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Bienenkalender – Juni, 25.

Der Juni – Monat des reifenden Obstes und voller Betriebsamkeit am Apiarium, verlangt dem Imker viel ab. Zwar hält das starke Wachstum der Bienenvölker weiterhin an, aber mit gedrosselter Dynamik im Vergleich zum Frühling. Besondere Aufmerksamkeit verdienen noch immer jene Völker, welche verspätete Schwarmstimmung zeigen könnten. Unbedingt gilt es dabei, präventiv zu handeln. Die zentrale Frage des Monats lautet stets: Wie ergiebig wird die Haupttracht – zunächst die Linde und möglicherweise auch der Honigtau – ausfallen? Häufig bringt das rund um Sankt Medard (8. Juni) verrufene Regenwetter Planänderungen mit sich. Der Juni markiert zudem oft bereits die zweite – häufig letzte – Honigernte der Saison.

Einen besonderen Schwerpunkt unseres Imkerjahres im Juni bildet außerdem die Zucht starker und genetisch hochwertiger Königinnen sowie die Bildung vitaler Ableger. Den Jungvölkern kommt viel Zuwendung zu. Eine elterliche Fürsorge – mit regelmäßiger Fütterung, Wachstumskontrollen und gezielter Erweiterung – sorgt für gesunde, kräftige und leistungsfähige Völker im kommenden Jahr. Erst gegen Ende Juni, nach der Sommersonnenwende, entspannt sich langsam die hektische Arbeit an den Völkern und man kann einen Moment Pause zwischen den Bienenstöcken genießen.

Allen Imkerinnen und Imkern wünschen wir reichlich Energie, gute Gesundheit und Freude im arbeitsreichen Saisonhöhepunkt sowie eine erfolgreiche Ernte und prächtige Entwicklungen ihrer Bienenvölker.

Medardus-Wetterregel – „Blühen die Linden, folgen oft 40 Regentage“

Jetzt stehen Lindenbäume im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zunächst gelangt die großblättrige Sommerlinde (Tilia platyphyllos) zur Blüte, etwa zwei Wochen später die herzblättrige Winterlinde (Tilia cordata), die eine der wichtigsten Nektarquellen Mitteleuropas darstellt (Ertrag bis zu 500 kg Honig pro Hektar). Lindenhonig zeichnet sich durch seine wunderschöne bernsteinfarbene Tönung sowie einen charakteristischen, leicht minzig-frischen Geschmack aus. Erlangen die Bienen auch dunklen Honigtau der Lindenblattlaus (Eucallipterus tiliae), verleiht er dem Honig eine angenehme Milde und dunklere Farbtöne. Leider kann häufiger Regen – typisch für Anfang Juni – die Ernteerträge beeinträchtigen.

Außer den Linden stehen im Juni blühende Sträucher wie Pfeifenstrauch, Liguster oder Spiersträucher sowie Ackerpflanzen wie Phacelia und Senf oder blühende Randstreifen zur Verfügung. Wertvoll sind auch Schmetterlingsblütler wie Wiesen-, Weiß-, oder Inkarnatklee, Esparsette, Wicke oder Hornklee.

Tipp: Pflanzen Sie Ihre eigene Linde!

Die herzblättrige Winterlinde ist nicht nur unser nationales Symbol, sondern eine außerordentlich wichtige Honigbienenweide. Jeder Imker sollte im Laufe seines Lebens mindestens einen Lindenbaum pflanzen. Hinweise zur Wahl einer geeigneten Pflanze und mehr finden Sie im Internet. Ihre Belohnung: eine Krone voller trachtender Bienen mit bezauberndem Duft.

An St. Bonifatius (5. Juni) beginnt oft die günstige Honigtautracht

Honigtau – bei Verbrauchern besonders beliebt wegen seiner dunklen Farbe und markanten Note – stammt von Pflanzensaugern wie Blatt- oder Schildläusen. Sie saugen Pflanzenleitungen an, gewinnen daraus zuckerreiche Pflanzensäfte, welche sie teilweise wieder ausscheiden. Für den Menschen erfreulich: es sind grundsätzlich keine Ausscheidungen im üblichen Sinn, sondern von diesen Insekten lediglich gefilterte Pflanzensäfte. Besonders wichtig sind dabei Nadelbäume wie Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche, aber auch Laubbäume wie Ahorn, Eiche, Linde, Buche und Weide spielen eine Rolle.

Bienen verlangsamen nach der Sommersonnenwende ihr Schwarmverhalten

Die höchsten Populationszahlen erreichen Bienen um den 21. Juni herum. Danach nimmt der Brutumfang allmählich ab und das Risiko von Schwarmereignissen sinkt. Volksweisheiten beurteilen Junischwärme kritisch – „Johannischwärme taugen nichts.“ Entsprechend erfolgt die Erweiterung der Völker durch Mittelwände nur noch zurückhaltend und bedarfsorientiert.

Pflege der Ableger – die Grundlage jedes erfolgreichen Imkerns

Jungvolk-Bildung (Ablegerbildung) ist elementar für eine nachhaltige Betriebsführung am Bienenstand, sie erleichtert Königinnenwechsel und Volkssanierungen. Positionieren Sie Jungimkereinheiten gut im Gelände und kontrollieren Sie zeitnah die erfolgreiche Begattung der jungen Königinnen. Ableger sollten regelmäßig gefüttert, sauber erweitert und gegen Varroa behandelt werden.

Frühes Varroa-Management sichert starke Völker

Nach dem Sonnenhöchststand steigen Varroa-Populationen dramatisch an. Entfernen Sie Drohnenbrut rechtzeitig und führen Sie erste organische Behandlungsschritte durch, etwa mittels Ameisensäure oder Oxalsäure. Beobachten Sie stets die Varroa-Belastung genau und reagieren Sie bei Befall rasch.

Zweite Honigernte – praxisnah und achtsam

Empfehlenswert sind Honigraumabtrennungen wie Bienenfluchten oder Blasgeräte sowie sorgfältiges Organisationstalent bei der zweiten Honigernte. Professionelle Lagerung und Verkaufsförderung danach optimieren die Erträge.

Öffentlichkeitsarbeit fördert Imkerei nachhaltig

Nutzen Sie ruhige Bienentage und volle Honigtöpfe, um Interessierte anzulocken und Bewusstsein für Bienen und Imkerei bei Jung und Alt zu schaffen!

Aus der Zeitschrift „Včelařství“ von Kateřina Šulková, Imkerei Poděbrady