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Bienenkalender – Juli 25

Die große Ferienzeit beginnt, doch für Imker ist die Erntearbeit noch nicht erledigt. Ihr wohlverdienter Urlaub muss bis August oder gar September warten. Jetzt steht die gründliche Vorbereitung auf das Saisonende an: Die letzte Honigernte steht bevor, die Futtervorräte müssen ergänzt und Maßnahmen gegen Schädlinge getroffen werden. Nehmen Sie sich einen Moment, bereiten Sie sich einen Kaffee zu und lesen Sie das Julikalendarium.

Sonnenblume – Symbol für das Ende des Hochsommers

Mit dem Einzug des Julis umfärbt sich die Landschaft – jetzt blüht die Sonnenblume (Helianthus annuus), eine Schlüsseltracht des Sommers (phänologische Phase Aestival II). Sie bietet Bienen enorm viel Nektar und Pollen, kann aber auch Wirtspflanze für die Pflaumenblattlaus (Brachycaudus helichrysi) sein, die wertvollen Honigtau produziert.

Bemerkenswert sind die extrafloralen Nektarien an den Blättern, die bereits etwa zwei Wochen vor der Blüte und lange danach süßen Saft abgeben. Sonnenblumenblütenhonig ist goldgelb, während Honig aus Blattnektarien dunkler und rötlicher gefärbt ist. Unter optimalen Bedingungen kann die potenzielle Honigausbeute 30–40 kg je Hektar betragen. Allerdings enthalten Sonnenblumenblüten Harze, die zur raschen Abnutzung der Flugbienen führen können.

Nachdem die Anbaufläche der Sonnenblume wegen des Verbots von Sikkativen 2020 vorübergehend zurückging, erlebt sie aufgrund der hohen Nachfrage nach Ölsaat und neuer Anbaumethoden jetzt eine Renaissance auf unseren Feldern.

13. Juli – Beginn eines neuen Bienenjahrs mit der „Erntewende“

Wenn die heilige Margaretha „die Sichel ins Getreide wirft“, startet die Getreideernte und für Imker beginnt das neue Bienenjahr. Ab jetzt entscheidet sich, wie stark Ihre Völker für die kommende Saison sein werden. Die Sommerbienen haben ihre Hauptaufgabe – das Eintragen von Wintervorräten – erfüllt, nun ist es ihre Priorität, gesunde langlebige Winterbienen heranzuziehen.

Zu Beginn des Spätsommers (phänologische Phase Serotinal), gekennzeichnet von reifender Sommerlinde und ersten Heideblüten, verändert sich das Trachtangebot: Der Nektar wird weniger, Pollen gewinnt an Bedeutung. Je mehr junge Ammenbienen im Volk, desto größer die Gefahr von Räuberei, daher ist jetzt erhöhte Aufmerksamkeit angebracht.

In der Natur blühen aktuell Wegwarte, Kornblume, Disteln oder Natternkopf, und im Garten suchen Bienen nach Heide, Ziest, Sommerflieder, Rudbeckien und anderen reichblühenden Stauden und Einjährigen.

Letzte Honigernte und rechtzeitige Futterergänzung

Was der Juli nicht anlegt, schafft der August nur selten nach. Während Bienen in freier Wildbahn schon genug Vorräte haben, nimmt der Imker einen Teil des Honigs. Die entnommenen Vorräte müssen daher möglichst rasch ersetzt werden – am besten mit Zuckerlösung (3 Teile Zucker auf 2 Teile Wasser) oder fertigem Flüssigfutter.

Füttern Sie immer mindestens in zwei Rationen, um ein Überfüllen des Brutraums zu vermeiden und die Königin nicht in der Eiablage zu behindern. Das Nachfüttern sollte spätestens bis Ende August abgeschlossen sein.

Aus eigener Erfahrung empfiehlt sich für die Fütterung größerer Völker ein Behälter mit Styrodur-Schwimmer oder ein Eimer mit Stroh im Magazin, während sich für Ableger am besten Waben- oder Rähmchenfuttertröge mit einem Fassungsvermögen von fünf Litern eignen.

Falls sich in der Nähe späte Trachtpflanzen wie Phacelia, Buchweizen, Sonnenblume oder Kürbis befinden, kann ein Standortwechsel sinnvoll sein, um den Bienen durchgehend Nektar, Pollen und ausreichend Wasser zu sichern – das ist ausschlaggebend für die Entwicklung der Wintergeneration.

Hl. Anna (26.7.) – der passende Zeitpunkt zur Brutraumanpassung

Sommerhitze ist im Juli typisch. Häufig trauben sich die Bienen in so genannten „Bärten“ vor den Fluglöchern, kehren aber nachts zur Brut zurück, um die konstante Nesttemperatur zu sichern.

