Imkerkalender – September 25
Bauernregel für September: Mitte September die Beuten schließen und den Schlüssel wegwerfen.
Vorbereitung der Bienenvölker auf den Winter
Im September sollten die Bienenvölker auf die Winterperiode vorbereitet sein. Ideal ist die Überwinterung auf zwei Zargen (Rähmchenmaß 39×24 cm), in denen genügend Zuckerfutter, Pollen und auch eine kleinere Menge Brut vorhanden sind. In diesem Monat beginnt sich in der unteren Zarge die Wintertraube zu bilden.
Herbstdurchsicht der Bienenvölker
Anfang September führen wir eine gründliche Kontrolle von Volksstärke und Vorräten durch. Gleichzeitig entfernen wir Gabon-Streifen, sofern sie zur Behandlung verwendet wurden. Bei Vorratsmangel geben wir Zuckerlösung nach – insbesondere dann, wenn die Einfütterung in den Vormonaten nicht erfolgt ist. Völker, die über ausreichende Sommerreserven verfügen und nicht gehungert haben, haben bessere Chancen, den Winter gut zu überstehen.
Achten Sie auf Waldhonig-/Honigtau-Vorräte vom Spätsommer: Dieser Honig ist für Bienen schwerer verdaulich und kann im geschlossenen Stock zu Verschmutzungen führen. Waben mit Honigtauhonig empfehlen wir zur Überwinterung zu entnehmen und für das Frühjahrsreizfüttern von Ablegern einzulagern.
Wir empfehlen, bei wärmerem Wetter (über 20 °C) zu füttern. Im September wird daher nur ausnahmsweise gefüttert – falls es im Juli oder August nicht vollständig möglich war. Gabon-Streifen müssen spätestens nach 30 Tagen entfernt werden, sonst können wir uns im Stock resistente Milben heranzüchten.
Behandlung und Kontrolle der Varroose
Das Hauptziel im September ist es, die Anzahl der Milben Varroa destructor zu senken. Die Behandlung ist am wirksamsten, wenn sich möglichst wenig Brut in den Völkern befindet. Daher warten wir mit der Behandlung auf eine Phase, in der die Bienen das Brüten einstellen – was mit fallenden Temperaturen eintritt; im September haben die Völker in der Regel jedoch noch Brut.
Zur Absenkung der Temperatur im Volk kann das Öffnen des Gitterbodens genutzt werden. Falls erforderlich, ist der Einsatz eines Isolators zum vorübergehenden Käfigen der Königin sinnvoll – nach 21 Tagen wird das Volk mit Oxalsäure, Varidol oder einem anderen für kühleres Wetter geeigneten Präparat behandelt.
Räuberei und Schutz der Bienenvölker vor Überfällen
Im September steigt das Risiko von Räuberei – durch starke Bienenvölker oder durch Wespen. Die häufigsten Ursachen sind geschwächte oder kranke Völker, ungeeignetes Füttern oder das Stören des Stocks durch unpassende Eingriffe. Vorbeugen lässt sich durch effizientes, zügiges Arbeiten am Bienenstand, indem stets nur eine Beute geöffnet bleibt, und durch das Aufbewahren von Waben in geschlossenen, bienendichten Kisten. Kommt es zur Räuberei, sollten die Fluglöcher der Nachbarvölker verengt, die betroffene Beute geschlossen und das Volk an einen anderen Standort verbracht werden.
Bei erhöhter Aktivität von Wespen und Hornissen helfen Fallen, die mit Bier oder süßem Saft gefüllt sind; gleichzeitig entfernen wir deren Nester in der Umgebung des Bienenstandes.
Imkerarbeiten – Pflege und Lagerung der Waben
September ist ein geeigneter Monat für Ordnung und Wartung des Imkereigeräts. Dunkle oder beschädigte Waben werden ausgesondert, Zargen gereinigt und mit dem Sonnenwachsschmelzer Wachs gewonnen. Ausgebaute Waben (Leerwaben) lagern wir in geeigneten Zargen, Schränken oder Kühlboxen. Die Waben müssen geschwefelt oder zugig gelagert werden, damit sie vor Schädlingen geschützt sind.
Königinnenwechsel
Im September lassen sich Königinnen in der Regel sicher austauschen. Die alte Königin wird aus dem Isolator entnommen, die neue in einen Zusetzkäfig gegeben – die Bienen nehmen sie nach einiger Zeit an.
Fortbildung und imkerliche Veranstaltungen
Ab September starten Imker-AGs und Kurse, in denen eine neue Imkergeneration die Grundlagen der Bienenhaltung erlernt. Die Mährische Imkerschule in Hranice na Moravě sowie die regelmäßigen „Imker-Freitage“ in Nasavrky bieten die Möglichkeit, Fachwissen zu vertiefen. Außerdem finden thematische Veranstaltungen statt, zum Beispiel das Honigfestival in Šumperk.
Pflichten und Rechtsvorschriften
Jeder Tierhalter ist verpflichtet, im September die Meldung über die Anzahl der Bienenvölker und die Standorte zum 1. September über das Online-Formular von ČMSCH oder per Post einzureichen. Ab September kann zudem die Beihilfe 1.D – Förderung der Imkerei beantragt werden; sie bezieht sich auf die im jeweiligen Jahr eingewinterten Völker. Ein Bienenvolk ist nach geltender Rechtslage als eine überwinterungsfähige Einheit definiert, die mindestens sieben Waben im Rähmchenmaß 39 × 24 cm besetzt (andere Maße werden umgerechnet).
Übersicht der wichtigsten Arbeiten im September – praktische Tipps
- Völker auf zwei Zargen einwintern; Vorräte und Volksstärke kontrollieren.
- Zuckervorräte dort ergänzen, wo nicht eingefüttert wurde oder die Vorräte nicht ausreichen.
- Bei fehlender Augusttracht ist Füttern im September möglich, besser ist es jedoch, bereits im August fertig einzufüttern.
- Waben mit Honigtauhonig aus dem Stock entfernen, wenn sie nicht zur Überwinterung geeignet sind.
- Räuberei wird oft durch den Imker ausgelöst – durch sorgfältiges Arbeiten vorbeugen und nur starke, gesunde Völker einwintern.
- Behandlungen erfolgen idealerweise erst in einer brutarmen/brutfreien Phase, z. B. durch spätere Varidol-Fumigation im Oktober oder mit Oxalsäure.
Aus der Zeitschrift Včelařství: Ing. Václav Horčic, Ph.D., Imkerfachlehrer






































































































































































































