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Kalendarium – Januar

Bauernregel für den Januar: Im Januar starker Frost, im Mai reicher Honigertrag.

Diese Bauernregel spiegelt die Erfahrung vieler Generationen von Imkern und Landwirten wider. Ein kalter Januar bedeutet in der Regel bessere Aussichten für die Felder und für die Bienen. Heute wünschen wir uns oft einen „milden“ Winter und Schnee nur in den Bergen – doch das steht im Gegensatz zu dem, was unsere Großeltern als vorteilhaft betrachteten. Für sie war der Broterwerb schwieriger, und gerade deshalb wünschten sie sich einen echten Winter. Und genau das „wollen“ auch die Bienen – anhaltender Frost ist für die Überwinterung häufig günstiger als lang andauernde Tauperioden.

Im Januar endet bereits die Phase des bloßen Planens. Schrittweise beginnen wir mit den Vorbereitungen auf die neue Saison – vor allem in der Werkstatt und bei der Kontrolle des Bienenstandes.

Eingriffe am Bienenvolk und Arbeiten am Bienenstand

Den Bienenstand kontrolliere ich im Januar vor allem nach Schneefall. Sind die Fluglöcher verschneit, fege ich den Schnee vorsichtig ab, damit trockene Frischluft in die Beute strömen kann und die Bienen nicht unter mangelnder Belüftung leiden.

An wärmeren Tagen, wenn die Temperatur am Flugloch in der Sonne über 10 °C steigt, sind oft Reinigungsflüge zu beobachten. Dabei entleeren die Bienen ihre Kotblase und tragen häufig auch tote Bienen aus dem Stock. In Wintern mit starken Temperaturschwankungen, wenn Völker früher mit der Brut beginnen, sind Reinigungsflüge wichtig für Kondition und Hygiene im Bienenstock.

Im Januar gilt eine einfache Regel: Die Bienen müssen sich selbst helfen. Deshalb greife ich nicht in die Völker ein und öffne die Beuten nicht unnötig.

Im Bienenhaus habe ich Mausefallen aufgestellt, die ich einmal pro Woche kontrolliere. Als Köder verwende ich eine Kruste frischen Brotes (wird wöchentlich erneuert). Bewährt haben sich auch geschälte Walnüsse – sie müssen in der Regel nicht so häufig ausgetauscht werden.

Der Winter ist auch Werkstattzeit: Rähmchen werden genagelt und gedrahtet für die kommende Saison. Vorbereitete Rähmchen und Mittelwände sparen im Frühjahr viel Zeit und Stress bei der Erweiterung der Völker.

Behandlung und Untersuchung des Wintergemülls

Im Januar werden die Bienen in der Regel nicht behandelt, genauer gesagt erfolgt meist keine weitere Varroabehandlung. Die wichtigste Aufgabe ist jedoch die Entnahme des Wintergemülls, das wertvolle Informationen über den Zustand der Völker liefert.

Auf die Gemüllentnahme bereite ich mich bereits Ende Dezember vor: Nach der letzten Varroabehandlung reinige ich die Bodenschieber und lasse sie etwa einen Monat im Boden der Beute eingeschoben. Im Januar ist mehr Ruhe für diese Arbeit, daher zähle ich die Milben auf jeder Windel einzeln. Es kommt vor, dass von zehn Völkern eines „problematisch“ ist (zum Beispiel unzureichend behandelt) und einen deutlich höheren Milbenfall aufweist – etwa 30 Milben –, während bei den übrigen nur eine oder keine Milbe im Gemüll zu finden ist. Ein Durchschnittswert würde diese Situation verfälschen, daher ist die individuelle Kontrolle entscheidend.

Anhand des Milbenfalls in den einzelnen Völkern kann es notwendig sein, ein betroffenes Volk im Vorfrühling gezielt zu behandeln, auch wenn die Laboruntersuchung der Sammelprobe insgesamt „im Normbereich“ liegt.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Ergebnisse bereits im Januar vorliegen. Im Februar ist die Brutfläche meist noch klein, und falls eine rasche Entlastung von Varroamilben nötig ist, kann rechtzeitig reagiert werden. Später im Frühjahr ist ein solcher Eingriff deutlich aufwendiger.

