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Imkerkalender – 26. April

Bauernregel für April: Aprilwetter ist selten wirklich beständig und schön.

Im April nimmt die Imkersaison richtig Fahrt auf. Versäumte Vorbereitungen aus dem Winter werden jetzt häufig in den Abendstunden nachgeholt. Die arbeitsintensive Phase hält in der Regel bis zur Auffütterung der Völker im Juli an.

Eingriffe im Bienenvolk und Arbeiten am Bienenstand

Der April beendet die Vorfrühlingszeit, und mit der Blüte der Vogelkirsche beginnt der eigentliche Frühling. Am Bienenstand beheben wir Winterschäden, erneuern die farbliche Kennzeichnung der Beuten und achten darauf, dass den Bienen stets eine saubere Wasserquelle zur Verfügung steht.

Auch im Garten geht es jetzt schnell voran: Aprikosen, Stachelbeeren, Maibeeren (Heckenkirsche) und Scharbockskraut blühen. In der Natur folgen Buschwindröschen, Pestwurz, Weiden und Ahorne. Nach dem Winter werden auch Fressfeinde aktiv, zum Beispiel die Veränderliche Krabbenspinne, die ihre Farbe der Umgebung anpassen kann. Seit Mitte März stehen meist auch Insektenhotels und Hummelkästen bereit.

Beobachtung am Flugloch

Wie das ganze Jahr über beurteilen wir den Zustand der Völker anhand des Verhaltens am Flugloch und vor den Beuten. Zeigt ein Volk deutlich anderes Verhalten als die übrigen, ist das ein Signal für eine genauere Kontrolle.

Bei auffälligen Völkern prüfen wir, ob Brut in allen Entwicklungsstadien vorhanden ist und ob sich eventuell Drohnenbrütigkeit zeigt. Bleibt die Ursache unklar, wiederholen wir die Kontrolle in der folgenden Woche. Neben dem Sehen ist auch der Geruch wichtig – ungewöhnlicher Geruch kann auf Krankheiten wie Amerikanische Faulbrut oder Europäische Faulbrut hinweisen.

Brutprobe und Umgang mit Weisellosigkeit

Fehlt Brut im Volk oder zeigt sich Drohnenbrütigkeit, führen wir eine Brutprobe durch, indem wir eine Wabe mit Eiern und jüngsten Larven zuhängen.

  • Weiselzellen werden angelegt: Das Volk wird über Zeitungspapier mit einem Ableger vereinigt und nach einer Woche kontrolliert.

  • Keine Weiselzellen, aber drohnenbrütige Königin vorhanden: Königin entfernen und ebenfalls mit einem Ableger vereinigen.

  • Afterweiseln treten auf: In diesem Fall ist es meist sinnvoll, das Volk aufzulösen.

Die Auflösung erfolgt, indem die Bienen etwa 200 Meter vom Stand abgekehrt werden. Ein Teil bettelt sich in andere Völker ein. Reserveköniginnen setze ich im April für solche Fälle in der Regel nicht ein.

Gleich verfahre ich mit Völkern, die stark von Nosema oder Kalkbrut betroffen sind.

Ohne erkennbaren Grund greifen wir nicht ein – unnötige Störungen schaden den Völkern.

Was im April im Bienenvolk geschieht

Anfang April wächst das Volk, jedoch ist der Bautrieb noch schwach ausgeprägt. Die langlebigen Winterbienen sterben allmählich ab und werden durch junge Bienen ersetzt. Eine Arbeiterin schlüpft nach 21 Tagen, arbeitet etwa 18 Tage im Stock und beginnt erst danach als Sammelbiene zu fliegen – insgesamt rund 40 Tage Entwicklungszeit.

Im Stock wechseln junge Bienen ihre Aufgaben, etwa ab dem zehnten Tag werden sie zu Baubienen.

Die Brutentwicklung setzt oft um den 15. März voll ein. Bis dahin sollte die Behandlung gegen Varroa abgeschlossen sein. Anfang April schlüpfen die ersten neuen Bienen, Mitte April beginnt intensiver Wabenbau, und gegen Monatsende kann bereits Schwarmstimmung auftreten.

Drei Phasen im April

Erste Dekade: Vorräte sichern

In der ersten Phase besteht die größte Gefahr des Verhungerns. Schwächeren Völkern geben wir Futterwaben oder alternativ Futterteig. Die Beuten bleiben warm gehalten, Wasser muss verfügbar sein.

Zweite Dekade: Platz schaffen

Starke Völker können in Schwarmstimmung geraten. Fehlt Platz, erweitern wir mit Honigräumen, ersetzen Futterwaben durch ausgebaute Waben oder Mittelwände und setzen Baurahmen ein.

Dritte Dekade: Start ins Bienenjahr

Mit der Kirschblüte beginnt die Hauptsaison. Honigräume werden aufgesetzt, Mittelwände kontinuierlich gegeben und bei starken Völkern können Ableger gebildet werden.

Gesundheit und Vorbeugung

Bis zum 15. April sollte die Varroabehandlung abgeschlossen sein, insbesondere bei erhöhtem Milbenfall. Beim Kauf von Völkern sind Gesundheitsnachweise wichtig, vor allem bezüglich Faulbrut.

Sobald Honigräume aufgesetzt sind, verzichten wir auf chemische Behandlungen. Stattdessen entfernen wir verdeckelte Drohnenbrut als biotechnische Maßnahme gegen Varroa destructor.

Arbeiten mit Feuer am Bienenstand

Beim Einsatz von Smoker, Schwefellampe oder bei der Fumigation besteht Brandgefahr. Sorgfalt und sichere Handhabung sind daher unerlässlich.

Smoker – wichtigste Gefahrenquelle

Ein hochwertiger Smoker mit Funkenschutz, Inneneinsatz und Hitzeschutz ist empfehlenswert. Als Brennmaterial eignen sich Zunder, morsches Holz oder Baumpilze.

Der Standplatz sollte sauber gehalten werden, und ein Löschmittel sollte immer griffbereit sein.

Aus der Zeitschrift Imkerpraxis von Ing. Václav Horčic, Ph.D.

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