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Kalender November

Im November beginnt traditionell die Erkältungszeit, was die Nachfrage nach hochwertigem Honig aus der Region stark erhöht. Gemütliche Teestunden zu Hause und der herrliche Duft frisch gebackener Honiglebkuchen prägen nun viele Haushalte. Auch Bienenwachskerzen sind jetzt besonders beliebt und verbreiten ihr warmes Licht an kühlen, dunklen Novemberabenden. Die Ruhe im Bienenstand täuscht: fleißige Imker treffen bereits Vorbereitungen für die zweite Varroa-Behandlung, kümmern sich sorgfältig um das Wachs, füllen den Honig ab und bereiten allerlei Produkte für die Weihnachtsmärkte vor. Weitere Details und hilfreiche Tipps dazu erfahren Sie im Novemberkalender. Lehnen Sie sich bei einer heißen Tasse Tee zurück und genießen Sie Ihre Lektüre.

Bauernregeln und Traditionen

Im November gibt es nicht mehr so viele bekannte alten Wetterregeln und bedeutende Feiertage wie im Oktober. Am 11. November kommt der heilige Martin, der traditionell auf einem Pferd geritten kommt. Auch wenn er oft keinen Schnee bringt, würden viele doch gerne weiße Straßen sehen. Die Märkte zu Sankt Martin bieten mit warmer Honigmet eine wunderbare Alternative zu Glühwein – immerhin wird dieser Honigtrunk hierzulande schon seit jeher hergestellt, lange bevor der erste Wein angebaut wurde.

Bekannt ist im Volksmund folgende Regel: „Wenn der Maulwurf im November gräbt, fliegen zu Weihnachten die Mücken.“ In besonders milden Jahren ist dies durchaus beobachtet worden, etwa 2021. Passend dazu: „Fliegen am Andreastag (30.11.) noch viele Bienen, verspricht es kein gutes Erntejahr.“ Hoffen wir, dass uns die Zukunft nur Gutes bringt.

Die Pflege der Bienenvölker im November

Im November steht nun fast überall die zweite Behandlung gegen die Varroamilbe (Varroa destructor) an. Ein gängiges und hochwirksames Mittel in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Varidol 125 mg/ml (Fumigation). Diese Behandlung zeigt gute Ergebnisse, wenn Anwendungsintervalle und Bedingungen eingehalten werden.

Andere zugelassene veterinärmedizinische Präparate stehen ebenfalls zur Verfügung. Jeder Imker sollte sorgfältig wählen und sich genau an die empfohlenen Anleitungen halten. Experimente auf eigene Faust sind bei der Varroa-Behandlung nicht ratsam, Fachleute entdecken viel, was Laien oft übersehen.

Die Spätherbstbehandlung basiert auf der Eliminierung von phoretischen (frei auf Bienen sitzenden) Varroa-Milben während der ersten Behandlung. Die zweite Behandlung folgt in einem Abstand von 10 bis 12 Tagen und entfernt eventuell noch schlüpfende Milben sowie Eindringlinge aus Räubereien später im Jahr. Im November senkt sich oder verschwindet die Brutaktivität der Bienen, was die Wirksamkeit effektiv erhöht. Im Dezember folgt gegebenenfalls die Endkontrolle, um gesunde und starke Völker ins neue Jahr zu schicken.

Bienenvölker vor Vögeln schützen

Mit zunehmend weniger Nahrung in der Natur suchen Spechte und andere Vogelarten gelegentlich Futter um die Bienenstände. Schutznetze vor den Fluglöchern sowie einfache Vogelabschreckungen, z.B. frei hängende CD-ROMs, wirken effektiv. Alternativ können Sie Futterstellen weiter entfernt platzieren, um Vögel anzulocken und Schäden am Bienenstock zu verhindern.

Vorsicht vor der Asiatischen Hornisse

Ein Themengebiet, das jeden Imker beschäftigt, ist das Auftauchen der Asiatischen Hornisse. Informieren Sie sich gut und informieren Sie umgehend die zuständigen Naturschutzbehörden, sollten Sie sie sichten.

Wachsverarbeitung und Sortierung der Waben

Im November empfiehlt sich, falls noch nicht geschehen, eine Bestandsaufnahme der Wachsreserven und Sortierung der Rähmchen und Waben. Helle, frische Waben oder Mittelwände lagern wir sicher für kommende Saison ein. Dunkle und beschädigte Waben, Drohnenwaben oder von Wachsmotten befallene Waben werden zeitnah eingeschmolzen.

Frisches, helles Wachs eignet sich zur Herstellung von Salben, Kosmetik und Lebensmitteln oder zum Umtausch gegen neue Mittelwände. Dunkleres Wachs empfehlen wir als Rohstoff für dekorative Kerzen.

Wachsreinigung zur Kerzenherstellung

Für Kerzen benötigt man gereinigtes, qualitativ hochwertiges Bienenwachs. In speziellen Sterilisationsbehältern lässt sich Wachs ideal reinigen. Typisch ist ein Mischungsverhältnis von 1 Teil Wasser zu 5–10 Teilen Wachs. Auf etwa 75–80 °C erhitzt, bleibt reinstes, goldgelbes Qualitätswachs zurück.

Nähere Details über Wachs und Kerzenherstellung finden Sie bei Experten wie Patrik Philipp, dessen wertvolle Ratschläge wir in diesen Artikel einbezogen haben. Im nächsten Artikel befassen wir uns mit Silikonformen und dem Kerzen-Gießen und -Rollen mit Mittelwänden.

Backen von Honiglebkuchen

Ende November ziehen verführerische Düfte des Lebkuchens durchs Haus. Traditionell kommen sie frühzeitig in den Ofen, da sie bis Weihnachten nachreifen müssen. Probieren Sie unser erprobtes Lebkuchenrezept, ergänzt mit Backtipps der erfahrenen Lebkuchenexpertin Zdeňka Hájková.

Weihnachtsgeschenke für Imker und Honigliebhaber

Die besinnliche Zeit des Bastelns und Vorbereitens kleiner Geschenkideen rückt näher. Persönliche Geschenkideen aus dem Bienenstand wie Honig, selbstgebrauter Met, selbstgemachte Bienenwachskerzen oder Naturkosmetik erfreuen jedes Jahr aufs Neue.

Weiterbildung & Adventsstimmung

Nutzen Sie auch im November die Gelegenheit, sich bei Vorträgen und Seminaren weiterzubilden. Und zur Einstimmung auf Weihnachten locken Ausstellungen und Museen, beispielsweise im historischen Dorf Freilichtmuseum Přerov nad Labem.

Wichtige anstehende Termine

  • Verbandsbeiträge: bis zum 15. November abzugeben.

  • Weitere wichtige Termine: Wintergemülluntersuchung (15.2.) sowie EU-Förderanträge (15.7.).

Aus dem Imkermagazin von Mgr. Kateřina Šulková