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Gefahr des Verhungerns der Bienenvölker im Frühjahr – wirksame Maßnahmen zur Rettung

Einleitung und Beobachtungen aus der Praxis

Die meisten erfahrenen Imker kennen das Problem abgemagerter und hungernder Bienenvölker nach dem Winter. Besonders im zeitigen Frühjahr während der ersten Kontrollen müssen wir als Imker streng darauf achten, dass den Bienen ausreichende und erreichbare Futterreserven zur Verfügung stehen.

Anfang März führte ich eine Bestandsaufnahme auf meinen vier Imkereiplätzen durch, die in einem Umkreis von fünf bis zehn Kilometern auseinanderlagen. Während auf drei Standorten alles in Ordnung war, zeigte die Begutachtung des vierten Platzes eine alarmierende Situation: Die Bienenstöcke waren massiv geschwächt, mit kaum noch Futtervorräten.

Warum hungern bestimmte Bienenvölker?

Meine Notizen zeigten eindeutig, dass die Völker im Spätsommer identisch und ausreichend mit etwa 22 kg Zuckersirup eingefüttert worden waren. Nichts deutete auf Raub anderer Bienenvölker hin, sodass für mich sehr wahrscheinlich war, dass eine verlängerte Bruttätigkeit bis weit in den Herbst und sogar bis in den frühen Winter hinein erheblich zum erhöhten Futterverbrauch geführt hatte. Die Vorräte waren somit ungewöhnlich früh aufgebraucht worden, was diese dramatische Futterknappheit verursachte.

Woran erkennt man hungernde Bienen?

Ein trauriges, aber typisches Bild für hungernde oder bereits verhungerte Bienenvölker sind tote Bienen, deren Köpfe tief in den Zellen der leeren Waben stecken. Die Tiere suchten erfolglos nach verbliebenem Futter.

Wie reagiert man schnell und richtig, um hungernde Bienen zu retten?

Wenn bei Ihren Frühjahrsprüfungen ein akuter Futtermangel festgestellt wird, sollten Sie ohne Zögern wie folgt vorgehen:

  • Einsetzen von Reservefutterwaben – Ich halte stets fertig bestückte Futterwaben für Notfälle bereit, die ich sofort unmittelbar neben die Bienen-Traube hänge.

  • Nachfütterung mit Zuckerwasser – Über Futtertaschen gebe ich gleichzeitig eine Zuckerlösung als schnell verfügbare Energiequelle hinzu.

Aufgrund dieser schnellen Maßnahmen konnten die betroffenen Bienenvölker innerhalb kürzester Zeit stabilisiert werden.

Zusatzfütterung mit Futterteig

Ist es wetterbedingt nicht möglich, den Bienenstock zu öffnen, empfiehlt sich eine Zusatzfütterung mit Honig-Zucker-Teig, platziert oberhalb der Bienentraube auf geeigneten Holz- oder Futterplatten. Die Bienen erhalten so dringend benötigtes Futter ohne Risiko einer Unterkühlung.

Präventive Maßnahmen gegen Futtermangel im Frühjahr

Die beste Lösung gegen Hungerprobleme im Frühjahr ist eine präventive Planung im Herbst:

  • Passen Sie Futtergaben an die regionalen und lokalen Bedingungen an.

  • Rechnen Sie mit spätherbstlicher Bruttätigkeit.

  • Führen Sie regelmäßige Kontrollen der tatsächlich vorhandenen Vorräte besonders im Frühjahr durch.

Auch nach der Rettung bedürfen Ihre Bienenvölker kontinuierlicher Aufmerksamkeit, um die Saison gesund zu bestehen.

Varroa in geretteten Bienenvölkern – die unsichtbare Gefahr

Praxisbericht: Welche Gefahren drohen nach der Futterrettung?

Imker, die hungergefährdete Völker erfolgreich retten konnten, übersehen oft eine Gefahr – den verstärkten Befall durch die Varroamilbe (Varroa destructor). Diese Erfahrung machte auch ich 2018 bei den zuvor hungrigen Völkern, die wegen ihres langen Brutzyklus im Herbst erstaunlich hohe Milbenzahlen aufwiesen.

Ursachen für vermehrten Milbenbefall

Durch ausgedehnte Brutphasen bis in den Winter blieben viele Milben von der herbstlichen Behandlung mit Oxalsäure unbeeinflusst verborgen in Brutwaben zurück. Dies führte im Frühjahr zur erheblichen Vermehrung der Parasiten.

Varroa-Kontrolle jetzt besonders wichtig!

Mögliche Vorgehensweisen zur Diagnose:

  • Beobachten Sie regelmäßig den natürlichen Milbenfall mittels Bodeneinlagen.

  • Nutzen Sie zuverlässige Diagnoseverfahren wie den Varroa EasyCheck zur genauen Ermittlung des Befallsgrades.

Einfache Maßnahmen im Frühjahr – Ausschneiden von Drohnenbrut

Drohnenzellen bevorzugende Milben können wirksam durch regelmäßiges Ausschneiden der verdeckelten Drohnenbrut bekämpft werden. Dieses Verfahren reduziert die Varroa-Milben stark, ohne den Völkern in der Folge zu schaden.

Fallbeispiel Varroa-Vermehrung

Eine geringe Zahl an Milben (zum Beispiel 100 Stück Anfang April) kann bis Oktober auf mehrere Tausend Milben ansteigen. Ein solcher Befall birgt aktuell reale Gefahren für betroffene Völker.

Varroa ist keine Theorie – Prävention sofort einleiten!

Meine aktuellen Beobachtungen von bereits jetzt stark infizierten Völkern verdeutlichen die Wichtigkeit regelmäßiger und gründlicher Diagnosen. Nehmen Sie die Tätigkeiten zur Bekämpfung der Varroamilbe sehr ernst, denn nur so können Sie einer Katastrophe rechtzeitig vorbeugen und gesunde Völker sichern.

In Anlehnung an einen Artikel von colosscz