiztracht. Auch Honigtau – oft mit hohem Anteil an Melezitose und somit schnell kristallisierend – ist nun in der Regel geerntet. Jeder Tropfen Nektar zählt für die Aufzucht der Winterbienen. Aufgrund der Vielfalt an Pollen stehen den Bienen dennoch hochwertige Eiweißquellen für die Brutpflege zur Verfügung.
Laurentius (10.8.) – Erste Anzeichen des Herbstes
Obwohl der August traditionell als Sommermonat gilt, hat der diesjährige Vegetationsvorschub alles nahezu um einen Monat beschleunigt. Die Haupttracht ist vorbei, Bienen finden nur noch Reste blühender Pflanzen (wie Weißklee, Disteln, Klette) oder Feldkulturen (Rotklee, Luzerne) sowie Maispollen. Auch die im Zuge von "Greening"-Maßnahmen angelegten Blühstreifen sind nicht zu unterschätzen – sie bieten während des Sommers Pollen und Nektar, besonders wenn sie früh geschnitten wurden, kann sich eine nennenswerte Spättracht ergeben. Unter den bedeutenden Trachtpflanzen dieser Flächen finden sich Phacelia, Buchweizen, Senf, verschiedene Kleearten und ebenso weniger verbreitete Gattungen wie Fette Henne oder Esparsette. In der Landschaft begegnen wir auch invasiven Arten (Goldrute, Staudenknöterich, Herkulesstaude), die in der Trachtlücke Ersatz bieten können.
Start ins neue Bienenjahr
Genau wie die Bäume Vorräte für den Winter anlegen, beginnt auch für den Imker jetzt die intensive Vorbereitung der Bienenvölker auf die Winterruhe. Die Sommerbienen, die bislang unermüdlich Vorräte eingetragen haben, werden allmählich von einer kräftigen, lang lebenden Wintergeneration abgelöst. Drohnen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, werden von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock gedrängt, um die Vorräte nur den notwendigen Mitgliedern des Bienenvolkes vorzubehalten – das ist ein natürlicher Teil des Lebenszyklus.
Praktische Arbeiten im August
-
Genügend freie Zellen im Brutraum: Das Volk sollte mindestens sieben vollbesetzte Waben haben – dies entspricht einer Stärke von etwa 15.000 Bienen für den Winter; Produktionsvölker benötigen entsprechend mehr Waben und Vorräte.
-
Ausreichende Vorräte: Eine gute Vorbereitung bedeutet 12–20 kg Vorräte (je nach Volksstärke). Die Futterwaben sollten so verteilt werden, dass die Königin weiterhin Platz zum Eierlegen hat und der Futtersirup "getrocknet" werden kann.
-
Pollenvorräte: Sie sind für das Wachstum im Frühjahr unverzichtbar. Eine Pollenwabe reicht aus, um im Frühjahr Tausende von Ammenbienen zu versorgen.
-
Platzangebot und Hygiene im Bienenstock: Achten Sie auf eine sinnvolle Wabenaufteilung, vermeiden Sie das "Verstopfen" des Brutraums mit Pollenwaben, ungebauten Mittelwänden oder stark verkitteten Waben. Leere, sogenannte "Brotkrumenwaben" werden von der Königin gern genutzt.
-
Gesundheit und Wasser: Überwachen Sie regelmäßig den Gesundheitszustand der Bienenvölker und führen Sie gegebenenfalls Behandlungen gegen Varroamilben durch. Sorgen Sie stets für eine ausreichende Wasserversorgung, damit die Bienen die Temperatur im Stock regulieren können.
Denken Sie bei jeder Arbeit am Bienenvolk im August daran, dass alles, was Sie jetzt tun, das Überwintern und den Frühlingsstart maßgeblich beeinflusst. Eine gewissenhafte Augustpflege ist das Fundament für ein erfolgreiches Bienenjahr!
Optimaler Raum für die Überwinterung des Bienenvolks
Mit dem nahenden Ende des Sommers werden die Nächte spürbar kühler und die Bienen bilden rund um das Brutnest eine immer kompaktere Wintertraube. Überschüssige Sommerbienen sammeln sich an warmen Tagen oft im Bodenraum oder vor dem Flugloch – die meisten verschwinden jedoch bis zum Winter. Die Volksstärke sinkt allmählich von maximal 40–60 Tausend auf etwa 15–20 Tausend Bienen zur Überwinterung.