Nach der letzten Honigernte ist es ideal, das Brutnest für den Winter herzurichten: Entfernen Sie nicht ausgebaute oder beschädigte Waben, tauschen Sie alte Rähmchen gegen gesunde, helle, ausgebaute Honigzargenwaben. Ein gut ausgebauter Drohnenrahmen kann für die frühe Frühjahrserzeugung von Drohnen belassen werden.

Für die Einwinterung haben sich aus eigener Erfahrung Magazine mit zwei 24"-Zargen oder vier 17"-Zargen bewährt. Unterschiedlich große Zargen zu kombinieren, hat sich als unpraktisch erwiesen, da dies die Handhabung während der Saison erschwert.

Wirksame Maßnahmen gegen Varroa destructor

Mit dem Sonnenwendtermin nimmt die Anzahl verdeckelter Brut im Volk ab, doch jetzt steigt die Varroa-Population rapide an. Die Königin legt keine Drohnenbrut mehr an, so dass sich die Weibchen der Varroamilbe fast ausschließlich im verdeckelten Arbeiterinnenbrut befinden. Es ist jetzt unerlässlich, die Milbenbelastung konsequent zu überwachen und aktiv zu senken, denn eine Überpopulation führt rasch zur Ausbreitung von Viruserkrankungen. Rechtzeitiges Handeln ist entscheidend für starke, überwinterungsfähige Völker – späte oder unzureichende Behandlung schwächt die Bienen schon im Herbst.

Geschwächte Völker werden leicht von stärkeren ausgeraubt, was eine horizontale Verbreitung der Milbe und eine Schwächung der gesamten Imkerei verursachen kann – eine Kettenreaktion, die die Völker massiv gefährden oder gar zerstören kann.

Bewährte Methoden zur Bekämpfung von Varroa destructor:

Für eine wirksame Varroabekämpfung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Nachfolgend stellen wir einige gängige, bewährte Verfahren vor:

Medikamentöse Methoden:

  • Organische Säuren (z. B. Oxuvar, Formidol, VarroMed oder Oxalsäureträufeln). Die Wirkstoffe in Form von organischen Säuredämpfen bekämpfen überwiegend auf den Bienen sitzende Milben (phoretische Milben), können aber auch in die verdeckelte Brut eingeschleust werden.

  • Thymovar und Apiguard – Thymolhaltige Präparate mit langzeitwirkender Freisetzung im Bienenstock.

  • Gabon-Streifen – Streifen mit dem Wirkstoff (z. B. Flumethrin oder Tau-Fluvalinat), die direkt zwischen die Brutwaben gehängt werden. Bienen übertragen die Substanz und töten so Varroamilben auf dem Bienenkörper ab.

Biotechnische Methoden:

Diese Verfahren beruhen auf gezielten Eingriffen in den Bienenvolkzyklus und werden meist in Kombination mit Arzneimittelanwendungen eingesetzt. Besonders beliebt sind folgende Methoden:

  1. Entnahme verdeckelter Drohnenbrut

  2. Einklipsen der Königin – Brutpause erzwingen

  3. Bienenflucht mit sogenannter Fangwabe (“Milbenfänger”)

  4. „Heilige-Anna“-Methode – gezielt biologisch-technischer Eingriff nach dem 26. Juli

  5. Abkehren der Bienen auf frisches Wabenwerk („Gesunderneuerung“)

Jede Methode hat spezifische Vor- und Nachteile. Es ist wichtig, sich eingehend damit zu beschäftigen und die passende Vorgehensweise entsprechend der jeweiligen Volksstärke und Situation auszuwählen.

Austausch von Erfahrungen unter Imkerkollegen

Der Sommer ist ideal, um andere Imker zu besuchen und inspirierende Erfahrungen auszutauschen. Falls Sie nach einer guten Begründung für einen Familienausflug suchen, bietet Ihnen die Imkerei reichlich Anlass. Und falls die Imkerei auch mal als Ausrede dafür herhält, unliebsame Familienveranstaltungen zu umgehen, denken Sie an die Worte von Quido Sklenar aus dem Buch Meine Bienenkönigin (1928): „Wer freie Stunden seinen Lieblingen widmet, hat keine Zeit für Laster, wird kein Spieler oder Trunkenbold, hält sich vom Stammtisch fern. Daraus folgt, dass die Imkerei hohen moralischen Wert hat und ehrlich zur sittlichen Hebung beiträgt.“

Aus der Bienenzeitung – Alles Gute für Ihre Imkerei und einen schönen Sommer! Mgr. Kateřina Šulková – Bienenhof Poděbrady