Für die Gemüllprobe gilt: In eine Sammelprobe kann das Gemüll aller Völker eines Standes gegeben werden, sofern sich der Standort nicht in einem Sperrbezirk wegen Amerikanischer Faulbrut befindet. Liegt der Stand in einem Sperrbezirk, richte ich mich stets nach den aktuellen Vorgaben der geltenden Tiergesundheitsbestimmungen (für 2026 nach gültiger Fassung).

Bei der Entnahme am Bienenstand entferne ich zunächst tote Bienen. Die Milben zähle ich bei jedem Volk separat, das Gemüll schabe ich mit einem Spachtel ab (bewährt hat sich auch ein handelsüblicher Eiskratzer). Das Gemüll gebe ich auf Zeitungspapier – es nimmt Feuchtigkeit gut auf und verhindert Klumpenbildung. Mit einem Filzstift notiere ich Standort und Nummern der beprobten Völker. Befinden sich Eisstücke im Gemüll, werden diese nicht in die Probe aufgenommen.

Die Zeitung mit dem Gemüll lasse ich bei Zimmertemperatur trocknen (zum Beispiel auf einem Schrank). Innerhalb einer Woche bereite ich Joghurtbecher vor, in die ich das getrocknete Gemüll einfülle. Die Becher werden mit einem Stück Küchenpapier abgedeckt und mit einem Gummiband fixiert. Abschließend beschrifte ich sie und ergänze das Begleitetikett entsprechend den Versandvorschriften.

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Herstellung von Silikonformen für Kerzen

Jedes Jahr suche ich im Imkerkurs für Kinder eine Tätigkeit, die Spaß macht und zugleich praktisches Wissen vermittelt. In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Herstellung von Silikonformen und das anschließende Gießen von Figuren aus Bienenwachs. Es ist eine schöne Verbindung von kreativem Arbeiten mit einem Material, das untrennbar zur Imkerei gehört – dem Bienenwachs.

Arten von Silikonformen

Nach dem Gießmaterial

  • Hitzebeständige – z. B. für Zinnfiguren.

  • Mechanisch widerstandsfähige – für Harz, Gips oder Wachs.

  • Lebensmittelechte – etwa für Marzipan (mit entsprechender Zertifizierung).

Nach der Konstruktion

  • Form für flache Abgüsse – einfache Herstellung, leichtes Entformen.

  • Mehrteilige zerlegbare Form – für komplexere Modelle.

  • Einteilige Form – für komplizierte Abgüsse, meist mit Einschnitt.

Silikonauswahl: hart oder weich

Für mehrteilige Formen verwendete ich früher Lukopren N1522. Es besitzt eine höhere Härte (Shore A 53°), ist bis 250 °C temperaturbeständig und nicht lebensmittelecht. Vorteil ist der günstige Preis, Nachteil die Neigung zu Luftblasen und die zu hohe Härte für moderne, flexible Kerzenformen.

Für Bienenwachs nutzt man heute meist weichere Silikone um Shore A 10°. Ich verwende D10 mit einer Temperaturbeständigkeit bis 250 °C – für Kerzen vollkommen ausreichend.

Gießen von Bienenwachs in Silikonformen

Wachskerzen gieße ich vor allem vor Weihnachten und Ostern. Das Wachs muss sauber und trocken sein – feuchtes Wachs spritzt beim Brennen. Geschmolzen wird im Wasserbad bei etwa 70 °C. Den Docht tauche ich vor dem Einsetzen in Wachs, damit er stabil bleibt und mittig steht.

Zum Schluss wünsche ich einen erfolgreichen Start ins neue Jahr und viel Gesundheit, Glück und Freude – nicht nur in der Welt der Bienen.

aus der Zeitschrift „Včelařství“, Ing. Václav Horčic, Ph.D.