Pflege eines Bienenablegers – eine ausführliche Anleitung für Imker
Transport von Bienenablegern
Der Transport eines Ablegers zu Ihrem Bienenstand ist ein kritischer Moment, in dem gewisse grundlegende Regeln zu beachten sind. Hauptgefahr ist eine Überhitzung, die zum Kollaps des Ablegers führen kann – Imker nennen es „Überkochen der Bienen“.
Bei längeren Fahrten muss den Bienen ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Dafür eignet sich am besten eine Hand-Sprühflasche, die ausschließlich mit Trinkwasser befüllt ist. Eine PET-Flasche mit durchlässigem Deckel kann notfalls auch genutzt werden.
Am geeignetsten sind Transportboxen aus Styrodur (Ablegerkasten) mit Gitterboden zur optimalen Belüftung und Wasserversorgung. Für längere Transporte nie Kartons benutzen – diese sind maximal für kurze Fahrten am Abend geeignet.
Richtige Platzierung des Ablegers am Bienenstand
Der angelieferte Ableger muss nicht sofort in die Beute umgesetzt werden. Wenn er im Styrodur-Ablegerkasten untergebracht ist, kann er dort mehrere Tage, eventuell auch Wochen verbleiben, bis dieser voll besetzt ist.
Stellen Sie den Ablegerkasten genau an den Platz, den das spätere Bienenvolk im endgültigen Bienenstock einnehmen soll. Die Ausrichtung des Flugloches sollte sowohl horizontal als auch vertikal identisch sein, damit sich die Bienen beim Einfliegen orientieren können. Änderungen führen oft zu Verflug und schwächen das Bienenvolk sowie dessen Verteidigungsfähigkeit gegen Räuberei.
Wichtig: Das Flugloch soll nur teilweise geöffnet bleiben, maximal auf die Breite einer Biene. Ein komplett geöffnetes Flugloch kann in der Trachtlücke von den Bienen nicht verteidigt werden.
Umsetzen des Ablegers in die neue Beute
Wenn der Ableger an Stärke gewinnt, setzen Sie ihn in eine normale Magazinbeute um. Typischerweise erfolgt die Zusammenstellung wie folgt:
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Flacher Boden / Unterboden
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Zarge mit Rähmchen (Ableger)
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Abdeckfolie
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Isoliermaterial (Dämmung)
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Flacher Deckel (oberer Abschluss)
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Blechabdeckung als Wetterschutz
Alle Rähmchen werden vorsichtig in der aktuellen Reihenfolge umgesetzt, damit die Brutwaben direkt am Flugloch sind – dort sammeln sich die meisten Bienen, welche die Brut gegen Räuberei zuverlässig schützen. Futterwaben am Flugloch erhöhen hingegen das Risiko des Ausraubens durch fremde Völker.
Prüfen Sie bei diesem Schritt stets das Vorhandensein der Königin und die Brut in allen Entwicklungsstadien (Eier, Larven, verdeckelte Brut).
Die richtige Fütterung des Bienenablegers
Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit Futterteig für Bienen (z.B. Apivital). Der Futterteig ermöglicht eine kontinuierliche Aufnahme, was entscheidend ist – Flüssigfutter wie Zuckerwasser oder Invertzuckersirup kann schnell den Brutraum für die Königin blockieren. Die Bienenkönigin benötigt freien Zellenraum, um den Ableger zügig zu entwickeln – dies wird am besten mit Futterteig erreicht.
Anfangs reichen etwa 600 g Teig, die Mengen können je nach Volksstärke gesteigert werden. Die empfohlene Menge für gutes Wachstum sind ein Viertel bis eine halbe Standard-Futterteigplatte (2,5 kg).
Für größere Ableger ist ein flacher Futteraufsatz ideal, in den der Teig direkt auf die Oberträger gelegt wird. Verwenden Sie nie einen hohen Aufsatz, da dies den Raum zu sehr erweitert und die Kontrolle durch die Bienen erschwert.
Raumerweiterung und Ablegervergrößerung
Die erste Erweiterung des Raumes erfolgt direkt beim Umsetzen in die normale Beute. In die Mitte des Brutnestes geben Sie eine Mittelwand, die von den Bienen schnell ausgebaut und von der Königin angenommen wird. Setzen Sie nie zwei Mittelwände nebeneinander, da der Ausbau langsamer erfolgt.
Nach Besetzung der ersten Zarge wird eine zweite hinzugefügt; einige Brutwaben werden umgesetzt und zwischen sie neue Mittelwände gehängt („Zebra-Technik“). Erweitern Sie schrittweise bis August oder Anfang September. Nach Mitte September entfernen Sie nicht ausgebaute Mittelwände, rücken die Rähmchen für eine kompakte Überwinterung zusammen.
Im August erfolgt die Einfütterung mit Zuckersirup, um die Winterbienen zu schonen und Überlastung beim Zuckerabruf zu vermeiden.
Inspiriert von Imkerei Vysočina





































































































































































