Ableger werden typischerweise in einer Zarge mit dem Maß 39×24 cm überwintert, während starke Produktionsvölker zwei Zargen benötigen. Beim Anpassen des Brutraums sollte berücksichtigt werden, dass das Winternest bereits im August in Fluglochnähe angelegt wird – im Winter wandern die Bienen dann zu den Futtervorräten nach oben, wo es am wärmsten ist. Ein gut bemessener, eher kleiner Innenraum hält die Wärme besser im Winter, und im Frühjahr ermöglicht er eine zügige Entwicklung des Volks direkt unter dem Deckel.
Hochwertige Ernährung für die Winterbienen
Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, für ausreichend Futter zu sorgen, damit sich eine gesunde Wintergeneration entwickeln kann. Fehlen Vorräte oder ist die Ernährung minderwertig, drosselt die Königin das Brutgeschäft, die Bienen werden räuberisch und ihre Anfälligkeit für Krankheiten steigt. In dieser Saison musste vielerorts früher als sonst gefüttert werden – die erste Gabe oft schon in der zweiten Julihälfte, die zweite sollte spätestens in der ersten Augusthälfte erfolgen. An Monatsende empfiehlt sich die Kontrolle und gegebenenfalls das Auffüllen der Vorräte. Wichtig ist, dass nach dem 6. September schlüpfende Bienen nicht mehr durch das Verarbeiten von Futter belastet werden.
Viele Imker hatten in diesem Jahr Probleme mit melezitosehaltigem Honig, der sehr schnell kristallisiert und sich nicht als Winterfutter eignet. Lösungen für diesen "Zementhonig" sind beispielsweise das Zurückschneiden der Waben auf Mittelwände, sodass die Bienen sie reinigen, das Einweichen zur Herstellung von Met oder das Einlagern an einem kühlen Ort zur späteren Verwendung im Frühjahr.
Gesundheit der Sommer– und Winterbienen
Für eine erfolgreiche Überwinterung ist es entscheidend, dass die Winterbienen, die nach dem 15. August (dieses Jahr oftmals schon früher) schlüpfen, stark, gesund und gut ernährt sind. Ebenso müssen die pflegenden Bienen in Verfassung bleiben. Die Kontrolle der Volksgesundheit sollte daher schon ab Juni und Juli erfolgen. Bei starkem Befall durch Viren oder Varroa-Milben helfen spätere Maßnahmen im August oder September meist nicht mehr wirkungsvoll.
Besonders wichtig ist die kontinuierliche Überwachung des Varroa-Befalls. Zu den gebräuchlichen Methoden gehören:
-
die Erfassung des natürlichen Milbenfalls auf Einschiebeschalen unter dem Bienenstock,
-
das Abwaschen der Bienen mit Puderzucker, Alkohol, Seifenwasser oder CO2,
-
die Brutkontrolle – etwa das Suchen nach Milbenkot an den Zellwänden oder das Zählen der Milben auf herausgeschnittenen Brutwaben.
Bei stärkerem Befall ist eine Behandlung mit zugelassenen Präparaten erforderlich (z.B. Ameisensäure, Apiguard, Oxalsäure, Gabon-Streifen) oder es bieten sich zootechnische Maßnahmen an – wie das Entfernen der Drohnenrahmen oder das Aussondern stark befallener Völker. Zeitnahe Fütterung reduziert auch das Risiko von Räubereien und Rückinfektionen durch Milben aus der Nachbarschaft.
Bedenken Sie, dass verspätete Varroa-Bekämpfung in ungewöhnlichen Jahren die Bienenvölker in Lebensgefahr bringen kann.
August – Abschluss des Imkerjahres
Nach der Zeitschrift "Včelařství" Mgr. Kateřina Šulková – Bienenhof Poděbrady





































































































































































































