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Die Asiatische Hornisse – ein neuer ungebetener Gast in unseren Regionen

Als wir für die Maiausgabe der Imkerzeitschrift "Včelařství" über Vorbereitungen hinsichtlich einer möglichen Ankunft der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) berichteten, schien noch ausreichend Zeit zu bleiben. Damals wurde vor allem aus Ostbayern über ihr Auftreten berichtet, während gleichzeitig über eine eventuelle Verbreitung aus südlicher Richtung über Ungarn spekuliert wurde.

Im August wurden jedoch in Ungarn, in der Nähe der Grenze zur Slowakei, etwa zehn Exemplare der Asiatischen Hornisse entdeckt. So begannen auch bei uns erste Vorbereitungen hinsichtlich eines möglichen Auftretens im südlichen Mähren.

Welche Erkenntnisse konnten bislang gesammelt werden?

Am wichtigsten ist, dass eine Entdeckung rechtzeitig gemeldet wird. Sollten Sie sich nicht sicher sein, versuchen Sie, das Tier oder das Nest zu fotografieren und den Zeitpunkt der Beobachtung anzugeben. In Pilsen beispielsweise verweilten die Hornissen nur kurz, entscheidend waren aber die genaue Angabe des Zeitrahmens und der Flugrichtung beim Verlassen der Beobachtungsstelle. Nach erfolgreichem Fang setzen sich die Asiatischen Hornissen oft erst einmal hin, entfernen überflüssige Teile der Beute und fliegen dann in Richtung ihres Nestes, was für die Lokalisierung äußerst hilfreich ist.

Ausgewachsene Hornissen benötigen energiereiche Nahrung und finden diese meist an blühenden Pflanzen. Im Herbst halten sie sich bevorzugt an blühendem Efeu auf; dort haben wir bei Beobachtungsaktionen erfolgreich Sammeltiere für die weitere Ortung eingefangen.

Wie erfolgt die Ortung der Hornissennester?

Wir haben zunächst etwa zehn Hornissen an blühendem Efeu eingefangen und sie anschließend mit Honig gefüttert und wieder freigelassen. Nach kurzer Orientierung flogen sie zielgerichtet in Richtung ihres Neststandortes. In Abständen von mehreren Dutzend Metern ließen wir erneut gefütterte Hornissen frei. Auf diese Weise gelang es, den Standort des Nestes innerhalb einer Stunde ausfindig zu machen.

Wie erkennt man die Asiatische Hornisse?

Die größte äußerliche Ähnlichkeit weist sie mit unserer heimischen Hornisse (Vespa crabro) auf. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Unterschiede. Leicht verwechselt wird die Asiatische Hornisse auch mit verschiedenen Wespenarten, wie etwa Gallischen Feldwespen, bestimmten größeren Wespen sowie Schwebfliegen, Holzbienen und anderen größeren Fluginsekten.

Identifikation und Beseitigung der Nester der Asiatischen Hornisse

Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) finden sich häufig hoch oben in Baumkronen, ähnlich wie die von der Mittleren Wespe. Ihre Färbung unterscheidet sich aber deutlich: Während Wespennester eher grau erscheinen, sind Asiatische Hornissennester oft heller, gelblich oder cremefarben, da sie ihr Nest aus Holzfasern und Speichel anfertigen. Trotz ihrer Größe – in Pilsen wurde beispielsweise ein Nest von etwa 75 cm Durchmesser und 7,5 kg Gewicht identifiziert – bleiben diese oft bis zum Herbst und Blätterabfall unbemerkt. Im Herbst befinden sich dort meist nur noch Arbeiterinnen, die den Winter nicht überleben.

Die Nester besitzen meist eine typische birnenartige Form mit seitlicher Einflugöffnung. Im Nest von Pilsen wurden neun Wabenstockebenen entdeckt, in denen etwa 6.000 Exemplare lebten. Eine recht positive Nachricht war, dass Anfang Oktober die meisten Königinnenpuppen im Pilsener Nest noch nicht geschlüpft waren. Dies deutet darauf hin, dass eine Ausbreitung der Hornissenpopulation noch zum Teil erfolgreich eingedämmt werden konnte.

Entscheidend ist stets die möglichst frühe Meldung des Auftretens dieser Hornisse.

Verhalten der Asiatischen Hornisse

Die unmittelbare Gefahr durch die Asiatische Hornisse für Menschen ist eher gering, solange diese Tiere sich nicht bedroht fühlen. Bei unseren Ortungsaktivitäten konnten wir sogar gefütterte Hornissen ohne Aggressionen handhaben. Gefährlicher gestaltet sich die Situation dagegen für Honigbienen, denn die asiatische Hornisse ist sehr effizient in der Jagd, schneller und wendiger im Flug als die heimische Hornisse. Fliehende Bienen haben daher meist nur geringe Überlebenschancen.

Aufspüren und Vernichten der Hornissennester

Nester anhand von Fluginformationen aufzuspüren ist zeitaufwendig, aber durchführbar. Neben der klassischen Ortung, bei der Tiere freigelassen und ihre Flugrichtung verfolgt wird, können auch moderne technische Hilfsmittel wie Thermobildkameras oder Radiotelemetrie verwendet werden.

Wenn Sie ein potenzielles Hornissennest entdecken, versuchen Sie nicht, es allein unschädlich zu machen! Wichtig ist eine vorherige Bestätigung der Identität durch Spezialisten wie Mitarbeiter der Agentur für Naturschutz und Landschaftspflege (Agentura ochrany přírody a krajiny ČR). Wird der Verdacht bestätigt, übernehmen Feuerwehrkräfte die Entfernung.

Klimamodellen zufolge könnte sich die Asiatische Hornisse bei uns dauerhaft ansiedeln. Noch lässt sich jedoch nicht einschätzen, ob ihre Königinnen unsere Winter regelmäßig überleben. Ein hoher winterlicher Verlust an Königinnen ist üblich, jedoch kompensiert die Art dies durch hohe Vermehrungsraten.

Im Winter sind sorgfältige Kontrollen nach Blätterfall wichtig. Ab Frühling gilt es, überwinterte Königinnen aufzuspüren und zu beseitigen, bevor sie neue Kolonien gründen und sich langfristig in unseren Gebieten etablieren.

Aus der Zeitschrift "Včelařství", Autoren: Tomáš Görner und Jan Walter