Nosemose bei Bienen – Symptome, Übertragung und vorbeugende Maßnahmen
Was genau ist die Nosemose und wie entsteht sie?
Die Nosemose (auch bekannt unter Nosematose) ist eine weit verbreitete Krankheit erwachsener Bienen, verursacht durch mikrosporidische Parasiten (Insektenpilze). Diese Parasiten greifen die Darmwände der Bienen an.
Hauptarten von Mikrosporidien, die Nosemose verursachen:
- Nosema apis – Eine traditionelle Art, die seit langem in Europa vorhanden ist.
- Nosema ceranae – Aktuell der weltweit dominierende Typ, ursprünglich bei der östlichen Honigbiene (Apis cerana) ansässig.
Beide Erreger-Arten können gleichzeitig auftreten und Mischinfektionen verursachen. Nosema ceranae kommt auch außerhalb der klassischen Infektionsphasen im Sommer regelmäßig vor.
Wie steckt sich eine Biene mit der Nosemose an?
Die Infektion erfolgt durch die Sporen der Parasiten, die von den Bienen mit kontaminierter Nahrung oder mit dem Kot infizierter Artgenossen aufgenommen werden. Im Darm aktivieren sich diese Sporen, benutzen ihr Polfilament (eine Art winzige Harpune), dringen in Darmzellen ein, vermehren sich dort und zerstören die Zellen. Nach Zerstörung der Zellen gelangen weitere Sporen in die Umgebung und infizieren andere Bienen.
Übertragungswege innerhalb und zwischen Bienenvölkern
Übertragung innerhalb eines Volkes:
- Koprophagie: Bienen reinigen ihren Stock und nehmen dabei den süßen Kot kranker Artgenossen auf, was eine rasche Verbreitung der Krankheit verursacht.
- Fütterung und gegenseitige Nahrungsweitergabe: Die engmaschigen sozialen Kontakte erhöhen den Infektionsdruck.
Übertragung zwischen Völkern und die Rolle möglicher Zwischenwirte:
- Verflug zwischen Bienenvölkern: Kranke Bienen können andere Stöcke infizieren.
- Zufälliger Kontakt mittels Zwischenwirten (wie Wachsmotten, Ameisen, Hummeln oder Wespen), die als passive Überträger Sporen transportieren.
- Unbeabsichtigte Ausbreitung durch Imker bei Benutzung infizierter Gerätschaften, Rähmchen, Beuten und beim Vereinigen oder der Königinnen-Zugabe.
Erkennungszeichen der Nosemose bei Bienenvölkern
Typische Krankheitssymptome einer Mikrosporidien-Infektion:
- Merklicher Bienenverlust, geschwächtes Volk mit geringer Vitalität.
- Ruhelosigkeit und Störung auch bei kühler Witterung, wenn die Bienen normalerweise nicht ausfliegen.
- Gelbliche, streng riechende Kotflecken an Waben, Zargenwänden und am Stockeingang.
- Geschwollener Hinterleib sowie farblich aufgehellter Darm bei der Untersuchung toter Bienen.
- Auffällige Ansammlung von toten Bienen im Bodenbereich des Stocks.
Es können auch unterschwellige Infektionen ohne klare Anzeichen vorhanden sein. Daher ist eine Labordiagnose mittels mikroskopischer Untersuchungen empfehlenswert.
Folgen einer Nosemose bei Bienen
Eine Infektion mit Mikrosporidien beeinträchtigt die Verdauung der Bienen, verursacht wesentliche Energieverluste und reduziert somit deren Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit. Dadurch wird die gesamte Kolonie geschwächt, wodurch ihr Überleben gefährdet ist.
Vorbeuge und Maßnahmen zur Verringerung der Nosemose im Bestand
Da Nosemose nicht meldepflichtig ist, liegt die gesamte Verantwortung für Prävention und Gesundheit der Bienenvölker beim Imker.
Wichtige vorbeugende Maßnahmen:
- Pflege und Gesunderhaltung starken und widerstandsfähiger Bienenvölker.
- Regelmäßige Erneuerung von mindestens einem Drittel der Waben pro Jahr.
- Einhaltung der Hygienemaßnahmen, regelmäßige Reinigung und gründliche Desinfektion sämtlicher Werkzeuge und der Beute.
- Anwendung von Ameisensäure (z. B. Formidol-Behandlung), um den Infektionsdruck wirksam zu senken.
- Einsatz junger, kräftiger Königinnen und ordnungsgemäße Einwinterung.
- Besondere Sorgfalt und Gesundheitskontrolle bei Bildung neuer Ableger und Zucht neuer Königinnen.
Schlussfolgerung und Empfehlung für Imker
Ein regelmäßiger Gesundheitscheck und eine zeitnahe Diagnose der Nosemose sind entscheidend, um den möglichen Schaden für Ihre Bienenvölker gering zu halten. Eine konsequente Umsetzung hygienischer Maßnahmen reduziert effektiv das Infektionsrisiko.
Übersetzt und bearbeitet nach Inspiration durch Artikel von beeinfo und beedol.






































































































































































































